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BYH!!! Rückblick 2007
HELLFUELED Die Ehre, das diesjährige Bang Your Head!!! Open Air zu Balingen eröffnen zu dürfen, fiel den Schweden HELLFUELED zu, die Aufgabe, den Auftritt der Band in aller Herrgottsfrühe unter die Lupe zu nehmen, meiner Wenigkeit (danke Jungs, ich weiß das zu schätzen!). Also nach dem Clubgig der vorigen Nacht, zirka fünf Stunden Schlaf und einem passablen Frühstück losgezogen zu Sänger Andy Alkman (netter Name auch) und seiner Combo, die pünktlich um 10 Uhr bei noch bewölktem Himmel die Bühnenbretter erklomm. Und schnell war klar, daß die Jungs, die live nicht ganz so stark nach den frühen OZZY-Sachen klingen wie auf Platte, gut geeignet sind, die Müdigkeit zu vertreiben. Zwar war das Stageacting der Band - möglicherweise auch aufgrund der unchristlichen Uhrzeit - etwas statisch, aber die Songs der bisher veröffentlichten beiden Langeisen ‘Volume One’ und ‘Born II Rock’, darunter ‘Let Me Out’, ‘Regain Your Crown’, ‘Old’ und der wohl bekannteste Track der Band, ‘Midnight Lady’, wissen durchaus zu überzeugen. Das sah auch das Publikum so, das sich in Anbetracht der Uhrzeit in respektabler Zahl vor der Bühne versammelt hatte, so daß HELLFUELED adäquaten Applaus für ihre grundsolide Darbietung erhielten. Und als dann pünktlich zum Ende des Auftritts auch noch die Sonne durch die Wolken brach und das übliche Bang Your Head!!!-Wetter einsetzte, war eh alles in Butter. Alexander Kolbe Nachdem EXODUS ihren Platz im Billing kurz vor dem Festival-Termin recht unprofessionell geräumt hatten, konnten ganz spontan unsere Soundcheck-Abräumer von COMMUNIC als Ersatz verpflichtet werden. Auch wenn die Norweger schon kurz nach dem Frühstück die Bühnenbretter entern mußten, hatten sich schon jede Menge Fans auf dem Asphalt versammelt, um den progressiven Klängen der Band zu lauschen. Und die kamen in bemerkenswerter Präzision aus den Boxen – kaum zu glauben, daß es die Truppe in der minimalistischen Trio-Besetzung schafft, ihre komplexen Songs auch live dermaßen perfekt zu inszenieren. ‘Frozen Asleep In The Park’ knallte ebenso mächtig wie ‘Fooled By The Serpent‘ oder der Debüt-Hammer ‘Conspiracy In Mind‘ – nur in Sachen Bühnenpräsenz müssen die Herren Stensland und Mortensen noch einiges zulegen. Logisch, daß Oddleif dank seiner Doppelfunktion als Sänger und Gitarrist meist an den Mikroständer gefesselt ist, doch zumindest Bassist Erik könnte den dadurch – gerade auf einer großen Bühne wie beim BYH – vorhandenen Raum besser nutzen. Vielleicht sollte man ja doch darüber nachdenken, einen zweiten Gitarristen mit auf Tour zu nehmen? Doch egal, hauptsächlich kommt es ja auf die musikalische Darbietung an, und die haben COMMUNIC einmal mehr vorzüglich abgeliefert, was den Nordlichtern auch in Balingen eine Menge neuer Freunde beschert haben dürfte. Well done! Martin Römpp Mit großer Skepsis sahen viele Fans dem ersten Auftritt des neuen LEATHERWOLF-Line-ups in deutschen Gefilden entgegen. „Würden die einstigen Heroen auch nach einem ordentlichen Schwung am Besetzungs-Karussell die alten Klassiker noch gut rüberbringen können?