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BYH!!! Rückblick 2005 Samstag, 25. Juni DEMON Frage: Wie schreibt man ein Konzert-Review von einem Gig, der gerade mal 15 Minuten dauerte? Gigs dieser Länge kennt man ansonsten ja allenfalls im Kölner Karneval! Aber egal, die Hauptsache war ja ohnehin, daß nach dem ganzen Chaos der Nacht zuvor überhaupt alle angekündigten Acts auftreten konnten, wenn auch eben nur mit gekürzter Spielzeit. Hierfür nicht zuletzt an die beinhart arbeitende Bang Your Head!!!-Crew ein megametallisches Dankeschön! DEMON aus England nahmen es sportlich und stiegen um 12.45 Uhr, nach drei Stunden und fünfzehn Minuten Verspätung, mit 'Night Of The Demon' in ihr Set ein. 'One Helluva Night' wäre an diesem Tag wohl etwas unpassend gewesen, auch wenn es sicherlich den typisch britischen, schwarzen Humor widergespiegelt hätte. Es folgte ein Track der aktuellen CD 'Better The Devil You Know', der sehr gut ankam und hier und da sogar schon mitgesungen wurde. Endlich wieder klassischer DEMON-Stoff! Tja und zum Abschluß konnten die Briten um Dave Hill dann mit 'Don't Break The Circle' sicherlich die allgemein etwas angespannte Stimmung unter den Fans merklich lösen. Trotz nur drei gespielter Songs eine Klasse Leistung! Es zeichnete sich bereits zu diesem Zeitpunkt ab, daß sich sowohl vor, hinter wie auch auf der Bühne eine echte "Jetzt-Erst-Recht"-Stimmung abzeichnete! Kai Wollwert VICIOUS RUMORS Als VICIOUS RUMORS die Bühne betraten, traute man seinen Augen kaum. Im ersten Moment war es, als schlage das Gehirn einem ein Schnippchen und der selige Carl Albert stehe wieder an der Seite von Geoff Thorpe. Natürlich war es "nur" Brian O'Conner, der sich die Haare wachsen ließ und dadurch, aber auch was sein Gesamtbild angeht, stark an den verstorbenen Metal-Hero erinnert. Auch für VICIOUS RUMORS hieß es jetzt ein knappes Power-Paket schnüren, welches aus 'Don't Wait For Me', 'Minute To Kill', 'Abandoned' und 'Six Stepsisters' bestand, allesamt Stücke aus den wichtigen und herausragenden Tagen der Band, als sie mit 'Digital Dictator', dem "blauen Album" und 'Welcome To The Ball' ein bißchen Metal-Geschichte geschrieben haben. Glücklicherweise sind aktuell wieder Drum-Tier Larry Howe und Basser Tommy Sisco im Line-up, denn mit dieser tighten und typischen Rhythmus-Maschinerie kommt man den guten alten Tagen wieder ein ganzes Stückchen näher. Respekt auch vor der Stimme O'Conners, die an diesem Samstag absolut amtlich rüberkam und ja auch im allgemeinen relativ nahe an Carl Alberts magischem Organ angesiedelt ist. Die Band spielte ihr Material frisch und knackig runter (auch Geoff Thorpe wirkte nach seiner schweren Verletzung wieder fit), den Fans hat's gefallen und die Hoffnung auf ein gutes neues Album - aber bitte mit genau dieser Mannschaft - bleibt somit erhalten. Chris Grenzer NASTY SAVAGE Wuchtig! Der Ausdruck paßt nicht nur hervorragend zum Erscheinungsbild des Frontmanns und Vorzeige-Psychos des wilden Haufens, sondern ist auch die angemessene Beschreibung für den arg gekürzten Gig der Floridianer. So konnten Nasty Ronnie und seine Crew nur vier Songs zum Besten geben. Als kurzfristige Setlist ergab sich dann als Opener 'No Sympathy', der Band Klassiker 'XXX', der Titeltrack des aktuellen Albums 'Psycho Psycho' und der finale Leckerbissen 