BYH!!! Rückblick 2014

2014

Die Einleitung

Das Jahr vor dem großen Jubiläum hatte fraglos seine Tücken: Der Fußball-Sommer, ungünstige Klima-Prognosen, zähe Verhandlungen und so manches mehr hatten (übrigens nicht nur) uns im Vorfeld so manchen Stein in den Weg gelegt. Aber einmal mehr ist es uns gelungen, das Gros der störenden Brocken aus dem Weg zu räumen, ein sehenswertes Billing auf die Beine zu stellen, den Wetterwidrigkeiten zu trotzen und dank zahlreicher helfender Hände, engagierter Künstler und Euch ein großartiges Wochenende mit toller Musik auf die Beine zu stellen. Herzlichen Dank also Euch und allen Beteiligten für ein abermals denkwürdiges Festivalerlebnis!

Unsere Freude ob des guten Gelingens war und ist übrigens umso größer, als der gesamte Ablauf bereits am frühen Freitag Abend auf der Kippe stand. Eine Sturmwarnung ließ uns aufschrecken und bereits alle Vorkehrungen treffen, um den Alarmknopf zu drücken: Ein vorläufiger Veranstaltungsabbruch wäre unabwendbar gewesen. Doch die Wettergötter meinten es wieder einmal gut mit uns: Ein weiteres Balinger Sintflut-Erlebnis blieb uns und Euch erspart, die Sturmfront zog weit genug am Messegelände vorbei und alles konnte ganz nach Plan weitergehen. Auch am Samstag war zwar beileibe und im wahrsten Sinne des Sprichwortes nicht immer alles eitel Sonnenschein, aber im Großen und Ganzen kamen wir erheblich trockener weg, als man es in Anbetracht der allgemeinen Vorhersagen hätte erwarten dürfen – und nicht wenige, die ebenjenen Glauben geschenkt und den Sonnenschutz zuhause gelassen hatten, verließen Balinger dann doch in dekorativem Rot-Ton.

Dass man auch abseits des Wetters nie alles im Griff haben kann, ist leider ein Fakt, an den uns das ein oder andere Missgeschick selbst nach rund zwei Jahrzehnten BANG YOUR HEAD!!! immer wieder erinnert – in diesem Jahr war es die unglücklichen Aus- und Einlass-Situation am Freitag und am Samstag Abend. Ein Problem beim Infofluss hatte verhindert, dass alle zuständigen Security-Mitarbeiter darüber aufgeklärt waren, wie Interessierte nach Verlassen des Geländes nach 23 Uhr wieder in die Halle hätten kommen können - und was sie selbst nicht wussten, konnten sie auch nicht weitergeben. Das unschöne Ergebnis: Einige von Euch wären gerne nach Showende auf der Hauptbühne noch ins Hallengeschehen abgetaucht, zogen aber unverrichteter Dinge und im Glauben, es wäre nicht mehr möglich, von dannen. Ein dickes Entschuldigung dafür!

Apropos Entschuldigung: Auf eine ebensolche mussten zwei Damen leider vergeblich warten, die es gewagt hatten, einen ihnen leider unbekannten Herrn namens Sebastian Bach die gleichen Regeln auferlegen zu wollen wie allen anderen Musikern und VIPs auch. Einlass ins Artist Camp und Künstlerfreigetränke ohne Armband und Pass? No f**king way – und wenn der eigene Name zehnmal auf dem Festivalshirt steht!Trotzdem danke für den mehrfachen Hinweis ;-) Aber keine Sorge: Die beiden haben sich ungeachtet aller Schimpftiraden, die da auf sie niedergingen, mehr als wacker geschlagen und keine Folgeschäden davon getragen. Respekt und Anerkennung dafür! Der erhobene Zeigefinger hingegen für den ungnädigen Künstler– aber wir wissen ja, was für ein Heißsporn unser Sebberl ist...

Glücklicherweise gab es auch wieder zahllose Musiker, die nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne Freude verbreiteten – und uns Anlass gaben, zwei von ihnen, nämlich HIRAX und OMEN, gleich noch einmal nach Balingen einzuladen. Denn: 2015 ist nicht irgendein Jahr – das BANG YOUR HEAD!!! feiert seinen 20. Geburtstag! Für Euch heißt das: Ihr dürft Euch auf ein „Best of the Best“-Programm freuen, das sich gewaschen hat. Und da die Highlights der vergangene 19 Veranstaltungen mehr als zahlreich waren, können wir gar nicht anders, als einen Tag weiteren Festivaltag draufzulegen.

Ihr habt richtig gehört und gelesen: 2015 findet das BANG YOUR HEAD!!! erstmals drei Tage lang statt, und zwar vom 16. bis zum 18. Juli! Natürlich gibt es auch wieder eine Warm-Up-Show – diesmal bereits am Mittwoch, dem 15. Juli.

Die ersten Namen des Jubiläumbillings stehen bereits fest: Neben den bereits erwähnten OMEN und HIRAX sind jetzt schon bestätigt: W.A.S.P., PRETTY MAIDS, Y&T, PRIMORDIAL, EXCITER und TYGERS OF PAN TANG. Viele weitere werden noch folgen – behaltet einfach unsere Facebook-Seite oder unsere Festival-Homepage www.bang-your-head.de im Auge. Dort erhaltet Ihr auch bereits Tickets für die große Sause – für Frühentschlossene zum Sonderpreis und mit Gratis-Shirt.

Wir freuen uns jetzt schon! Doch bevor es soweit ist, möchten wir noch einmal, wie gewohnt, einen Blick auf die Ereignisse und Auftritte werfen, die hinter uns liegen. Wir wünschen Euch viel Spaß dabei...
Thomas Michel

Warm Up-Show Donnerstag, 10. Juli 2014

Ort der Warm-Up-Show: 

Messehalle Balingen

Billing Warm-Up-Show: 

GRAVE DIGGER
VICTORY
BULLET
STORMWARRIOR
DYNAMITE

DYNAMITE
Mit DYNAMITE eröffnete ein neuer heißer Traditions-Geheimtipp aus Schweden den diesjährigen Bandreigen. Anders als ihre Tourkollegen und Landsmänner BULLET, die bereits mit mehreren hochgelobten Veröffentlichungen und einiger Liveerfahrung aufwarten können, müssen DYNAMITE der breiten Masse allerdings erst noch beweisen, was in ihnen steckt. Doch das dürfte nur eine Frage der Zeit sein: Mit ihrem ebenso schwungvollen wie klassischen Hard Rock-Sound ist es wahrlich nicht schwer, neue Freunde zu gewinnen. Und das gelang den Skandinaviern mit energiegeladenen, eingängigen Stücken vom Schlage 'Lock´n´Load' oder 'Stone Heart Rebel' fraglos auch an diesem Abend – selbst wenn man der Band noch anmerkte, dass die ganz große Live-Routine noch fehlt. Spaß gemacht hat es trotzdem!
Thomas Michel

STORMWARRIOR
Hamburg hat mit Bands wie HELLOWEEN und RUNNING WILD einige der wichtigsten und populärsten deutschen Bands überhaupt hervorgebracht, und bis heute ist die norddeutsche Metropole ein ausgezeichnetes Pflaster für traditionellen, melodischen Metal mit Schwung und Pfiff. Einer der Acts, der sich mit zunehmenden Erfolg anschickt, das Erbe der alten Meister anzutreten, ist STORMWARRIOR. Mit ihrem flotten, rauen Sound zwischen dem Kürbis-Frühwerk 'Walls Of Jericho' und diversen Viking Metal-Elementen, haben sie sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Zahl an Anhängern erspielt – von denen auch eine stattliche Zahl unserem Warm-Up-Abend beiwohnte. Entsprechend schnell war das Eis gebrochen und die Menge – ungeachtet einiger technischer Probleme – im stürmischen Freudentaumel. Schon das Einstiegsdoppel 'Iron Gods' und 'Thunder And Steele' sorgte für kollektives Dauer-Kopfnicken, und auch der Rest des Hymnengewitters, das auf die Anwesenden niederging, ließ keine Minute Langeweile aufkommen – ganz im Gegenteil!
Thomas Michel