“, war die bange Frage, die allen Die-Hard-Fans auf der Zunge lag. Fazit des mittäglichen Auftritts beim Bang Your Head!!! 2006: Jawoll, sie können! Ich muß sogar sagen, daß mir dieser Gig um einiges besser gefallen hat als die Stippvisite beim Wacken Open Air vor einigen Jahren (damals noch im klassischen Line-up), was nicht zuletzt an der geilen Songauswahl lag, die die Lederwölfe präsentierten. Mit ‘Derailed’ und ‘Live Or Die’ wurden lediglich zwei Stücke des neuesten Longplayers ‘World Asylum’ (der am Tag des Auftritts veröffentlicht worden war) gespielt. Ansonsten hielt man sich an altbewährte Klassiker wie ‘Rise Or Fall’, die Ohrwürmer ‘Street Ready’ und ‘Thunder’, sowie ’Gypsies & Thieves’ und ‘The Calling’. Auch das Debütalbum wurde mit ‘Season Of The Witch’ und ‘Spiter’ berücksichtigt. Neu-Vocalist Wade Black (Ex-CRIMSON GLORY, Ex-SEVEN WITCHES) und der gerade hinzugestoßene Klampfer Eric Halpern (Ex-DESTINY’S END) fügten sich gut in die Band ein und trugen mit ihrer soliden Performance dazu bei, daß die Präsentation der Songs auch eingefleischten Fans gut gefallen haben dürfte. Für mich waren LEATHERWOLF auf jeden Fall ein frühes Highlight des elften Bang Your Head!!!-Festivals. Martin Brandt Eher durchwachsen präsentierten sich FLOTSAM AND JETSAM auf dem Balinger Messegelände, zumindest musikalisch. Mit dem klassischen ‘Hammerhead’ vom ersten Album ‘Doomsday For The Deceiver’ aus dem Jahr 1986 eröffnete die Band aus Phoenix, Arizona ihr Set. Gleich hinterher knallte der Opener ‘The Master Sleeps’ von der 1990er Scheibe ‘When The Storm Comes Down’. Zugute halten muß man den Musikern um Sänger Eric A.K. und Gitarrist Edward Carlson, daß kein einziger der gespielten Songs jünger als vierzehn Jahre war. Die Materialschlacht begrenzte sich ergo auf die ersten vier Alben, obwohl die Band seit ‘Cuatro’ nicht untätig gewesen ist. Nacheinander dröhnten ‘Hard On You’, ‘Swatting At Flies’, ‘No Place For Disgrace’, ‘Escape From Within’ und schließlich ‘Secret Square’ über die Köpfe der Fans hinweg. Als Krönung fehlte nur noch ‘Suffer The Masses’, welches mir zu MTVs Headbanger’s Ball Zeiten ebenso kaum aus dem Kopf ging wie Moderatorin Vanessa Warwicks Netzstrümpfe und andere enge Fetzen, die ihren gutgebauten Körper bedeckten. Schade, sonst hätte ich den Auftritt von FLOTSAM AND JETSAM vermutlich mit anderen Augen betrachtet. Als kleine Vertröstung gab’s dann immerhin noch eine Coverversion von BLACK SABBATHs ‘Fairies Wear Boots’. Und damit ein noch älteres Stück als dessen Vorgänger. Ingesamt ein durchaus gelungener Auftritt, dem einfach noch das Tüpfelchen auf dem „i“ fehlte. Sie müssen ja nicht unbedingt mit Jason Newstead oder Phil Rind auftreten, aber meinen Lieblingssong weglassen? Ai Caramba! Daniel Wamsler Mein Fresse, was hatten die Holländer ihren Spaß! Anders ist die Leistung der wiederbelebten VENGEANCE nicht zu erklären. Nach dem Intro legten die Herren - allen voran Sänger und Fronmann Leon Goewie - sofort mit dem Klassiker ‘Rock’n’ Roll Shower’ los und erzeugten damit die gewünschte Partystimmung im gut gefüllten Rund. Der Titeltrack des neuen Albums ‘Back in The Ring’ folgte, und das Publikum tat es auch, denn Spielfreude, eine tight spielende und überaus bewegungsfreudige Band ließen die Stimmung während des gesamten Sets nicht abflachen. ‘No Mercy’ sozusagen für das Partyvolk, welches einen mächtig knallenden und recht harten Sound präsentiert bekam. Einzelne Musiker muß und kann man hier gar nicht hervorheben, denn Courbois, Zandt und Gitarrero Peter ‘Slash’ Bourbon waren schlicht eine einheitliche „straight in your face"-Rock-Unterhaltungsforce, die in der knapp bemessenen Spielzeit zur Bestform aufliefen und jede Menge Sympathie und Neufans sammeln konnten. Fürs Auge spazierten zusätzlich vier appetitliche Nummergirls in Goldhandschuhen (und sonst recht