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BYH!!!-Impressionen auf YouTube
Noch steht unser eigener YouTube-Channel nicht - aber unser Freund Oliver "Bomber" Barth hat für Euch (und uns) schon einmal ein paar Impressionen vom BANG YOUR HEAD!!! 2009 zusammenge-schnitten.
Das aktuelle HEAVY ist ab sofort im Handel erhältlich: Mit SCORPIONS-Titelstory, JUDAS PRIEST, MASTERPLAN, ANNIHILATOR und vielem mehr! Inhalt und Leseproben...
Unser Amazon-Tip:
BYH!!! Rückblick 2004 Samstag
ICED EARTH
TESTAMENT
SEBASTIAN BACH
UFO
MAGNUM
DEATH ANGEL
LILLIAN AXE
OMEN
ANGEL
BALLISTIC
MAJESTY
MAJESTY
Es ist wahrlich keine einfache Aufgabe, den zweiten Bang Your Head!!!-Tag
zu eröffnen: Schließlich fordert der erste Tag unserer
Rockparty stets ihren Tribut, so daß es für die Fans
nicht gerade selbstverständlich ist, schon gegen 10 Uhr vor
der Bühne zu stehen, um die nächste metallische Dosis
einzufahren. Darüber hinaus absolvierten MAJESTY einen klassischen
Frühstart, da sie acht Minuten vor dem offiziellen Beginn loslegten,
was sie in die Lage versetzte, zwei zusätzliche Songs zu spielen.
Doch wer in diesem Jahr den Opener verpennte, hatte echt was verpaßt!
Glücklicherweise folgten so viele Fans wie noch nie zuvor dem
verlangenden Ruf der Stimmbänder, Stahlsaiten und Trommel...,
äh Drumfelle und sorgten für eine unglaubliche Stimmung:
Auf dem bis zum FOH-Turm gutgefüllten Platz wurden die Fäuste
nach oben gerissen und frenetisch mitgesungen, wozu sich das eingängige
MAJESTY-Material natürlich bestens eignete. Doch nicht nur
Gassenhauer wie 'Into The Stadiums', 'Keep It True', 'Sword &
Sorcery', 'Metal To The Metalheads', 'Heavy Metal Battlecry', 'Reign
In Glory', 'Metal Law' oder 'Hail To Majesty' (hoppla, das war gerade
die komplette Setlist...), sondern auch die Band trug ihren Teil
bei: Fronter Tarek Maghary war bei seinem Dienst am Fan permanent
auf der Rampe unterwegs, um direkten Blickkontakt zu halten und
das neue Saitenteam Rolf Munkes, Björn Daigger und Marcus Bielenberg
strahlte eine Menge Spaß aus. Zudem spielten sie hervorragend
untereinander und mit der neben Tarek letzten verbliebenen "Alt-Majestät",
Drummer Michael Gräter, zusammen, vor allem wenn man bedenkt,
daß Björn erst wenige Wochen zuvor zu MAJESTY gestoßen
war. Das alles läßt nur eine Schlußfolgerung zu:
MAJESTY waren der bislang beste BYH!!!-Opener. Und einer der Höhepunkt
des diesjährigen Festivals. Basta. Stefan Glas
BALLISTIC
Das BALLISTIC-Debüt war letztes Jahr eines meiner persönlichen
Lieblingsalben und nachdem Mainman Tom Gattis beim BYH!!! 2003 nur
zur Vorab-CD-Präsentation laden konnte, hatte er diesmal seine
komplette Band mitgebracht, die neben den von der CD bekannten Petio
Petev (g), Rikard Stjernquist (d, JAG PANZER) und Tim O'Connor (b,
Ex-TENSION) um Sänger Tony Taylor (TWISTED TOWER DIRE) aufgestockt
worden war. Falls man den BALLISTIC-Gig allerdings mit dem Rücken
zur Bühne verfolgt hat, so muß einem diese Neuerung nicht
unbedingt aufgefallen sein, denn Tony sang die Songs in perfekter
Art und Weise und klang oftmals sehr nach Toms Original-Vocals.
Die bekam das - von MAJESTY ordentlich aufgeweckte und offenbar
schon am frühen Morgen US-Metal-geile - Publikum aber nur noch
beim alten TENSION-Kracher 'Wrecking Crew' zu hören, welcher
sich hervorragend in einen äußert überzeugenden
Auftritt einfügte. Ich war ja vorher auch skeptisch, ob Tonys
Gesang, den ich nur von den eher epischen TWISTED TOWER DIRE gewöhnt
war, zu BALLISTIC passen würde, aber wer in Balingen gehört
hat, wie der Mann 'Silent Killer', 'Threshold Of Pain', 'Corpse
Stacked High' oder 'Call Me Evil' intoniert hat und noch dazu sehr
agil als Vorzeigefronter agierte, der wird mir zustimmen, wenn ich
sage: Das paßt! HELL YEAH! Das hätte auch der kurzfristig
angekündigte Harry 'Tyrant' Conklin nicht besser machen können.