BULLET
Im Gegensatz zu ihren schwedischen Vorgängern von DYNAMITE haben sich BULLET ihre Livesporen bereits verdient und machten einen deutlich souveräneren und somit auch besseren Eindruck als die Newcomer. Mit dem Opener 'Midnight Oil' konnten Hampus Klang, Hell Hofer und Co. das Publikum sofort auf ihre Seite ziehen. Es folgte ein umjubelter Triumphzug mit 'Rush Hour', 'Turn It Up Loud', 'Dusk Til Dawn', 'Rolling Home', 'Highway Pirates' und 'Stay Wild', ehe die Stimmung mit der Festival-Hymne 'Bang Your Head' und der Band-Hymne 'Bite The Bullet' zum Überkochen gebracht wurde. Während der rotbehoste BULLET-Manager jedem erzählte, dass das neue BULLET Album 'Storm Of Blades' das Veröffentlichungshighlight des Jahres 2014 sein soll, kann ich zumindest attestieren, dass BULLET der Live-Höhepunkt der diesjährigen Warm Up Show waren.
Martin Brandt

VICTORY
Als vorletzte Band des Abends gingen nun VICTORY an den Start und zeigten allen, die die Band seit ihrer abermaligen Rückkehr noch nicht live gesehen hatten, dass sie auch anno 2014 nicht umsonst als einheimische Legende gehandelt werden. Herman Frank und seine Begleiter spielten sich – wie schon ein Jahr zuvor beim ROCK OF AGES Festival in Seebronn – hoch motiviert und gekonnt durch ein Set aus Klassikern und jüngeren Stücken und hielten das Stimmungsbarometer trotz vorgerückter Stunde auf hohem Niveau. German Hard Rock von seiner besten Seite – und der perfekte Wegbereiter für GRAVE DIGGERS German Heavy Metal, der nun als Abschluss des Abends folgen sollte...
Thomas Michel

GRAVE DIGGER
Chris Boltendahl und seine Grabschaufler fackelten denn auch nicht lange und stürmten nach dem üblichen Intro mit dem ebenso neuen wie programmatischen Track 'Return Of The Reaper' die Bühne. Die Laune war, ob auf oder vor der Bühne, bestens und blieb es auch weiterhin. Die Band spielte sich, untermalt vom gewohnt gutturalen Gurgeln ihres Frontmanns, durch einen repräsentativen und gut sortierten Auszug ihres beachtlichen Backkatalogs und ließ vor allem bei veritablen Hymnen wie 'Knights Of The Cross' oder 'Excalibur' nichts anbrennen. Als Zugabe bedachten GRAVE DIGGER ihre Fans, die nicht nur zahlreich erschienen, sondern auch bemerkenswert ausdauernd waren, mit den Klassikern 'Yesterday' und 'Heavy Metal Breakdown', bevor es gegen 2 Uhr höchste Zeit wurde, den Vorhang fallen zu lassen und noch einige Stunden Schlaf zu ergattern – immerhin standen noch zwei mit allerlei Highlights bespickte Festivaltage an...
Thomas Michel

Festival-Freitag, 11. Juli 2014

Location Festival-Freitag Open Air: 

Messegelände Balingen

Billing Freitag Open Air: 

AXEL RUDI PELL & FRIENDS / STEELER
SEBASTIAN BACH
MICHAEL SCHENKER'S TEMPLE OF ROCK
EXODUS
RIOT V
KISSIN' DYNAMITE
VAIN
WARLORD
ACCU§ER
TRAITOR

TRAITOR
Viele Untergrund-Verehrer hatten sich schon auf das BANG YOUR HEAD!!!-Debüt der deutschen 80er-Legende WARRANT gefreut, doch wenige Tage vor dem großen Knall fiel Drummer Thomas Rosemann aufgrund einer Sehnenscheidenentzündung aus – und der Auftritt der Old School-Helden damit ins Wasser. An ihrer Stelle durften nun die Balinger TRAITOR beweisen, dass sie die Pole Position beim großen Opener-Voting 2012 zurecht nur knapp verfehlt hatten. Und in der Tat: Mit ihrem traditionsschwangeren Thrash-Sound hatten sie den ersten Schwung an Besuchern, der es um 9:30 Uhr tatsächlich aus den Federn und aufs Gelände geschafft hatte, schnell auf ihrer Seite. Der kraftvolle Mix aus amerikanischem und europäischem Genre-Sound überzeugte ebenso wie die hochmotivierte Bühnenleistung, der man fraglos noch den einen oder anderen Zuschauer mehr gewünscht hätte. Die frühe Stunde und die kühle Witterung hatten leider dafür gesorgt, dass die Menschenmenge auf dem Messegelände während der ersten Musiktakte des Tages noch – gelinde gesagt – überschaubar blieb. Schade, aber immerhin: Mit ihrer spontanen Spielbereitschaft und ihrem Auftritt hat sich die Band durchaus für künftige Festivalrunden empfohlen – und das nicht nur bei uns, sondern auch bei denen, die dem Auftritt der Newcomer aller Widrigkeiten zum Trotz beigewohnt hatten. Das nächste Mal könnte die sympathischen Lokalmatadoren ergo schon eine ganz andere Kulisse erwarten...
Thomas Michel

ACCU§ER
Die Anzahl an Zuschauern wuchs schlagartig an, als kurz darauf die deutsche Thrash-Institution ACCU§ER ihren akustischen Angriff auf die am frühen Vormittag noch recht dichte Wolkendecke startete. Mit Erfolg, denn Frank Thoms und seine Mitstreiter verstanden es, sowohl mit Tracks ihrer „neuen“ Phase (sprich mit Material, das nach der Reunion 2009 aufgenommen wurde) als auch mit klassischem Stoff zu überzeugen. Mit einer musikalischen Breitseite nach der anderen gelang es nicht nur locker, mehr und mehr Banger vor der Bühne zu versammeln, ein Großteil war sogar schon bereit mitzumachen. Ob die dunklen Wolken aus Angst vor dem zwar merklich gutgelaunten, aber dennoch sehr grimmig ins Mikro röhrenden Thoms die Flucht ergriffen oder aber die Herren selbst im Himmel für Frohlocken zu sorgen wussten, bleibt zwar offen, Fakt ist jedoch, dass der furztrockene und brachiale Sound der Siegener perfekt funktionierte und die Augen- und Ohrenzeugen am Ende des Sets mit der die Wolkendecke durchdringenden Sonne (!) um die Wette strahlten. Daumen hoch!
Walter Scheurer