wenig) über die Bühne. Höhepunkt war natürlich der VENGEANCE-Hit ‘Arabia’, bevor ‘Power Of Rock’ in einer ausgiebigen Wasser- und Bierdusche Leons ausartete und das Set beendete. Fazit: Mit den Holländern ist definitiv wieder zu rechnen!!! Sven Bernhardt Nach einer kurzen Verspätung - Gitarrist Mark Gallagher wollte sich laut seines Bruders John noch eine andere Hose anziehen - legten die Engländer mit Wohnsitz USA furios mit ‘Take Control’ vom legendären Album ‘All For One’ los. Wie schon beim fünften Keep It True-Festival haben die Jungs nichts von ihrer Spielfreude der Anfangstage verloren. John meistert immer noch mühelos die extrem hohen Schreie, seit jeher eins der Markenzeichen der Band. Weiter ging es mit dem überraschenden ‘Lambs To The Slaughter’ und dem ersten Stimmungshöhepunkt ‘Live At The Inferno’. Das Publikum dankte die explosive Show mit frenetischen Beifall, und nach dem hervorragenden ‘All For One’ kamen die Bang Your Head!!!-Besucher erstmals in den Genuß eines neuen Stückes namens ‘Breaking You Down’, welches stark an die Frühphase von RAVEN erinnerte. Nach dem lauthals mitgesungenen ‘Rock Until You Drop’ mußte John eine kleine Solopassage einlegen, da der Amp von Gitarrist Mark den Geist aufgab. Aber eine so routinierte Band wie RAVEN steckt so etwas weg wie nix, und kurz darauf ging es weiter mit einem Medley, auf welches das abschließende ‘Break The Chain’ folgte. Wenn man die „alten Herren“ so auf der Bühne rumturnen sieht, fragt man sich wirklich, warum viele junge Bands heutzutage so statisch auftreten. RAVEN hingegen sind auch im fortgeschrittenen Alter Entertainment pur und haben das beim Bang Your Head!!! wieder einmal bewiesen. Wollen wir hoffen, daß sie uns noch lange erhalten bleiben! Oliver Weinsheimer Jon Oliva und seine spielfreudigen Mitmusikanten starteten konzentriert und gleichzeitig relaxt in den sonnigen Nachmittag. Der geeignete Opener, um alle Anwesenden positiv einzustimmen, hieß ‘Warriors’. Der schwergewichtige Jon, langjähriger Frontmann der vielleicht am stärksten unterbewerteten Band im härter rockenden Bereich (SAVATAGE!!!), hat mit JON OLIVA’S PAIN zu seinen Wurzeln zurückgefunden. Dies bewies er nicht nur durch wiedergekehrte Stimmgewalt bei dem vom Fan-Chor mitgesungenen ‘Jesus Saves’, wonach die für das helle Tageslicht ungeeignete und dennoch irgendwie angebrachte Frage lautete: „Is this what I call a party right here?” Die Umstehenden bestätigten diese Vermutung, worauf JOP mit ‘Agony And Ecstasy’ konterten. Die Stücke des ersten JOP-Outputs ‘The Dark’ und ‘People Say - Gimme Some Hell’ fügten sich nahtlos in den Reigen brillanter Musik ein, bevor ‘Hounds’ und erst recht ‘Gutter Ballet’ die Gefühle zum Brodeln brachte. Nach Ende des regulären Sets hieß es: „Thank you very much. We love you!“ Veranstalter Horst brachte dem Sänger ein Bierchen zum Keyboard, was durch den derart Bedachten freundlich kommentiert wurde. Dann stellte die Band einen Track des neuen Albums ‘Maniacal Renderings’ vor: ‘Time To Die’. Auch dieser Song paßte hervorragend in den Mix aus SAVATAGE-Liedern und Kompositionen von JON OLIVA’S PAIN und verdeutlichte: Wenn von Stetigkeit der musikalischen Entwicklung gesprochen werden kann, dann bei diesem Künstler. Zum Schluß noch das unverzichtbare ‘Hall Of The Mountain King’: Ende. Jörg Schulz Nachdem FLOTSAM AND JETSAM zwar schon mit einem endlich mal wieder geilen Gig an die seligen Bay Area-Tage erinnerten, war klar, daß diese mit dem erneuten Auftritt