Well done Mr. Taylor! Well done BALLISTIC! Martin Brandt
ANGEL
Die fünf Amis hoben Anfang der siebziger Jahre ab und wurden
einige Zeit als Gegenstück zu KISS betrachtet, deren genialer
Selbstvermarktungshäuptling Gene Simmons sie Casablanca Records
empfahl. Die Musiker machten dem Bandnamen auch visuell alle Ehre,
traten sie doch in weißen Anzügen mit passend dezentem
Make-up auf und inszenierten perfekte Abgänge in gleißendem
Licht. Doch ihre späteren Pop-orientierten Songs hinkten den
kommerziellen Erwartungen ebenso hinterher wie ihr anfänglicher
US-Rock. 1980 ging die Plattenfirma unter und ANGEL mit ihr. Im
Jahr 2004 hat die Band immerhin wieder zwei Mitglieder aus früheren
Tagen an Bord: Shouter Frank Di Mino und Kessel-Spezi Barry Brandt.
Die Neuzugänge wurden dem übrigens optisch gerecht, wobei
man sich fragen kann, ob die alten Recken jünger aussehen oder
umgekehrt. Keyboarder Michael Ross nutzte nicht nur seinen Bonus
als Schönling der Band, um mit den Mädels zu flirten.
Er wob vor allem den Klangteppich, auf dem sich die anderen Instrumente
entfalten konnten. Die musikalische Verbindung von epischen und
Rockelementen funktionierte hervorragend, begonnen mit dem bombastischen
Intro, übergehend in das majestätische 'Tower', bis zum
straighteren 'Broken Dreams', 'Fortune' und vor allem dem Kracher
'Rock & Rollers' sowie 'Feelin' Right', bevor das getragene
'Angel Theme' die Show beendete. Die Jungs waren in steter Bewegung,
Frontmann Frank gut bei Stimme und agiler Mittelpunkt der (leider
zu kurzen) Show. Und irgendwie kamen beim Publikum sogar die eigentlich
doch antiquierten weißen Seidenanzüge nebst den Schuhen
mit Plateausohlen gut an. Jörg Schulz
OMEN
Im Vorfeld der OMEN-Show hatte Mastermind und Gitarrist Kenny Powell
versprochen, vorrangig Material aus der 'Battle Cry'-Ära in
der Setlist unterzubringen. Den zur Mittagszeit überraschend
zahlreich anwesenden OMEN-Jüngern war das nur recht und als
das Quartett dann schließlich nach dem bekannten Intro mit
'The Axeman' den Reigen eröffnete, sangen vor der Bühne
hunderte Fans um die Wette. Es folgte Kracher auf Kracher. Neben
'Death Rider', 'Dragons Breath', 'In The Arena' und 'Battle Cry'
wurden aber natürlich auch Stücke von 'Warning Of Danger'
und 'The Curse' berücksichtigt, wenn hier auch nicht ganz so
ausschweifend wie eben beim Debüt. Das aktuelle Album 'Eternal
Black Dawn' wurde dann ebenfalls via Titelstück und '1000 Year
Reign' bedacht, wobei einmal mehr auffiel, daß die neuen Songs
live um einiges geiler daherkommen, als auf besagter CD. Egal, die
Band wurde nach allen Regeln der Kunst abgefeiert und auch wenn
so mancher Hardrock- oder Thrash Metal-Anhänger in den hinteren
Rängen irritiert den Kopf schüttelte, OMEN waren einfach
nur geil! Allen voran natürlich Kenny Powell, der von dem positiven
Feedback sichtlich angetan war und die Meute immer wieder anfeuerte.