WARLORD
Auftritte von Kult-Formationen gehören zum „Bang Your Head!!!“-Festival wie schwäbische Maultaschen zur Speisekarte im Restaurant der volksbankmesse, woran sich selbstredend auch bei der 19. Auflage des BANG YOUR HEAD!!! nichts geändert hat. Zwar waren im Vorfeld durchaus kritische Stimme zu vernehmen, die unterstellten, man würde eben jene Klientel in diesem Jahr ein wenig vernachlässigen, doch die Mehrheit zeigte sich dennoch mehr als nur dankbar, dass sie sich an den epischen Hymnen der Herren von WARLORD ergötzen durfte. Und die Underground-Legende machte es dem Zuhörer auch nicht sonderlich schwer, ins Geschehen einzusteigen: Sie ließ zunächst die beiden Klassiker 'Lucifer's Hammer' und 'Child Of The Damned' vom Stapel. Die durch den griechischen Keyboarder Angelo Vafeiadis (auch bei ILLUSION) und den zypriotischen Sänger Nicholas Leptos (der immer noch bei ARRAYAN PATH tätig ist und wohl auch ASTRONOMIKON noch am Laufen hat) inzwischen zur „Multi-Kulti“-Truppe mutierten US-Band beließ es jedoch keineswegs dabei, sich nur auf die 80er Jahre zu berufen (auch wenn das dem Motto des Festivals entsprochen hätte), sondern gab in Folge sowohl Material des von Joacim Cains (HAMMERFALL) eingesungenen 2002er-Albums 'Rising Out Of The Ashes' wie auch Stoff vom aktuellen Album 'The Holy Empire' (das nach den weiteren Klassikern 'Winter Tears' und 'Aliens' platzierte 'Kill Zone' und den elegischen Schlussakkord '70.000 Sorrows') zum Besten. In Anbetracht der Stimmung, die sich trotz der eher atmosphärisch angelegten Klänge im Auditorium bildete, erwies sich die Verpflichtung für die Hauptbühne als durchaus berechtigt, auch wenn ich bei der Meinung bleibe, dass WARLORD in der Halle wohl noch besser zur Geltung gekommen wären. Doch das war und ist der einzige (zugegebenermaßen obendrein sehr subjektive) Grund für Gemecker, ansonsten lieferte die Band rund um das immens spielfreudig agierende Band-Oberhaupt William Tsamis an der Klampfe einen denkwürdigen Auftritt ab. Feine Sache!
Walter Scheurer

VAIN
Endlich ließ sich auch die Sonne am Himmel blicken – doch das war nicht der einzige Grund, warum es in den folgenden Minuten so manchem Fan der 80er-Sleaze- und Glam-Szene warm ums Herz werden sollte. Mit VAIN betrat ein Act die Bühne, der bei der einschlägigen Zielgruppe schon im Vorfeld für pochende Herzen gesorgt hatte. Das hochgelobte Debüt 'No Respect' mag die Band um Namensgeber Danny Vain anno 1989 zwar nicht in die Verkaufscharts der Welt katapultiert haben, aber in die Herzen zahlreicher Kenner - von denen offenkundig nicht wenige nach Balingen gepilgert waren, um die Band lautstark willkommen zu heißen. Entsprechend gutgelaunt (und barfuß) übernahm das singende Bandoberhaupt fortan das Zepter und ließ es sich bis zum Ende der Show auch nicht mehr aus der Hand nehmen. Ja, Davy Vain stand klar im Mittelpunkt des Geschehens, während seine Begleiter zwar ein wenig blass blieben, aber den großartigen Songs des Quintetts stets das passende instrumentale Fundament lieferten. Die Setlist ließ frühe Klassiker ebenso wenig außen vor wie jüngere Stücke vom Comeback-Album 'Enough Rope', und am Ende gab es natürlich auch die ersehnte Hymne 'Beat The Bullet' zu hören – allerdings erst, nachdem sich VAIN ausgiebig hatten bitten lassen und den frühzeitigen Bühnenabgang vorgetäuscht hatten. Eigentlich ja ein Spielchen für die oberen Positionen im Billing – aber für die eingangs erwähnten Liebhaber waren VAIN vermutlich ja auch einer der heimlichen Hauptacts des Jahres...
Thomas Michel

KISSIN' DYNAMITE
Nach den Veteranen folgte der Nachwuchs: KISSIN' DYNAMITE waren an der Reihe, das Publikum mit Sleaze'n'Glam traditioneller Machart zu unterhalten – was der Band auch spielend gelang. Die jungen Senkrechtstarter gingen in die Vollen und ließen nichts aus: Mitsingspiele während 'Love Me, Hate Me' und 'Welcome To The Jungle', Gitarrensoli huckepack, Kostümaccessoires (bei 'I Will Be King' warf sich Sänger Hannes Braun stilgerecht die Königsrobe über) und obendrein noch die berühmt-berüchtigte SCORPIONS-Pyramide – das komplette Entertainmentpaket wurde ausgepackt. Hier und da gab es zwar Beobachter, die das Gebaren der Jungs als etwas übermotiviert empfanden, doch das Gros der Zuschauer sah es anders und freute sich ob der Stimmung, die KISSIN' DYNAMITE mit ihrer ausgelassenen Show und natürlich Hits wie 'She's A Killer', 'Money, Sex & Power' oder dem brandneuen 'D.N.A.' entfachten. Kein Wunder, dass die Popularitätskurve der Schwaben weiterhin steil nach oben zeigt...
Thomas Michel

RIOT V
Nach dem Tod von Mastermind Mark Reale im Januar 2012 hätten die meisten sicher mit dem Ende seines Babys RIOT gerechnet, aber seine langjährigen Weggefährten Mike Flyntz (g) und Don Van Stavern (b) halten sein Erbe unter dem leicht modifizierten Bandnamen RIOT V in Ehren. Mit dabei sind neben VIRGIN STEELE-Drummer Frank Gilchriest der Reale-Ersatz Nick Lee und Übersänger Todd Michael Hall (HARLET, BURNING STARR, REVERENCE), und in dieser Besetzung ist die Band wirklich eine Macht. Mit 'Narita', 'Fight Or Fall' und 'Johnny's Back' wurden dem BYH!!! Publikum gleich mal drei absolute Kracher um die Ohren gehauen. Bei 'Wings Are For Angels', 'Angel Eyes', 'Flight Of The Warrior' und 'Bloodstreets' bewies Todd Michael Hall, dass er wirklich Songs aus allen RIOT Phasen tadellos singen kann. Vielleicht fehlt ihm ein wenig das Raue in der Stimme, das einen Rhett Forrester ausgezeichnet hat, aber das ist letztlich Nörgeln auf ganz hohem Niveau, denn der Junge ist wirklich prima und vielleicht einer der besten Live-Metal-Sänger, die wir zurzeit haben. Mit 'Metal Warrior' gaben RIOT V einen kleinen Ausblick auf das demnächst erscheinende neue Studioalbum 'Unleash The Fire', ehe sie mit dem Dreier-Hammer 'Swords And Tequila', 'Warrior' und 'Thundersteel' einen wahnsinnig geilen Gig krönten. Ich bin mir sicher, Guy Speranza, Rhett Forrester und Mark Reale haben mit einem dicken Grinsen von einer Wolke im Himmel aus zugesehen.
Martin Brandt

