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Noch steht unser eigener YouTube-Channel nicht - aber unser Freund Oliver "Bomber" Barth hat für Euch (und uns) schon einmal ein paar Impressionen vom BANG YOUR HEAD!!! 2009 zusammenge-schnitten.
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BYH!!! Rückblick 2005
Einleitung
Das zehnte Bang Your Head!!! ist vorüber und
wir sind um einen Sack voller Erfahrungen reicher - eine davon:
"Lobe den Tag nie vor dem Abend!"
Doch der Reihe nach...
Balingen rockte; es rockte wie noch nie! Eben so wie der oft beschworene
Leibhaftige himself, der uns einmal mehr auf den Fersen zu sein
schien. Dem nicht genug: Selbst der alljährliche Streß,
der nun mal ein ständiger Wegbegleiter eines solchen Events
ist, hielt sich anfangs in Grenzen.
Klar, auch dieses Jahr verbummelten ein paar Spezialisten in bester
SPINAL TAP-Manier ihren Flug, und auch sonst erinnerten einige Aktionen
diverser Herren an äußerst schräge Slapstick-Einlagen
vergangener Jahre. Doch gerade wegen dieser kleinen Geschichten,
wegen dieser sagenumwobenen Anekdoten, die im Normalfall nicht nach
draußen dringen, lieben wir das Gros der von uns gebuchten
Protagonisten.
Tage bevor es losgehen sollte, war das Bang Your Head!!! restlos
ausverkauft. Wer zu spät kam, den bestrafte das Leben oder
Stefan Glas (was nebenbei gesagt weitaus schlimmer ist...), der
die unzähligen Anrufe und Berge an E-Mail-Anfragen in seiner
stoischen Pfälzer Art beantwortete. Während Stefan, unsere
langhaarige Telefonschlampe, noch im Office schwitzte, bezog der
Rest des schlagkräftigen Teams seine neuen Behausungen auf
dem Festivalgelände. Horst, Ines, Jagger und Thomas machten
es sich in Containern gemütlich, die tagsüber im sonnenüberfluteten
Balingen Trost und Schatten spendeten. Ein... ähm... fettes
"Hail" geht daher an die unzähligen Container hinter
der Bühne!
Gegen Donnerstagabend war auch die letzte Schraube an der überdimensionalen
Bühne, an der zuvor tagelang herumgeschraubt wurde, angezogen.
Das, was da in den Himmel ragte, ist - wie viele der Musiker vor
Ort später bestätigten - mit der Grund, weshalb man sich
irgendwann mit Haut und Haaren der harten Rockmusik verschrieb.
Die Clubshow, sprich der Appetizer des Bang Your Head!!!, fand dieses
Jahr erstmals in Hechingen bei Balingen statt. Das rund 18 Kilometer
entfernte Städtchen unweit von Tübingen macht optisch
was her. Die archaische Ritterburg, die auf der Bergspitze thront,
schien unsereins permanent zu beobachten. Zu ihren Füßen
liegt das neue WOM, der Club bzw. dessen Betreiber, der uns seit
unseren Anfangstagen treu begleitet. Ehrensache, daß wir den
notgedrungenen Umzug von Balingen nach Hechingen mitmachten und
für die nach Live-Metal gierenden Fans einen Shuttle-Service
einrichteten. Die Geschichte hat sich definitiv gelohnt. DUNGEON,
CHRIS CAFFERY, METAL CHURCH (der erste Special Guest) und NASTY
SAVAGE gaben mächtig Gas.
Der Freitag trieb das ohnehin schon vor sich hin brutzelnde Hitzebarometer
nochmals in die Höhe. Wohin man schaute wurde geschwitzt, gehechelt
und nach Luft gejappst. Der Stimmung selbst tat dies natürlich
keinen Abbruch. Bands wie the one and only DESTRUCTION wurden gar
zur Freude aller jedem erdenklichen Metal-Klischee gerecht. Um die
Mittagszeit herum hieß es jedenfalls "Bang Your Balls!!!"
anstatt "Bang Your Head!!!": Mädels, die sich nackig
machten, wurden bei strahlendem Wetter zu fiesen Riffs von einem
blutverschmierten Metzger über die Bühne gejagt. Da lacht
der Metaller und der gemeine Voyeur grinst still vor sich hin.
Spätestens jetzt war die Party in vollem Gange. Horst, der
erst vor Ort entscheiden wollte, ob es nächstes Jahr noch ein
Bang Your Head!!! geben wird, glotzte wie ein gerade eingerittenes
Honigkuchenpferd, und er hatte allen Grund hierzu. Sämtliche
Bands, die an diesem Tag die Bühne erklommen, rissen sich nämlich
den Arsch auf; scheinbar nur um diesem denkwürdigen Jubiläums-Event
gerecht zu werden - doch hierzu an anderer Stelle mehr.