Aber auch Sänger Kevin Goocher hat sich inzwischen einigen
Respekt erarbeiten können. Schön war auch, daß man
dem im letzten Jahr verstorbenen J.D. Kimball auch von Seiten der
Band Respekt zollte und sich einen kurzen Moment an eine der wohl
charismatischsten Stimmen der gesamten US-Metal-Szene erinnerte. Kai Wollwert
LILLIAN AXE
1993 lieferten LILLIAN AXE auf ihrer einzigen Europatournee überall
phänomenale Auftritte ab, doch danach versank die Band ziemlich
in der Versenkung. Eine Scheibe mit alten Aufnahmen, ein paar Konzerte
in ihrer Heimatstadt New Orleans samt daraus resultierender Liveplatte,
doch ansonsten wenig Hoffnung, die Truppe um Stevie Blaze jemals
wieder in unseren Breitengraden in Aktion zu sehen. Kein Wunder
also, daß die Freude bei den Fans riesig war, als LILLIAN
AXE die Zusage zum BYH!!! gaben - und der Schock kurze Zeit später
um so größer, als Sänger Ron Taylor seinen Ausstieg
verkündete! Immerhin konnte der Mann dazu überredet werden,
zumindest noch die Show in Balingen zu absolvieren - und Herr Taylor
hätte sich garantiert in den Arsch gebissen, wenn er sich diese
Chance hätte entgehen lassen! Denn obwohl die Band in Deutschland
nie zu den Topsellern gehörte, waren eine Menge Fans vor der
Bühne, um diesen letzten gemeinsamen Auftritt mitzuerleben
- einen Auftritt, der es noch unverständlicher macht, wieso
Ron ausgerechnet jetzt das Handtuch werfen will. Die Südstaatler
klangen so gar nicht nach einer "Freizeitband", die nur
noch ab und zu gemeinsam die Bretter entert - dazu kamen Kracher
wie 'Crucified', 'All's Fair In Love And War' oder 'Mercy' einfach
zu tight und perfekt aus den Boxen. Auch in Sachen Stageacting konnte
man nicht meckern, vor allem Basser Darrin DeLatta und Bandkopf
Stevie Blaze zeigten, daß LILLIAN AXE keinesfalls zur Altherren-Fraktion
gezählt werden können. Schade, daß die euphorischen
Reaktionen Ron Taylor trotzdem nicht umstimmen konnten und wir Songs
wie 'Deepfreeze' oder das gigantische 'The World Stopped Turning'
wohl nie mehr von ihm zu hören bekommen... Martin Römpp
DEATH ANGEL
Die Todesengel um Ober-Spring-Ins-Feld Mark Osegueda legten mit
dem fulminanten Opener ihres neuesten Albums 'Thrown To The Wolves'
gleich gehörig los, bevor sie mit 'Voracious Souls' von 'Ultra-Violence'
eine Old School Thrash-Salve der tödlichsten Art abfeuerten.
Von da an hatten die perfekt aufeinander eingespielten Amis beim
Publikum eigentlich schon gewonnen. Mit 'Mistress Of Pain', 'Evil
Priest' (beide von 'The Ultra-Violence') 'Bored' (von 'Frolic Through
The Park') sowie 'Disturbing The Peace', 'Seemingly Endless Time',
'Stagnant' (alle von 'Act III'), 'Thicker Than Blood' (von 'The
Art Of Dying') und zum Abschluß 'Kill As One' (wieder 'The
Ultra-Violence') legten sie Stein auf Stein für einen der großartigsten
Auftritte beim diesjährigen Bang Your Head!!!. Die Jungs agierten
mit einer grandiosen Energieleistung auf der Bühne und auch
musikalisch waren nicht die geringsten Schwächen zu erahnen.
In dieser Liveverfassung spielt die reformierte Band 90 Prozent
der Konkurrenz locker an die Wand. Das absolut begeisterte Publikum
dankte es den Jungs mit massiven, nicht enden wollenden - aufgrund
des straffen Zeitplans jedoch leider vergeblichen - Zugaberufen.
Glücklicherweise konnten sich die Maniacs bereits am Vorabend
des Festivals eine noch höhere Dosis DEATH ANGEL einfahren.
Egal, ob im Club oder der großen Bühne DEATH ANGEL sind
eine Live-Macht!