EXODUS
Immense Vorfreude machte sich vor dem Auftritt der nächsten Band breit, hatte doch gerade erst die überraschende Nachricht die Runde gemacht, dass uns EXODUS in Balingen einen neuen Frontmann präsentieren würden. Wenige Wochen vor dem Festival hatte sich die Bay Area-Legende von ihrem stets polarisierenden Sänger Rob Dukes getrennt und stapfte nun erstmals seit vielen Jahren zusammen wieder mit „Neuling“ Steve „Zetro“ Souza zu den Klängen von 'Bonded By Blood' auf die Bretter. An Spielfreude hat es dieser Band zwar ohnehin noch nie gemangelt, dennoch erweckten die Herrschaften rund um den inzwischen zum „Rübezahl“ gewordenen Gary Holt einen besonders ambitionierten Eindruck. Inwiefern dieser ihrem Neuzugang zugeschrieben werden kann, ist schwer zu beurteilen, jegliche Kommentare bezüglich eventuell zu rüder Ansagen oder zu derbem Gehabe gehören nun aber definitiv der Vergangenheit an. Der stilvoll im HATRIOT-Shirt auftretende Sänger erwies sich nämlich als das krasse Gegenteil von Rob und wusste mit Reife („Take care of each other when you start a pit“) wie auch mit „Schmäh“ (etwa bei 'Piranha', das „Zetro“ mit dem Hinweis „The next song ain't about a tuna-fish and not about a gold-fish“ ankündigte) zu überzeugen. Doch nicht nur mit Sympathie wussten EXODUS zu glänzen, auch an der Setlist der Herren gab es nichts zu meckern, und so erwiesen sich die Bay Area-Thrasher mit ihrem „Best Of“-Programm, aus dem für mich eine sensationelle, alles in Grund und Boden stampfende Version von 'Toxic Waltz' herausstach, einmal mehr als eines der absoluten Glanzlichter des Festivals. Auf das zum Ende des Sets in der aktuellen Besetzung angekündigte nächste Studioalbum freue ich mich jetzt schon. Danke, meine Herren!
Walter Scheurer

MICHAEL SCHENKER'S TEMPLE OF ROCK
Während die Anhängerschaft der heftigeren Kost voll auf ihre Kosten gekommen war, oblag es nun Michael Schenker und seinem TEMPLE OF ROCK, den Freunden des traditionellen Hard Rocks zu Glücksmomenten zu verhelfen. Und dieses Unterfangen gelang der deutschen Gitarren-Ikone auch von Beginn an - nicht zuletzt deshalb, weil der Klassiker 'Doctor, Doctor' als Set-Opener schon die halbe Miete ist und für Party-Stimmung par excellence sorgte. Doch der Meister und seine „Templer“ Francis Buchholz, Herman Rarebell, Wayne Findlay und Doogie White beließen es keineswegs dabei, nur auf Klassiker zu setzen, sondern wussten mit 'Where The Wild Wind Blows' und dem Ronnie James Dio gewidmeten 'Before The Devil Knows You're Dead' auch Songs zu präsentieren, die erst unter dem aktuellen Banner entstanden sind. Logischerweise war allerdings bei Klassikern wie 'Armed And Ready' oder 'Rock You Like A Hurricane' (in dem sich Herman als „Hermanimator“ der Sonderklasse erwies!) sowie dem finalen, von einem wunderschönen Solo des Meisters garnierten 'Rock Bottom' die Stimmung am besten, und so kam es, dass sich die Truppe spätestens mit dem besagten Abschluss in tosendem Applaus suhlen durfte. Gelungener Auftritt einer Formation, die ich mir mit einem solchen Programm problemlos auch an noch viel höherer Position im Billing hätte vorstellen können!
Walter Scheurer

SEBASTIAN BACH
Ungeachtet des Hin und Hers im Vorfeld und der nicht durchweg mit Lorbeeren bedachten aktuellen Veröffentlichung 'Give 'Em Hell' war die Rückkehr des ehemaligen SKID ROW-Frontmanns nach Balingen einer der Auftritte, der von vielen mit großer Spannung erwartet worden war. Insbesondere bei der Damenwelt hat der hochgewachsene Kanadier immer noch einen dicken Stein im Brett, und sein außergewöhnliches Bühnencharisma hat sich der mittlerweile 46jährige Gelegenheits-Schauspieler und Musicaldarsteller ebenfalls bewahrt. Und das kam ihm an diesem Freitag Abend zweifellos zugute, denn gesanglich waren die teils recht harschen Interpretationen von Hits wie 'Big Guns', '18 And Life' oder 'I Remember You' wahrlich keine Glanzleistungen. Mehr als einmal versagte die Stimme an entscheidender Stelle, und ganz generell war der „Kreischanteil“ am Vortrag unangenehm hoch. Das Publikum fühlte sich ungeachtet dessen dennoch bestens unterhalten und bejubelte auch schwächere Momente frenetisch, was der Laune Bachs merklich zuträglich war – er dankte es gar mit einer Verbeugung vor der deutschen Stahlschmiedekunst in Form der kurzen Intonation von 'Balls To The Wall' und dem allseits bekannten „Heidi Heido Heida“-Intro von 'Fast As A Shark', was ihm zumindest vor der Bühne weitere Sympathie-Punkte einbrachte. Hinter den Kulissen hatte er jene sich ja leider bereits hier und da verscherzt (s. Einleitung)...
Thomas Michel

AXEL RUDI PELL & FRIENDS / STEELER
Ein Headliner-Set mit mehr als drei Stunden Länge? In diesem Fall absolut berechtigt, denn es war bei Gott nicht nur einer der üblichen und bewährten Auftritte des Unternehmens AXEL RUDI PELL, den es an diesem Tag zu sehen gab, sondern sehr viel mehr. Anlässlich seines 25jährigen Bühnenjubiläums hatte der deutsche Gitarrenheld zunächst einmal seine früheren Kollegen von STEELER flott gemacht, und so präsentierten die Herrschaften, angeführt vom damaligen Frontmann Peter Burtz, als Einstieg einige Tracks jener Schaffensperiode. Den Opener 'Call Her Princess' kennt der langjährige Pell-Fan zwar noch aus der Frühzeit des Solo-Programms von Axel Rudi, mit 'Night After Night' oder auch 'Undercover Animal' wurde der hungrigen Meute allerdings auch Kost serviert, die man - wenn überhaupt – schon seit knapp dreißig Jahren nicht mehr zu Ohren bekommen hatte. Nette Geschichte, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, man hätte den STEELER-Block durchaus auch in der Mitte des Sets oder noch später bringen können.

Aber egal - Moderator „Harry“ (bekannt aus der Fernsehserie „Toto & Harry“ und seit Kindheitstagen ein Kumpel von Axel) kam bei den Ansagen ohnehin nicht aus den Superlativen heraus, denn als nächstes waren ARP ohne Jonny Gioeli am Start, der von seinen Vorgängern Rob Rock für 'Nasty Reputation' und Jeff Scott Soto für 'Warrior' und 'Fool, Fool' vertreten wurde. Klar, dass die Stimmung längst dem Anlass entsprechend auf „Party“ ausgerichtet war, sodass sich Axel und seine Mannschaft danach mühelos auf ihr reguläres Programm konzentrieren konnten. Dieses enthielt zunächst neben dem showtechnisch durch etliche Feuersäulen untermalten 'Burning Chains' das intensive 'Long Way To Go' sowie das doch ein wenig zu sehr in die Länge gezogene 'Strong As A Rock'. Es folgte die hinreißende Version des Neil Young-Klassikers 'Hey, Hey, My My' mit einer Gioeli-Glanzleistung, und auch 'Mystica' durfte nicht fehlen, wobei die an sich übliche Integration des DEEP PURPLE-Klassikers 'Mistreated' im Mittelteil diesmal leider nicht zu hören war. Doch das störte zu diesem Zeitpunkt kaum jemanden, zumal nach dem abermals zu ausgedehnten 'Into The Storm' als letzter Teil des Auftritts der Party-Faktor nochmals drastisch erhöht wurde und die angekündigten „Friends“ nach und nach auf die Bretter kamen, um zusammen mit Axel diverse Highlights der Rock-Geschichte darzubieten. Zunächst gab es jedoch noch den (zeitlich wie auch vom technischen Aufwand her übertrieben dimensionierten) 'Drum Battle' , den Bobby Rondinelli und Vinny Appice austrugen, ehe das Geschehen mit Klassikern wie 'Since You've Been Gone' (mit Graham Bonnet am Mikro), 'Long Live Rock'n'Roll' oder dem Finale 'Smoke On The Water' ein umjubeltes Ende nahm.
Walter Scheurer