'Metal Knights'. Alle Songs wurden von der Band und dem Zeremonienmeister, seines Zeichens Wrestling-Freak, der übrigens nicht mehr wie früher im Gladiatorenkostüm sondern im... na ja Putzfrauenlook über die Bühne wankte und sprang, messerscharf in das teilweise verstört wirkende Publikum gedroschen. Ronnies bluttriefende TV Zerstörungsarie mußte bei dieser Show leider ausfallen, so daß lediglich die Besucher des Clubgigs in den vollen NASTY SAVAGE-Genuß kamen. Applaus gab es trotzdem. Darüber zu lamentieren macht wenig Sinn, zumal die gespielten Soundproben extrem kraftvoll und technisch in höchster Präzision von der Bühne donnerten... Also, freuen wir uns auf das nächste Mal, was hoffentlich nicht wieder sieben Jahre auf sich warten läßt. NASTY SAVAGE warten schon auf die Einladung für das nächste Bang Your Head!!!, um allen zu zeigen, daß sie es noch immer drauf haben, denn das haben sie! Sven Bernhardt JAG PANZER Die Underground-Fans waren ein wenig die Leidtragenden des Festivals. Das Unwetter in der Nacht hatte vor allem die Spielzeiten der ersten paar Bands getroffen und damit logischerweise die Lieblinge des Undergrounds. Darunter fallen natürlich auch JAG PANZER, doch die Band versuchte sich nicht davon entmutigen zu lassen und stürmte motiviert die Bühne. Alles war geil wie immer, nur war leider nach 15 Minuten wieder Schluß. Gefühlt waren das vielleicht 15 Sekunden, so erfrischend und leidenschaftlich war der Auftritt. Der Tyrant bewies wieder mal, daß er ein unvergleichlich charismatischer Sänger ist und ein Publikum mitreißen kann. Gerade bei Songs wie 'Black' oder 'Chain Of Command' lagen ihm die Fans zu Füßen. Zwar kam kein richtig alter Song zum Zug, aber das sollte bei 15 Minuten Spielzeit auch verständlich sein. Ruckzuck war dann auch schon wieder Schluß, aber zumindest konnte die Band wieder mal ihre Klasse unter Beweis stellen. Hoffentlich können JAG PANZER demnächst noch das vollenden, was sie am Bang Your Head!!! angefangen haben. Oliver Weinsheimer TANKARD "Auf geht's Balingen!" Gerres Aufforderung zu mehr Bewegung auf dem Bang Your Head!!!-Gelände wurde umgehend Folge geleistet, als das Frankfurter Original und seine TANKARD-Mitstreiter mit 'Rectifier' in ihr leider nur fünf Songs umfassendes Set starteten. Kein Wunder, gaben die Mucker um den mittlerweile wieder richtig schmächtig gewordenen Shouter doch von Anfang an Vollgas, setzten mit den folgenden 'Chemical Invasion', 'Die With A Beer In Your Hand', 'Freibier' und dem obligatorischen 'Empty Tankard' auf ihre größten "Hits" und konnten damit nur gewinnen. Im Gegensatz zu der Schlafanzug-Aktion auf dem Bang Your Head!!! 2002 verzichtete die hessische Formation diesmal zwar komplett auf ein extravagantes Bühnenoutfit, aber das tat der Sache und dem Unterhaltungswert an sich keinen Abbruch. Das Quartett nutzte die knapp bemessene Zeit bestmöglich, präsentierte sich agil und "erschreckend" nüchtern und man merkte der Band einfach an, daß sie die guten Resonanzen seitens des Publikums genossen hat. Bleibt nur zu resümieren, daß man von dieser Vorstellung gerne etwas mehr gesehen hätte, aber dafür gibt es ja im Oktober die erste Tankard-DVD - so watch out! Peter Engelking NEVERMORE Leider waren auch NEVERMORE von den massiven Setkürzungen durch das Unwetter betroffen. Ich bin sicher, daß