von DEATH ANGEL quasi wieder zum Leben erweckt werden würden. Ähnlich wie schon vor zwei Jahren, lieferten die Todesengel einen absolut fabulösen Gig ab, der vor Spielfreude, Energie und Power nur so strotzte und auch trotz der unfaßbaren Hitze die Party so richtig in Schwung brachte. Front-Dreadlocke Mark, Baß-Derwisch Dennis, „Neuling“ Ted, Drumtier Andy und auch der neuerdings kurzgeschorene Gitarrenmaster Rob zogen einmal mehr alle Register ihres schier unerschöpflichen Könnens und feuerten eine Thrashperle nach der anderen in die lechzende Meute. Angefangen mit ’3rd Floor’ (nach dem ’Ultraviolence’-Intro), über eine Hammerversion von ’Five Steps To Freedom’, die göttlichen ’Act III’-Monster ’Seemingly Endless Time’, ’Ex-Tc’ und ’Stagnant’, den Debüt-Smasher ’Voracious Souls’, den Uraltknaller ’Evil Priest’, die aktuellen Kracher ’Devil Incarnate’ und ’Thrown To The Wolves’, bis hin zum absolut gigantischen, erneut dem Jahrtausendwerk ’Act III’ entstammenden, ’Discontinued’ - jeder Schlag traf ins Schwarze und bescherte dem Bang Your Head!!! 2006 eindeutig ein Highlight, das nur schwer noch zu toppen war (und meiner Meinung nach auch nicht mehr getoppt wurde)! Hage HELLOWEEN kamen zwar mit dem eher schwachbrüstigen Opener ‘King For A Thousand Years’ auf die Bühne, doch die Instrumente sorgten für reichlich Wind an diesem heißen Tag. Besonders herausstechend: Der inzwischen nicht mehr ganz so neue Drummer Dani Loeble, gegen den selbst das Duracell-Häschen keine Chance gehabt hätte. Ebenfalls auf der Höhe zeigte sich Sascha Gerster, der dem Publikum zusammen mit HELLOWEEN-Urgestein Michael Weikath die zweistimmigen Gitarrenparts um die Ohren schleuderte. Bassist Markus Großkopf hätte das Ganze abgerundet, wenn da nicht Andi Deris gewesen wäre. Dieser bewies eindrucksvoll, daß ein blütenweißes Hemd noch keinen Sänger macht. 60 Prozent Leistung reichen eben doch nicht für einen guten Gig. Die Songs, die er seit ‘Master Of The Rings’ selbst im Studio eingesungen hatte, schien er gerade noch so auf die Reihe zu bekommen, und auch die Klassiker ‘Halloween’ und ‘Dr. Stein’ blieben einigermaßen erträglich. Doch spätestens bei ‘Eagle Fly Free’ und ‘A Tale That Wasn’t Right’ rollten sich einem die Zehennägel hoch. Mit solchem Timing, Phrasierung und Gesangsmelodien erkannte man die Songs kaum wieder und wünschte sich, AVANTASIA-Gastsänger Ernie würde die Bühne entern. Daß sich Deris im Schwobaländle nebenbei als waschechter Badener outete, machte die Sache auch nicht besser. Da bitten wir um Nachbesserung. Bis zum nächsten mal also bitte mit Metronom üben und für die hohen Töne entweder jemanden holen, der die Meßlatte packt, oder ‘Eagle Fly Free’ einfach instrumental spielen. Danke! Daniel Wamsler Einer der Acts, dessen Verpflichtung im Vorfeld des Festivals am meisten polarisierte, waren zweifelsohne die einstigen AOR-Megaseller FOREIGNER. Viele freuten sich wie die Schneekönige, daß die Band mal wieder deutschen Boden betritt, andere mäkelten, FOREIGNER seien für ein Festival wie das Bang Your Head!!! viel zu soft. Ein Irrtum, wie sich sogleich herausstellte, als die Band mit Elan und druckvollem Sound mit ‘Double Vision’ ihr Set eröffnete, das unerwartet hart rockte und nur Songs der ersten vier Alben sowie keine einzige Ballade (!!!) enthielt. Auch etwaige Bedenken bezüglich der Qualität des neuen Line-ups waren schnell vom Tisch. Neben Jones und den seit geraumer Zeit zum FOREIGNER-Line-up gehörenden Jeff Jacobs (k) und Tom