Location Festival-Freitag Halle: 

Messehalle Balingen

Billing Freitag Halle: 

SCHIRENC PLAYS PUNGENT STENCH
THE EXALTED PILEDRIVER
GRAVE
EVOCATION

Festival-Freitag - Hallenprogramm: 

EVOCATION
Kurz nach dem Ende des Sets von Sebastian Bach startete das mittlerweile etablierte Parallel-Programm, zu dem sich auch in diesem Jahr – neben unzähligen Kurzbesuchern - eine gehörige Schar an Stammgästen in der Messehalle einfand. Die Idee, den Anwesenden dabei eine Alternative zum Geschehen auf der Hauptbühne zu bieten, ging erneut auf: Gleich dreimal gab es am Festival-Freitag Death Metal der deftigen Sorte um die Ohren. Den Einstieg lieferten die Schweden EVOCATION, die ihre Tracks mit reichlich Dynamik darboten und ihren Sound - irgendwo in der Grauzone zwischen den „Schulen“ Stockholms und Göteborgs - sowohl mit Wucht, aber auch mit feinen Melodien kredenzten. Diese Mischung kam von Anfang an ebenso gut bei den Zuschauern an wie die quirlige Art und Weise, mit der Sänger Tjompe über die Bretter stampfte. Ihrem Motto „Guitars tuned in B-flat since 1991“ wurde die Band natürlich auch bei ihrer Balinger Premiere gerecht: EVOCATION lieferten einen amtlichen „Schweden-Sound“ ab - untermalt vom eifrigen Einsatz vier großer Flammenwerfer. Den finalen Höhepunkt des Sets bildete schließlich das immer wieder gänsehauterzeugende ‚Razored To The Bone‘, dem noch als zusätzliches Schmankerl ein BOLT THROWER-Cover-Song vorangestellt wurde.
Walter Scheurer

GRAVE
Mit weniger Melodien, dafür umso dreckiger gingen danach die Sverige-Urgesteine GRAVE zu Werke, deren Set ebenfalls ganz im Zeichen der alten Schule stand, auch wenn die Band „erst“ 1991 debütiert hat. Zeremonienmeister Ola Lindgren und seine Mannen überzeugten aber nicht nur mit dem besten und druckvollsten Old-School-Death Metal-Sound, der bis dato je in der Balinger volksbankmesse im Zuge einer BANG YOUR HEAD!!!-Veranstaltung aufgefahren wurde, sowie ihrem umfangreichen Repertoire and szenebekannten Death Metal-Hits, sondern zeigten sich zudem auch von einer besonders spielfreudigen Seite - allen voran der spindeldürre Bassist Tobias Cristiansson, der förmlich über die Bühne flog. Allerdings muss man sich bei ihm durchaus Gedanken machen, ob er es mit Musik tatsächlich auf sein „tägliches Brot“ bringt. Immerhin aber macht die Tatsache, dass er auch bei den Classic Rock/Metal-Durchstartern DAGGER aktiv ist, Hoffnung, dass uns der arme Kerl nicht demnächst verhungert.
Walter Scheurer

THE EXALTED PILEDRIVER
Der einzig wahre PILEDRIVER kehrte anlässlich des BANG YOUR HEAD!!! 2014 nach Deutschland zurück und durfte am Freitag die Nachtschicht in der Halle eröffnen. In seinem einzigartigen Lederoutfit rieb sich Ole Piley verschmitzt die Hände, als er sah, dass der Wettergott nach AXEL RUDI PELLs Show die Tore öffnete und mit einem ordentlichen Regenguss noch einige Gäste mehr in die Messehalle trieb. Aber hier gab es nur Schutz vor Regen - Schutz vor Metal und den diversen Körperflüssigkeiten des Meisters war nicht geboten. Unterstützt von seiner tadellosen Backingband (die aus Musikern der Kanada-Thrasher SPEWGORE besteht) stürzte sich Piledriver Gord mit 'Alien Rape', 'The Fire God', 'Piledriver' und 'I'm The One' in einen wahrhaft exaltierten Gig. Auch wenn einige der verbalen Späße des Meisters an der Sprachbarriere scheiterten, zogen Hymnen wie 'Metal Manifesto', 'Sex With Satan (in Ermangelung der Anwesenheit des wahrhaftigen Teufels musste für den simulierten Piledriver-Sex die Monitorbox herhalten) und das unwiderstehliche 'Witch Hunt' alle in ihren Bann. Nach 'Unsuck My Cock' und 'Lord Of Abominations' folgte der Song, auf den offensichtlich alle gewartet hatten: 'Metal Inquisition' – das natürlich frenetisch mitgesungen wurde! Als Zugabe durfte sich das Messehallenpublikum dann auch noch über 'The Executioner' freuen, ehe die meisten sich (Ole Piley eingeschlossen) erschöpft in ihre Betten trollten.
Martin Brandt

SCHIRENC PLAYS PUNGENT STENCH
Einem weiteren Szene-Urgestein war es vorbehalten, den ersten Festival-Tag spät in der Nacht mit deftiger Kost zu beenden. Martin Schirenc gab sich die Ehre und kredenzte mit seinen Begleitern einige erlesene Kompositionen aus dem reichhaltigen Fundus von PUNGENT STENCH – und zwar aus deren legendärer Frühphase. Old School Death Metal der derbsten Manier stand also auf dem Programm, garniert mit einer ordentlichen Portion Wiener Schmäh, und jener wurde vom – zugegeben: in Anbetracht der fortgeschrittenen Stunde und des langen Tages recht dezimierten – Publikum begeistert goutiert! Klassiker wie 'For God Your Soul...For Me Your Flesh' oder 'Dead Body Love' taten das Ihre...
Thomas Michel

Festival-Samstag, 12. Juli 2014

Messegelände Balingen

Billing Samstag Open Air: 

TWISTED SISTER
EUROPE
ANTHRAX
UNISONIC
OBITUARY
STRYPER
ROB ROCK
EKTOMORF
MAD MAX
HIRAX
MORE

MORE
Der Startschuss in den Samstag fiel mit MORE - genauer gesagt: MORE 2012, wie sich die Band seit ihrem Comeback nennt und auch auf dem Backdrop zu lesen war. Sollte es etwas mit einem „Versuch“ zu tun haben, anstelle einer unbekannten Formation auf einen zumindest einigermaßen bekannten Namen als Opener zu setzen, muss man dem Veranstalter zu dieser Entscheidung gratulieren, denn im Vergleich zu unzähligen anderen Festivals tummelten sich trotz düsterem, unwirtlichem Wetter (und noch unfreundlicheren Vorhersagen) – schon mehrere hundert Banger vor der Bühne, um sich von den Songs der NWoBHM-Legende ein feines akustisches Frühstück servieren zu lassen. Dass die Herren nunmehr mit Chris Tsangarides sogar einen ganz großen Namen im Line-Up haben, lässt sich zwar gut vermarkten, an der Tatsache, dass mit Bassist Baz Nichols lediglich ein einziger alter Recke mit von der Partie ist, ändert das jedoch nichts. An der gelungenen Umsetzung von erlesenem 80er Stoff wie dem vom Debüt 'Warhead' stammenden Ohrwurm 'We Are The Band' gab es aber trotzdem nichts zu meckern, und allen voran Sänger Mike Freeland wusste sich ordentlich ins Zeug zu schmeißen, sich aber auch immer wieder in Form eines typischen britischen Gentlemans zu bedanken. Mit dem PRIEST-Classic 'Touch Of Evil' kredenzte man zudem noch einen Cover-Song einer von Chris produzierten Formation, der sich perfekt einfügte und für zusätzliche Stimmung sorgte. Ein Einstieg nach Maß!
Walter Scheurer