nicht wenige gerne mehr als nur 20 Minuten von den Jungs aus Seattle gesehen hätten. Trotzdem überwog das Verständnis und die Freude, daß es überhaupt weiterging. So störte es kaum jemanden, als die Jungs völlig unspektakulär auf die Bühne latschten und erstmal ein wenig soundcheckten. Man hatte ja Zeit. Endlich krachte dann 'Enemies Of Reality' aus den Boxen und ein Großteil des Publikums erschrak fürchterlich. War das wirklich Warrel Dane, der dort oben ganz in schwarz samt cooler Sonnebrille stand? Stark abgemagert war er kaum wiederzuerkennen. Zum Glück wirkte sich dieser Gewichtsverlust nicht auf seine stimmliche Performance aus. 'The River Dragon Has Come', 'The Heart Collector' und 'The Sound Of Silence' wurden packend dargeboten wie eh und je. Einzig sein Stageacting wirkte etwas staksig, während Jeff Loomis seine Finger gewohnt sicher über sein Griffbrett flitzte, als gäbe es kein Morgen mehr. Hätten die mittlerweile zum Quintett angewachsenen Amis ihre volle Spielzeit zur Verfügung gehabt und noch ein paar mehr ihrer Hymnen darbieten können, es wäre sicher einer der besten Gigs dieses Festivals geworden. So aber mußte man, während sich der Himmel schon wieder bedenklich zuzog, den Geschehnissen der letzten Nacht Tribut zollen. Immerhin konnte Dane noch ein paar auf die Bühne geworfene Kondome zu einem Appell an den Safer Sex nutzen. David Gregori AXEL RUDI PELL Keine Ahnung, ob der kurze aber heftige Regenguß in der Umbaupause zwischen NEVERMORE und AXEL RUDI PELL auf die Ansprache von Horst zurückzuführen war!?! Fakt ist jedenfalls, daß der Wettergott wieder Erbarmen mit Balingen und all seinen Besuchern hatte, als die Instrumente und Amps für den illustren Haufen um den blonden Klampfer postiert waren und uns sogar den einen oder anderen Sonnenstrahl schenkte. Gut so, denn auch nur einen Ton vom AXEL RUDI PELL-Auftritt zu verpassen wäre schade gewesen. Über die Klasse der in die Band involvierten Herrschaften müssen nun wahrlich keine großen Worte mehr gemacht werden, gehören sie doch allesamt zu den Koryphäen auf ihrem Gebiet und somit dürfte jedem der Anwesenden klar gewesen sein, daß auch der Auftritt des Quintetts beim zehnten Bang Your Head!!!-Festival eine amtliche Sache werden würde. Und wahrlich niemand, der mit den Blackmore-geschwängerten Klängen des Wattenscheiders und seiner internationalen Belegschaft etwas anfangen kann, wurde enttäuscht. Die Combo zelebrierte einen kleinen, aber feinen Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen und versuchte dabei, so gut es in der knappen halben Stunde möglich war, sämtliche Phasen zu beleuchten. Von Johnny Gioeli wie immer perfekt intonierte Perlen der Marke 'Tear Down The Wall', 'Fool Fool' oder 'Strong As A Rock' gingen dabei Hand in Hand und sorgten für eine äußerst kurzweilige Zeit. Daß diese Darbietung dabei nicht nur die Fans begeisterte, sondern auch die Musiker untereinander zu höchst ungewöhnlichen Eskapaden anspornte, verdeutlichte nicht zuletzt der unplanmäßige Ausflug von Keyboarder Ferdy Doernberg, der mal kurzerhand sein Arbeitsgerät schnappte und die große Bühne in ihrer Gesamtheit abschritt - unkonventionell, aber gut! Klasse Darbietung, die für eine tolle Stimmung sorgte! Peter Engelking SEBASTIAN BACH Zu den Highlights des letzten Jahres gehörte definitiv der