Und dann kam der große Regen...
Schlimmer noch: In der Nacht von Freitag auf Samstag schien die
Welt unterzugehen. Fünf ewigwährende Minuten genügten,
um Balingen zu ersäufen. Ein unsäglicher Jahrhundertsturm
tobte; ein zügelloser Orkan von einem vergleichbaren Ausmaß
wie die Stürme in dem Hollywood-Blockbuster 'Twister'. Stände
wurden im Handumdrehen weggespült oder wie der Rock Hard-Stand
dem Erdboden gleichgemacht.
Weiter im Text: Die Bühne und die PA wurden teilweise in Mitleidenschaft
gezogen. Mannshohe Absperrzäune hingen regelrecht in den Bäumen.
Und damit nicht genug: Zwei Campingplätze mußten von
rund 250 Einsatzkräften des DRK, des Technischen Hilfswerks,
der Polizei und der Feuerwehr evakuiert werden. Die völlig
durchnäßten und frierenden Fans wurden von den herbeigeeilten
Hilfskräften in flugs organisierten Notunterkünften untergebracht
und versorgt. Nach Polizeiangaben wurden in jener Nacht etwa 40
Fans leicht verletzt, meist deshalb, weil Zelte durch die Luft wirbelten.
Einen Fan jedoch, der es sich gerade auf dem Dixie-Klo bequem machen
wollte, überraschte der Sturm im ungünstigsten Augenblick.
Das beschissene Resultat: Ein unfreiwilliges Chemikalienbad, das
zum Glück keine bleibenden Schäden verursachte.
An dieser Stelle gebührt unser Dank den vielen Hilfskräften
vor Ort. Gute Besserung wünschen wir indes denen, die in jenen
vermaledeiten Minuten gesundheitlichen Schaden nahmen.
Nachdem das erste Stimmungstief gemeistert war und wir von den Technikern
erfuhren, daß es mit Verspätung weitergehen könne,
arbeiteten wir fieberhaft an sporadischen Lösungen für
diverse Probleme. So zum Beispiel mußten wir an die Spielzeiten
ran. Betroffen waren hiervon die ersten Bands des Billings. Um so
überraschender war das, was die jeweiligen Acts mit ihrer stark
beschnittenen Spieldauer hieraus machten. Nicht wenige sprachen
in dem Zusammenhang gar von einem akustischen Kraftakt, so als wenn
eine Fußballmannschaft nach 80 Minuten aussichtslos mit 0:3
hinten liegt und in den letzten zehn Minuten noch vier Tore schießt.
Adrenalin wurde freigesetzt, denn jedem war klar: The show must
go on!
Die Besucher sahen es nicht minder optimistisch. So als sei nichts
geschehen, ging man zum Feiern über. Makaberer Ausdruck hierfür:
Unser in weiser Voraussicht angefertigtes Festival-Shirt mit dem
Rückenaufdruck "I Survived Balingen 2005!" fand reißenden
Absatz...
Obendrein stand der Samstag im Zeichen bunter Vögel. Ein nostalgischer
Hauch der Achtziger wehte über Balingen und schob die letzen
aufkommenden Wolken zur Seite. Unsere Special Guests - allen voran
die extrem sleazigen HANOI ROCKS, Sebastian Bach & Dee Snider
höchstpersönlich - posierten um die Wette. Sebastian Bach
machte aber nicht nur vor der Linse eine außerordentlich gute
Figur. Der Mann mit dem großen Namen kümmerte sich gar
liebevoll um ein kleines krebskrankes Mädchen, das wir kurzerhand
nach hinten in den Artist-Bereich schleusten, damit es ein paar
Momente mit ihrem großen Schwarm verbringen durfte. Ein kleiner
Akt mit immens großer Wirkung, Meister Bach!
Apropos Akt: Einen haben wir noch! Horst, der morgens noch völlig
durch den Wind war, nutzte die Gunst der Stunde, um seiner Ines
den Bund fürs Leben abzuringen. Auf offener Bühne gab
Ines alles und willigte ein, was danach übrigens vom OB der
Stadt Balingen schriftlich dokumentiert wurde.
So oder so ein absolut denkwürdiges Festival, das nach dem
DIO-Auftritt seinen unmusikalischen Höhepunkt fand: Horst tat
kund, daß es 2006 weitergeht!
Ihn - und nicht nur ihn - hat die bedingungslose Hilfsbereitschaft
und das gegenseitige füreinander Dasein in der vorherigen Nacht
schwer und nachhaltig beeindruckt. Diesen Fans kann und konnte man
einfach keinen Wunsch abschlagen.
Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:
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