HIRAX
Mit einer deftigen Dosis Thrash Metal ging es danach weiter, wobei sich einmal mehr die Frage stellte, weshalb es HIRAX nach all den Jahren immer noch nicht gelungen ist, zu einer größeren Nummer zu werden. Der anwesenden Bangerschaft jedenfalls mundete der rohe und ungehobelte Vortrag des Quartetts auf jeden Fall, und selbst bis dato kaum mit dem Material der Männer rund um Katon De Pena vertraute Zuschauer wussteen die hingebungsvolle Art und Weise des Vierers zu goutieren. Darüber hinaus muss einmal mehr festgehalten werden, dass die Band einen der begnadetsten Entertainer im Metal-Business überhaupt in ihren Reihen hat und Katon sich jeglichen Applaus durch seine wuselige, umtriebige Art die Zuseher anzuheizen auch redlich verdiente. So kam es, dass HIRAX für ihren Auftritt mit Tracks des aktuellen Drehers 'Immortal Legacy' ('Black Smoke' knallt live ohne Ende!), aber auch älterem Material (unter anderem: 'Hostile Territory' von 'The New Age Of Terror' aus dem Jahr 2004) mehr als nur wohlwollenden Applaus ernten durften. Zusätzliche Sympathie-Punkte konnten die Herren aber auch noch Stunden nach ihrem Auftritt einfahren, schließlich sah man die Band immer wieder irgendwo im Getümmel, um sich bei Zuschauern persönlich zu bedanken und für Small-Talk zur Verfügung zu stehen. Ihre offenbar noch vor Ort vereinbarte Verpflichtung für das 2015er-Festival hat sie sich also wirklich verdient!
Walter Scheurer

MAD MAX
Zeit für Kontrastprogramm: Nach dem brettharten Duracell-Auftritt von Katon & Co. folgten die melodischen Veteranen von MAD MAX. Mit Schmuserock hatte das Ganze hingegen wenig zu tun: Mit 'Burning The Stage', 'Night Of Passion' und 'Rollin' Thunder' kamen gleich drei veritable Klassiker früher Tage zum Zuge, die obendrein mit ordentlich Elan vorgetragen wurden. Die Stimmungskurve blieb ergo fiebrig – bis ein heftiger Platzregen in jeder Hinsicht für Abkühlung sorgte und das Gros der Anwesenden erst einmal Richtung Halle und Zeltüberdachung trieb. An der Bandleistung lag es also nicht, dass der Auftritt der Deutschen (deren Sänger Michael Voss allerdings wegen eines DVD-Mitschnitts die verbale Interaktion auf Englisch vorzog) zumindest zeitweise vor recht wenig Publikum stattfinden musste. Als sich das Wetter wieder beruhigt und der Platz vor der Bühne erneut gefüllt hatte, nahte mit dem SWEET-Cover 'Fox On The Run' bereits das Ende einer – ungeachtet aller widrigen Umstände – gelungenen Show.
Thomas Michel

EKTOMORF
Und es ging munter weiter mit den Gegensätzen. Nun war es an den Ungarn EKTOMORF, all jene Lügen zu strafen, die noch im Vorfeld angesichts des recht modernen Thrash-Stils der Band Zweifel kundgetan hatten, ob jene überhaupt zu einer Veranstaltung wie dem BANG YOUR HEAD!!! passe. Genau das gelang Frontmann Zoltan Farkas und seinen Begleitern spielend. Und ja: Auf dem Balinger Messegelände wurde nicht nur gebangt, sondern auch gehüpft – und das ausdauernd und immer wieder! Ein paar „F**k“ und „F**kings“ während der ohnehin recht martialisch anmutenden Ansagen weniger hätten der Stimmung zwar auch keinen Abbruch getan, aber Farkas wusste die Menge immer wieder mitzureißen, die ganz offenkundig einen Riesenspaß daran hatte, sich zu den treibenden Rhythmen und groovenden Riffs ordentlich auszutoben und auch das letzte verbliebene bisschen Regenkälte nachhaltig abzuschütteln. Live klangen Kracher wie 'Last Fight' oder das aktuelle 'Numb And Sick' übrigens noch einen Tick eigenständiger als auf Tonträger – sprich: SEPULTURA- und SOULFLY-Fans kamen zwar voll auf ihre Kosten, aber ein Quasi-Klon der beiden Tribal Thrash-Größen sind EKTOMORF, einst gerne als solcher geschmäht, längst nicht mehr.
Thomas Michel

ROB ROCK
Zur Mittagszeit erhält das Auditorium dann die Möglichkeit, die zuvor malträtierten Gebeine wieder zur Ruhe kommen zu lassen und sich in erlesenem Melodic Metal zu suhlen. Rob Rock und seine Mannen, allen voran der permanent grinsende NARNIA-Klampfer C.J. Grimmark, kredenzten ein diesbezüglich sehr gediegenes Programm, das auf der einen Seite offenbar selbst Petrus frohgemut stimmte und für - wenn auch nur dezente - Auflockerung sorgte, noch viel mehr aber bis in den hintersten Teil des Geländes goutiert wurde. Kein Wunder, Elaborate wie 'Slayer Of Souls' wissen mit einprägsamen Refrains sofort zu zünden und ließen sich selbst bei vorheriger Unkenntnis schon sehr bald mitsingen. Die spielfreudige schwedisch/amerikanische Liaison wusste das selbstredend zu schätzen und gab permanent Vollgas, wobei sich Rob mehrfach auch als Animateur der Extraklasse erwies. Mit dem an den Schluss gestellten 'The Sun Will Rise Again' hatte man zudem eine DER Hymnen des diesjährigen Festivals schlechthin im Talon, auch wenn der Wetterbeauftragte über uns in just diesem Moment leider nicht wirklich zugehört haben dürfte…
Walter Scheurer

STRYPER
Bereits vor Jahren hatte ich BANG YOUR HEAD!!!-Chef Horst Franz nahe gelegt, dass STRYPER genau die richtige Bereicherung für sein Festival wären, und in diesem Jahr hat es tatsächlich endlich geklappt. Zwar haben die Christenrocker mit 'No More Hell To Pay' ein bärenstarkes neues Studioalbum im Gepäck, aber glücklicherweise hielten sie sich eher an die Festival-Maxime: „Wenn du Hits hast, dann spiel die Hits!“ Und STRYPER haben Hits! Schon mit dem Opener 'Sing-Along Song' und dem darauf folgenden 'Loud 'N' Clear' hatten die Sweet-Brüder, Oz Fox und Tim Gaines ihre Fans in den Himmel gespielt. Mit 'Reach Out' und 'Calling On You' folgten weitere Höhepunkte. Die Band war entenarschtight, und die Backing-Vocals kamen mit gnadenloser Präzision. Statt unnötig langer Worte (oder wie einige befürchtet hatten: Bibelwerferei) beschränkte sich der sehr sympathisch wirkende Frontmann Michael Sweet auf kurze und knackige Ansagen. Nach 'Free' kam zur Überraschung vieler das KISS Cover 'Shout It Out Loud', das ebenfalls perfekt zum BYH!!! passte und gnadenlos gut intoniert wurde. Nach 'Marching Into Battle', 'All For One' und 'Soldiers Under Command' wären die meisten Fans vielleicht schon zufrieden gewesen, aber STRYPER nutzten ihre Spielzeit exakt bis zur letzten Sekunde aus und beendeten eine furiosen Gig mit der Hymne 'To Hell With The Devil'. Die Band hat mit diesem Auftritt nicht nur ihre Fans begeistert, sondern auch viele neue Freunde dazu gewonnen. Der Riesen-Ansturm bei der nachfolgenden STRYPER Autogramm Stunde sprach Bände.
Martin Brandt