Auftritt von SEBASTIAN BACH, und auch heuer räumte der Kanadier mächtig ab. Bis auf eine Ausnahme bestand das Set erwartungsgemäß aus SKID ROW-Gassenhauern. Wie im Vorjahr eröffnete der Frauenschwarm mit dem knalligen 'Slave To The Grind', auf das 'Big Guns' und der 'Subhuman Race'-Track 'Frozen' folgten. Nach 'Here I Am' und dem gefeierten '18 & Life' präsentierte Herr Bach mit 'American Metalhead', das er aufgrund der enthusiastischen Menge spontan in 'German Metalhead' umtaufte, einen Track seines geplanten Soloalbums, mit dem der Gute hoffentlich alsbald aus dem Quark kommt. Stimmlich präsentierte Basti sich erneut grundsolide, auch wenn man natürlich sagen muß, daß er diverse schwierige - sprich hohe - Passagen umschiffte oder vom Publikum singen ließ. Als Performer machen ihm aber nur wenige Frontmänner dieses Planeten etwas vor. Fast permanent in Bewegung, wild bangend und ständig am vorderen Bühnenrand den Kontakt zum Publikum suchend, riß er die Meute mit. Im emotionalen Überschwang wollte der blonde Hüne gegen Ende des Sets das Bühnengerüst erklimmen, entschied sich aber doch dagegen (ein gewisser Herr Monroe ging die Sache später übrigens entschlossener an). Mit 'Monkey Business', 'I Remember You' und dem prädestinierten Rausschmeißer 'Youth Gone Wild' ging der Gig umjubelt zu Ende. Nun wird es aber Zeit für ein hoffentlich hochklassiges Solowerk, denn sich nur auf den alten SKID ROW-Lorbeeren ausruhen geht natürlich nicht. Alexander Kolbe CANDLEMASS Nachdem schon Herr Pell etwas länger auf der Bühne bleiben durfte, hatten die schwedischen Doom-Comeback-Kings dann doch einige Zeit zur Verfügung, um dem durch die Hitze erneut etwas lethargisch wirkenden Publikum mittels einer gewaltigen Dosis Power-Doom die Lauscher durchzupusten. Die Jungs waren verdammt gut drauf, wirkten agil und spielfreudig und Messiah Marcolin zeigte von Anfang an, wer der Meister des Doom-Dance ist. Es ist einfach immer wieder herrlich, wie der Mönchskuttenträger über die Bühne fegt und mit ur-sympathischer Ausstrahlung und ebensolchen Ansagen die Meute im Griff hat. Da war es dann auch absolut kein Unterschied, ob mit 'Black Dwarf', 'Copernicus' und 'Assassin Of The Light' gleich drei Songs vom neuen Meilenstein 'Candlemass' zum Zug kamen, oder die alten Klassiker vom Schlage 'Mirror Mirror', 'Bearer Of Pain', 'At The Gallows End' und 'Solitude' gerade zelebriert wurden. So kann man den Schweden einmal mehr einen sehr geilen Gig attestieren, der zwar lange nicht so magisch war wie drei Jahre zuvor an selber Stelle, aber dennoch mit zu den Highlights dieses Jubiläumsevents zählte. Wann kommt die Tour? Hage HANOI ROCKS Keine Frage, HANOI ROCKS hatten immens darunter zu leiden, daß die Spekulationen um den geheimen Special Guest in völlig haltlose Dimensionen abgeglitten sind. Anstatt den Glam-Ikonen einen zumindest offenen Empfang zu bescheren, wurden Michael Monroe und Co. schon nach wenigen Sekunden von vielen Anwesenden ziemlich mies beschimpft, beworfen und ausgepfiffen. Die Geschmäcker sind verschieden, aber die Finnen als Sündenbock für die nicht befriedigten eigenen Erwartungen herhalten zu lassen, spiegelt nicht gerade den Geist des Bang Your Head!!! wider! Doch egal, HANOI ROCKS haben sich nicht ans Bein pissen lassen und eine coole Show abgezogen, bei der Superblondinerich