Gimbel (g) tummelten sich Jason Bonham (d) sowie der ehemalige DOKKEN-Bassist Jeff Pilson als Instrumentalisten auf der Bühne. Die meisten Augen waren jedoch erwartungsgemäß auf Ex-HURRICANE-Sänger Kelly Hansen gerichtet, der die schwere Nachfolge von Lou Gramm angetreten hat, aber von Anfang an einen blendenden Eindruck hinterließ und nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch Frontmann-Qualitäten überzeugte. Das Publikum drehte ob der erdigen Kick Ass-Performance jedenfalls ordentlich am Rad, was die Band, die im Vorfeld wohl auch nicht recht wußte, was sie von dem Gig erwarten sollte, sichtbar rührte. Neben Songs wie ‘Dirty White Boy’ und ‘Cold As Ice’ gab das Sextett zu meiner Freude auch das spacige, stark von PINK FLOYD beeinflußte ‘Starrider’ zum Besten. Gegen Ende des Sets war dann selbstredend die Zeit gekommen für die Welthits von ‘4’: ‘Urgent’ (inklusive Saxophonsolo von Mr. Gimbel) und der ‘Juke Box Hero’ trieben die Stimmung auf den Höhepunkt, bevor ‘Hot Blooded’ die einzige Zugabe markierte. Zwar hätte man die Live-Darbietung mancher Songs etwas straffen können, was ein, vermutlich sogar zwei Songs mehr ermöglicht hätte, aber nichtsdestotrotz war der FOREIGNER-Gig ein Highlight des Festivals. Einziger echter Kritikpunkt: Auf das von einem alten Schmusekater wie mir herbeigesehnte ‘Waiting For A Girl Like You’ wartete ich leider vergeblich (schnüff!)... Alexander Kolbe Diese Gruppe als letzte Band für den Freitagabend zu verpflichten, erwies sich als purer Glücksgriff. Einerseits stellte sie ein Bindeglied zwischen dem jüngeren und dem etwas betagteren Publikum dar, zum anderen waren die Burschen auch auf der großen Bühne unvermutet wirksam. Fast scheint diese Entwicklung Methode zu haben. Denn Bandgründer und Gitarrist Jesper Strömblad führt die melodischen Todesmetaller aus Schweden seit 1990 immer höher hinauf in den Olymp. Das jüngste und bislang beste Ergebnis stellte das im Februar erschienene Album ‘ Come Clarity’ dar, welches in ihrer schwedischen Heimat und in Finnland auf Platz 1 der Albumcharts schnellte, in Deutschland einen unglaublichen sechsten Platz erreichte, auch sonst in Europa gut lief und sogar in den USA gelistet war (# 58). Offenkundig hat sich der Abschied vom „klassischen“ schwedischen Death Metal gelohnt. Denn seit ‘Reroute To Remain’ (2002) reduzierten die Jungs ihre permanenten Tempowechsel, wurden eingängiger, die Riffs nachvollziehbarer. Auch der fortan zwar noch heftige, doch cleane Gesang trug zur genannten Entwicklung bei. Am Freitagabend starteten Jesper, der humorvolle Anders Fridén (v) in seiner schmucken Schuluniform, Björn Gelotte (g), Peter Iwers (b) und Daniel Svensson (d), die seit acht Jahren in der gleichen Besetzung musizieren, mit der in Deutschland auf Platz 91 gecharteten Single ‘The Quiet Place’ (2004) clever in ein Set voller Höhepunkte. So durften auch die weiteren Singles ‘Cloud Connected’ (2002) und ‘Touch Of Red’ (2004) sowie die aktuellen Lieblingstracks der Band ‘Leeches’ und ‘Take This Life’ (als vorletzter Knaller) nicht fehlen. ‘Trigger’ (2003) war „schon“ als drittletzter Song verbraten worden. Nach dem Schlußakkord des Oberhammers ‘My Sweet Shadow’ und einigem Glitter-Regen war klar: Auch Bands dieser Soundkategorie haben das Zeug zu Headlinern. Jörg Schulz
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Die inoffizielle
BYH!!!-Hymne Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:
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