OBITUARY
Man könnte fast schon von Frevel sprechen, dass nach STRYPER mit OBITUARY ausgerechnet die einzige Death Metal-Band am heutigen Festival-Tag als nächstes an der Reihe war. Doch die Herrschaften aus Florida haben sich noch nie um ein Image geschert, weshalb der Fünfer einmal mehr nicht lange fackelte und einzig das machte, wofür er bekannt ist. Balingen bekam also Todesmörtel der ganz alten Schule im typischen OBITUARY-Groove geboten. Der Auftritt wirkte in jeder Weise wie aus einem (leider sprichwörtlichen…) Guss und bestand zum Großteil aus uralten Tracks, ehe uns die Band mit 'Slowly We Rot' ein bebendes Ende bereitete. Leider setzten währenddessen immer wieder mehr oder weniger heftige Schauer ein, doch der Band schien der Regen in etwa so nahe zu gehen wie die Ohren der Zuschauer, ließen es die Burschen doch bis zum Ende hin gnadenlos brutal grooven und L.A.U.T. dröhnen. Uuuaaarrgghhh!
Walter Scheurer

UNISONIC
Während Freunde gemäßigter Klänge dem Geschehen auf den Brettern zuvor noch bevorzugt aus der Distanz gefolgt waren, waren es nun speziell jene, die nun die „Flucht nach vorne“ antraten, wodurch schon beim Intro von UNISONIC ziemliches Gedränge im Bereich vor und hinter dem Wellenbrecher herrschte. Dass sich dabei pure Schaulust mit hoher Erwartungshaltung mischte, ist nachvollziehbar, auch weil die für ihr Debüt weltweit hochgeschätzte Band immer noch als Rarität auf hiesigen Bühnen gilt. Hinsichtlich der Setlist konnte man den Herrschaften auch keinen Vorwurf machen, schließlich präsentierten Michael Kiske, Kai Hansen, Dennis Ward, Kosta Zafiriou und Mandy Meyer neben einigen Songs ihres Debüts (darunter 'Unisonic', 'Starrider' und 'My Sanctuary') mit 'For The Kingdom' auch einen Ausblick auf das nahende zweite Album. Dem nicht genug, ließ man Balingen auch an der gemeinsamen HELLOWEEN-Vergangenheit von Kiske und Hansen teilhaben und zauberte mit 'March Of Time' und dem Rausschmeißer 'I Want Out' zwei Nummern aus dem Hut, mit denen nicht unbedingt zu rechnen war. Dass man damit in der Heimat abgefeiert wird, ist logisch und aufgrund der einwandfreien musikalischen Darbietung auch berechtigt. Zum absoluten Ober-Hammer wurde der Auftritt aber leider dennoch nicht, ließen UNISONIC für mein Dafürhalten doch den „Entertainment-Faktor“ schmerzlich vermissen. Vor allem Michael Kiske wirkte über weite Strecken eher so, als ob er einen Job zu erledigen hätte und dabei auch konzentriert bei der Sache wäre - ein motivierter, kommunikationsfreudiger Frontmann mit Spaß an der Sache kommt aber deutlich anders rüber. Da half es auch nicht viel, dass seine Mitstreiter – allen voran ein permanent in Bewegung befindlicher Kai Hansen – wissen, wie man rockt. Schade um die Chance, da wäre noch viel mehr möglich gewesen!
Walter Scheurer

ANTHRAX
Für viele waren die New Yorker Mosh Kings im Vorfeld so etwas wie ein heimlicher Headliner – nicht zuletzt deshalb, weil ANTHRAX seit einiger Zeit wieder mit jenem Frontmann gemeinsame Sache machen, mit dem sie einst auch ihre erfolgreichste Ära durchlebt hatten: mit Joey Belladonna. Und in der Tat war es ein äußerst angenehmer Flashback, als die Band mit 'Among The Living' loslegte und ebenjene vertraute Stimme erklang. Altersbedingte Ausfälle? Fehlanzeige! Zumindest gesanglich konnte Belladonna immer noch mit alten Zeiten mithalten, wenn auch die leicht gebeugte Haltung und ein merklicher Konditionsschwund gen Ende der Show darauf hindeuteten, dass hier kein 25jähriger Derwisch mehr über die Bühne fegte, sondern ein Mittfünfziger, der aber – genau wie seine Kollegen – ungeachtet seines Alters dennoch beachtlich agil agierte. An Hits wie 'Indians', 'Caught In A Mosh', 'Madhouse' oder den beiden anthraxierten Coverstücken 'Got The Time' (Joe Jackson) und 'Antisocial' (TRUST) gab es ohnehin nichts auszusetzen, ebenso wenig an der bemerkenswerten Teamleistung – wenn auch Neuzugang John Donais ein wenig blass und außen vor blieb. Einzig die Klangwucht der Amerikaner war einigen Zuschauern/-hörern einen Tick zu laut: Sie zogen während des Spektakels dann doch einen Platz in den hinteren Reihen vor...
Thomas Michel

EUROPE
Sie werden gerne auf ihren – vielleicht DEN – Monsterhit der 80er reduziert, doch EUROPE waren und sind seit jeher weit mehr als nur eine markante Keyboardfanfare nebst Sirenengesang – und 'The Final Countdown' zwar ihr bekanntestes, aber bei weitem nicht bestes Stück, was Joey Tempest höchstpersönlich auf Nachfrage nur allzu gerne bestätigen wird. Es gab großartige Alben davor und danach, und im Gegensatz zu vielen anderen Chartbreakern jener Tage zählten die Schweden noch nie zu den Acts, die sich künstlerisch von alten Zeiten alleine nähren. So erwartete die teils vorfreudig gespannte, teils skeptische Menge denn auch eine ausgewogene Mischung aus alten Hits und neuem Liedgut jener vier ausgezeichneten Alben, die seit der Reunion der Band im Jahre 2004 das Licht der Welt erblickt haben. Wer mit offenen Augen und Ohren dabei war, dem dürfte – sofern vorhanden – besagte Skepsis alsbald abhanden gekommen sein: Rundum routiniert, aber engagiert trugen die beiden Bandchefs Tempest und John Norum gemeinsam mit ihren Mitmusikern alte wie neue Kracher vor, und nicht wenige waren offenkundig erstaunt, wie frisch, energisch und Hard Rock-lastig das jüngere EUROPE-Material tatsächlich ist. Folgerichtig ernteten Stücke wie 'Riches To Rags', 'No Stone Unturned' oder 'Last Look At Eden' ebenso viel Applaus wie Bekanntes vom Schlage ''Rock The Night', 'Superstitious' oder das grandiose 'Sign Of The Times', und natürlich durfte am Ende auch das Unvermeidliche nicht fehlen: 'The Final Countdown erklang und beendete eine tolle Show, die die hohe Billing-Position der Band mehr als rechtfertigt hatte.
Thomas Michel