Michael logischerweise im Mittelpunkt stand. Der Kerl wechselte im Laufe des Sets nicht nur diverse Male die Garderobe, sondern zeigte auch sonst keine Anzeichen seines inzwischen doch schon fortgeschrittenen Alters. Der Spagat klappte immer noch, Kilometergeld müßte er auch bekommen - nur mit seinem Saxophonspiel war er selbst nicht ganz zufrieden. Klar, die breite Masse in Balingen hat Knaller wie 'Tragedy', 'High School' oder selbst 'Boulevard Of Broken Dreams' nie gehört, doch Monroe, McCoy und ihre Helfershelfer bringen diese Songs immer noch derart authentisch rüber, daß jeder, der eine Party feiern wollte, dies mit HANOI ROCKS auch konnte! Und wie man sich über das "Tuntenoutfit" der Finnen aufregen, einige Stunden später aber begeistert TWISTED SISTER huldigen kann, wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben... Martin Römpp MIKE TRAMP'S WHITE LION Als jeder schon mit DIO rechnete, gab's dann doch noch eine Überraschung. Ein zweiter Special Guest, von dem niemand etwas wußte, enterte die Bühne - und schon bei den ersten Klängen von 'Lights And Thunder' setzte ein wahrer Pilgerstrom ein. Obwohl sich Mike Tramp seit Jahren fleißig und fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit immer wieder die Ehre in hiesigen Clubs gab, konnte man die WHITE LION-Klassiker seit der letzten Tour der Band im Jahre 1991 nicht mehr in der ursprünglichen Form erleben. Doch diesmal legte Tramp die Akustikgitarre zur Seite, holte sich mit Jamie Law einen ordentlichen Gitarristen und spielte sich durch ein Set, das ausschließlich aus Highlights der WHITE LION-Geschichte bestand. Natürlich waren weder Vito Bratta noch James Lomenzo oder Greg D'Angelo am Start, doch diese Herren hatten wahrlich genug Gelegenheiten, wieder an Bord zu springen. Und bei aller Liebe - die Fans wollten Tramp sehen und Tracks wie 'Hungry', 'Broken Heart', 'Fight To Survive' oder 'Lonely Nights' hören, und genau das wurde in herzerfrischender Art und Weise geboten. Gut, auf das GOLDEN EARRING-Cover 'Radar Love' hätten wohl alle verzichten können (Waaas? Das war 'ne Hammerversion, Du Banause! - Jagger), doch auch so werden sich viele Fans auf die von Mike angekündigte "Abschieds"-Tournee Anfang nächsten Jahres freuen, bei der er ein letztes Mal diesen Rückblick auf seine Vergangenheit tätigen möchte. Wenn er und seine Band sich dabei allerdings ähnlich begeisternd schlagen wie in Balingen, wäre es eigentlich eine Schande, diese neue Truppe wieder zu Grabe zu tragen... Martin Römpp DIO Mit den ersten Klängen dieses Auftrittes des wahren Königs der Sängergilde seit Walther von der Vogelweide bis zum dereinstigen Untergang der Menschheit erhielten die DIO-Musiker volle Aufmerksamkeit. Nach dem Opener 'Killing The Dragon' genoß der Meister sichtlich die "Dio, Dio"-Sprechchöre und bedankte sich artig: "Thank you so bloody much". 'Egypt (The Chains Are On)' ging nahtlos über in 'Stand Up And Shout', das obligatorische Drumsolo, 'Holy Diver' und 'Sunset Superman', bei dem an den von Dio dirigierten Stellen kollektiv mitgegrölt wurde. Die erste Ode an fremdbestimmte Tage hieß 'Man On The Silver Mountain'. Nach dem Gitarrensolo nannte der Sänger den guten Craig gar liebevoll "Goldini" und verbalisierte schließlich, was alle dachten: "Long Live Bang Your Head!!!... And Rock 'n' Roll!" Im Anschluß an 'Gates Of Babylon' glaubte man, dies wäre nur noch von 'Heaven And Hell' zu toppen, was auch prompt geschah. Überraschung (?) des Tages: 'Rainbow In The Dark' wurde enthusiastischer vom Publikum aufgenommen als die Klassiker von RAINBOW und BLACK SABBATH. Enttäuschung machte sich nur ob der zu kurzen Spieldauer breit. Den Status des absoluten Headliners kosteten ihn nach Ansicht einiger (semi-)professioneller Kritiker die zwei Soli in einem nur 75-minütigen Programm: der durchaus wirkungsvolle Drum-Krawall von Simon Wright und Craig Goldys Gitarrenspielereien zwischen sphärisch (zu Beginn) und heavy, teils mit tatkräftiger Unterstützung von Simon sowie Basser Rudy Sarzo und Tastenmensch Scott Warren. Doch letztlich ließe sich auch dies umdeuten: Welcher andere Star würde bei einem solch kurzen Set derart viel Zeit an seine angestellten Kollegen abgeben? Gesamtprädikat: ergreifend. Jörg Schulz TWISTED SISTER TWISTED SISTER waren zurück in Balingen und entfesselten den zweiten Sturm an diesem Tag. Im Gegensatz zum zerstörerischen "Good pisses on you hurricane" sorgte dieser Power-Sturm aber für Partystimmung, Jubel und frenetische Banganfälle im Publikum. Und die Herren SISTER hatten sich etwas ausgedacht, um den Abend zu etwas Besonderem zu machen. Allen voran Mister Charisma persönlich: Dee Snider zelebrierte das 1984 erschienende und letztens unter 'Still Hungry' wiederveröffentlichte Album 'Stay Hungry' - und zwar komplett. Genug zu bieten hat die Klassiker-Scheiblette ohnehin, um alle 20.000 Anwesenden in den Bann zu ziehen. Nicht nur der Titelsong, also eine der heftigsten und schnellsten TWISTED SISTER-Nummern überhaupt und das alles überragende 'We're Not Gonna Take It' wußten zu überzeugen. Egal ob die Ballade 'The Price', der slow Rocker 'Captain Howdy', das gutgelaunte 'Don't Let Me Down' oder 'Burn In Hell' mit dem genialen "Hear no evil - see no evil"-Mittelteil, es folgte ein Höhepunkt nach dem anderen und jeder einzelne wurde mitgesungen, als gäbe es kein Morgen. Und so wurden sie alle zu screaming and jumping motherfuckers. Nach Aussagen des Entertainmentwunders Dee seien in England angeblich bei der letzten Hüpfaktion alle umgefallen... na ja, Engländer halt. Selbst Jay Jay French trug seinen Teil zum Entertainment bei und beschwor den Spirit der 80er-Bands, bei denen, im Gegensatz zu all den Depressivos der Neuzeit, einfach nur Party angesagt war. Und genau das machte das Bang Your Head!!! auch. Bis die uralte I know 'It's only Rock'n Roll'-but-I-like-it-ROLLING STONES-Nummer, die längst zu einem TWISTED SISTER-Song geworden ist und 'You Can't Stop Rock 'n' Roll' den krönenden Abschluß eines trotz aller Widrigkeiten letztlich hervorragend gelaufenen Festivals und grandiosen Gigs bildeten. Sven Bernhardt
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Die inoffizielle
BYH!!!-Hymne Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:
YouTube-Video
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Am 30. und 31. Juli 2010 findet in Seebronn bei Rottenburg das fünfte ROCK OF AGES-Festival statt - mit FOREIGNER, GOTTHARD, GOLDEN EARRING, AXXIS und zahlreichen weiteren Bands sowie großem Rahmenprogramm für Familien. Weitere Informationen auf der ROCK OF AGES-Homepage.
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