TWISTED SISTER
Der krönende Abschluss blieb dann einmal mehr TWISTED SISTER vorbehalten, die sich erneut als wahrhaftig würdiger Headliner erwiesen. Im Gegensatz zum Vortag, an dem es im Vorfeld doch einige kritischen Stimmen zu AXEL RUDI PELL als Top Act zu vernehmen gab, war sich das Auditorium heute absolut einig und ließ sich zum Finale einmal mehr von Dee Snider und seiner Mannschaft eine amtliche Portion Rock'n'Roll kredenzen. Diese wurde ab dem Startschuss 'Stay Hungry' entsprechend begeistert goutiert, weshalb die Party auf dem Festival-Gelände trotz nicht unbedingt idealer Wetterbedingungen ihren Höhepunkt fand. Optimal für die vielen Gäste, die sich tanzender- und bangenderweise von sämtlichem Matsch befreien konnten, den sie im Verlauf der letzten Tage auf dem „Metal-Camp“ eingesammelt und herumgeschleppt hatten - und allenfalls schade für DELAIN, die nur knapp vor dem Show-Beginn der Schwestern in der Halle loslegten. Zum Abschluss also alles bestens – zumindest für den Großteil der Besucher, die sich wahlweise zu den Böllerklängen des traditionellen Feuerwerks zufrieden vom Asphalt machten oder sich noch von OMEN den Gnadenstoß in Form feiner Power Metal-Epen in der Halle verabreichen ließen.
Walter Scheurer

Loacation Festival-Samstag Halle: 

Messehalle Balingen

Billing Samstag Halle: 

OMEN
DELAIN
ATLANTEAN KODEX

Festival-Samstag Hallenprogramm: 

ATLANTEAN KODEX
Bevor die Schweden EUROPE mit ihren Co-Headliner-Set loslegten, ging es selbstredend in die Halle, schließlich hatten dort ATLANTEAN KODEX die Ehre, den Samstags-Startschuss am „Nebenschauplatz“. Etwas enttäuscht war ich persönlich zwar, dass sich nicht mehr Zusschauer in den Metall-Komplex begaben, um den Bayern zuzusehen, doch die paar Hundertschaften, die sich vor der Bühne versammelten, huldigen dem Quintett dafür umso mehr. Nachvollziehbar, schließlich erwies sich der Fünfer in Sachen Setlist als gewieft und eröffnete den Reigen mit 'Enthroned In Clouds And Fire' vom Ober-Hammer-Album 'The White Goddess'. Besagte BATHORY-Huldigung ist nicht nur einer der eingängigsten Tracks des erwähnten Scheibchens, auch an Intensität ist diese Nummer kaum zu übertreffen. Der Fünfer wirkte zudem höchst motiviert und agierte mit einer Hingabe, die ihresgleichen sucht. Während Bassist Florian Kreuzer im Hintergrund blieb und den Eindruck erweckte, als ob er sich gemeinsam mit Drummer Mario Weiss auf einem Trip befinden würde, um die exzellente Rhythmus-Basis für all die epischen Wundertüten zu kreieren, hatte man bei den Gitarristen Manuel Trummer und Michael Koch von Anfang an das Gefühl, sie würden förmlich mit ihren Instrumenten fusionieren. ATLANTEAN KODEX leben ihre Musik zu jeder Sekunde, und genau das war auch vor der Bühne zu spüren! Selbstredend ließ auch Sänger Markus Becker keinen Zweifel daran aufkommen, dass er in seiner Funktion voll und ganz aufgeht, auch weil er kein Hehl daraus machte, wie nahe ihm die massiven Fangesänge gingen. Aber nicht nur Du hattest Gänsehaut, Markus, auch wir - und zwar eine zentimeterdicke! Durch die geschmackvolle, wenn auch eher unspektakuläre Licht-Show gediehen Perlen wie 'Sol Invictus' und 'Heresiarch' oder auch 'Pilgrim' und 'A Prophet In The Forest' vom Debüt-Album 'The Golden Bough' sogar noch ein wenig intensiver als auf Konserve. Sensationell!
Walter Scheurer

DELAIN
DELAIN hatten, zugegeben, nicht den günstigsten Startblock erwischt. Zwischen den magischen Hymnen von ATLANTEAN KODEX und dem US Metal-Bombardment OMENs anzutreten, ist wahrlich schon schwer genug, doch die Niederländer mussten obendrein noch damit kämpfen, dass ein großer Teil der Besucher bereits mit den Hufen scharrte und dem Aufritt Dee Sniders und seiner Mitschwestern entgegenfieberte, der in Kürze auf der Hauptbühne anstand.Doch die Band ließ sich von all dem nicht nachhaltig beeindrucken und spielte motiviert und munter auf – und das auch nach Beginn des TWISTED SISTER-Spektakels noch vor beachtlicher Zuschauerkulisse. Eigentlich nicht überraschend: Schon im Vorfeld hatte so manches Facebook-Posting davon gezeugt, dass DELAIN und ihr symphonischer Melodic Metal mit weiblichen Vocals auch unter BANG YOUR HEAD!!!-Besuchern allerlei Fans verbuchen dürfen – allem Pop-Appeal zum Trotz. Genau jene dürfte es sogar sein, die dem Material der Band seine frische und mitreißende Note verleiht, die auch an diesem Abend ausgezeichnet zum Tragen kam. Gemeinsam mit dem sympathischen Auftreten der Musiker im Allgemeinen und der angenehmen Ausstrahlung Charlotte Wessels im Besonderen sorgten die eingängigen, aber wuchtigen Kompositionen für eine kurzweilige Stunde, die wie im Flug verging.
Thomas Michel

OMEN
Kenny Powell war beim diesjährigen Bang Your Head Festival auf einer Mission: Er wollte den desaströsen Metal Assault Auftritt von OMEN aus dem Februar 2014 vergessen machen. Als erste Reaktion musste bereits Frontmann Matt Story gehen, und Kevin Goocher (PHANTOM X) war zur Band zurückgekehrt. Schon beim Opener 'Death Rider' wurde allen Anwesenden bewusst, wie richtig diese Entscheidung gewesen war. Kevin lieferte auch bei 'Dragon's Breath', 'Ruby Eyes (Of The Serpent)' und 'The Axeman' einen tadellosen Job ab. Leider wurde Kenny selbst von Problemen mit seiner Gitarre geplagt und schien schon kurz vor der Aufgabe zu sein, aber er kämpfte tapfer gegen die technischen Unzulänglichkeiten an - und so bekam das Publikum auch '1000 Years Reign' (von 'Eternal Black Dawn', dem einzigen Studio-Album, das Kevin für OMEN eingesungen hat), 'Last Rites', 'Warning Of Danger' und den Oberkracher 'Be My Wench' zu hören. Bei 'Don't Fear The Night' durfte den stolzen Papa Goocher auch noch seine Tochter Devon Mycah von der Band SIREN unterstützen. Und nach 'In The Arena', 'Termination', 'Battle Cry', 'Teeth Of The Hydra' und 'Die By The Blade' sprang dann Mainman Kenny Powell erleichtert von der Bühne ins Publikum und somit in die Arme seiner begeisterten Fans. Die Metal Assault-Scharte ist ausgewetzt , und beim Bang Your Head 2015 dürfen OMEN obendrein auf der großen Bühne beweisen, dass sie es – ohne technische Probleme – sogar noch besser können. Vielleicht ist bis dahin ja auch endlich das 'Hammer Damage' Album erschienen.
Martin Brandt