Martin Brandt
MAGNUM
Die Sonne schien, der Jacky lief prächtig, was konnte es also
schöneres geben, als eine Greatest Hits-Show von einer der
besten Hardrock-Formationen aller Zeiten? Das dachten sich wohl
auch MAGNUM selbst und stiegen so, motiviert bis in die Knochen,
mit einer gänsehauterregenden Version von 'All Englands Eyes'
in ihren Gig ein. Sänger Bob Catley hatte sich sein flatterndes
weißes Hemd wahrscheinlich erst kurz vor dem Auftritt von
ANGEL geliehen, jedenfalls stand es ihm prächtig und überhaupt
hat sich der gute Mann in den letzten 20 Jahren optisch wie stimmlich
so gut wie überhaupt nicht verändert. Das kann man von
Gitarrist Tony Clarkin zwar nicht gerade behaupten, aber auch dieser
scheint sich ja nun endlich wieder mehr zu den eigenen Großtaten
aus frühen und mittleren Achtzigern zu erinnern. So gab es
eine gelungene Mischung von Klassikern wie 'How Far Jerusalem' oder
'Les Morts Dansant' sowie Material jüngeren Datums. Aus dem
dieser Tage zur Veröffentlichung anstehenden Langeisen 'Brand
New Morning' wurden gleich zwei Songs vorgestellt, die sich überraschend
gut mit den Klassikern von MAGNUM vertrugen und sich so perfekt
in das Set einreihten. Mit 'Kingdom Of Madness' war der schöne
Spuk dann leider viel zu schnell vorbei. Wo blieben so gern gehörte
Nummern à la 'The Spirit', 'The Teacher' oder 'Just Like
An Arrow'? Na ja, dann pilgert man eben auch noch zu der wohl bald
statt findenden Tour, gelle?! Kai Wollwert
UFO
Der Fünfer um Baßmann Pete Way und Sänger Phil Mogg
hat sein aktuelles Tourneeprogramm nur ein wenig zusammengestrichen,
um auf die ihm zugestandene Stunde zu kommen. Damit waren Überraschungen
eigentlich ausgeschlossen: Los ging's mit 'Mother Mary', weiter
mit 'Let It Roll', 'Daylight Goes To Town', 'I'm A Loser' und 'This
Kidds'. Doch mit 'Only You Can Rock Me' zündete es endlich
bei der Band. Mogg riß sich das Shirt vom Leib, Jason Bonham
stand auf und bearbeitete die Becken mit Wucht und Vinnie Moore
steuerte ein vorzügliches, hartes Gitarrensolo ohne Schnörkel
bei. Bei 'Love To Love' spielte er besonders gefühlvoll abwechselnd
auf elektrischer und Wandergitarre, derweil der verrückte Pete
den Laufsteg nutzte, die Leute zum Mitmachen animierte und schließlich
im Liegen weiterspielte. Im nächsten Liedchen 'Too Hot To Handle'
bediente er sein Instrument hinter dem Rücken. Vorher hatte
der Shouter, der gut bei Stimme war, seine Deutschkenntnisse zum
besten gegeben: "Danke schön, bitte schön, ein Bier
bitte." Und wer hob demonstrativ seine Büchse mit Gerstensaft
zu diesen Worten? Richtig, Kollege Way, der sich während 'Lights
Out' wieder hinschmiß. Ansonsten lebte dieses Stück von
den kurzen, knackigen Keyboard-Parts des Paul Raymond und einer
ungewohnten Lebendigkeit der nur durch Haut und Knochen zusammengehaltenen
Bandstimme. 'Rock Bottom' und 'Doctor Doctor' entwickelten sich
nicht gerade zum Grande Finale, stellten aber immerhin einen achtbaren
Schlußpunkt unter einen Gig dar, dessen witzigster Protagonist
definitiv der durchgeknallte Basser war. Jörg Schulz
SEBASTIAN BACH
Er kam, sah und siegte! Anders kann man den Auftritt von Sebastian
Bach nicht beschreiben, denn was der baumlange Kanadier in Balingen
auf die Bretter gelegt hat, war für viele - mich eingeschlossen
- der Höhepunkt des diesjährigen Festivals. Daß
Bach ein prima Entertainer ist, daran bestand nie ein Zweifel -
doch daß der Mann nicht nur körperlich, sondern auch
stimmlich mit seinen inzwischen 37 Jahren fit wie ein Turnschuh
ist, war schon überraschend. Schließlich lieferte der
Frauenschwarm in früheren Jahren live oft eine gesanglich eher
durchwachsene Vorstellung ab - doch jahrelanges Broadway-Training
scheint Bachs Stimmbändern gut getan zu haben, denn als der
Hüne mit 'Slave To The Grind' die Bühne stürmte,
schrie, röhrte und sang er wie ein junger Gott. Wild headbangend
und das Mikro wie ein Wahnsinniger am Kabel durch die Botanik schleudernd,
riß Seppl die Menge vom ersten Ton an mit und feierte einen
wahren Triumphzug! Klar, mit Klassikern wie 'Youth Gone Wild', '18
And Life', 'I Remember You' oder 'Monkey Business' im Gepäck
kann man nicht viel falsch machen, und auch Bachs Begleitband -
diesmal noch mit Ex-ANTHRAX und zur Zeit MEAT LOAF-Gitarrero Paul
Crook - war über jeden Zweifel erhaben. Vor allem Basser Brian
'Cheeze' Hall brach unzählige Frauenherzen. Musikalisch gab's
mit 'Always & Never The Same' einen neuen Song zu hören,
und auch der 'Rocky Horror Picture Show'-Gassenhauer 'Time Warp'
war ein echtes Highlight. Ein rundum glücklicher Sebastian
Bach sprach später von der "besten Show meiner Solokarriere"
- kein Wunder, denn die völlig begeisterten Fans wollen ihn
garantiert schnellstmöglich wiedersehen... Martin Römpp
TESTAMENT
Rückblickend war der Co-Headliner TESTAMENT leider das große
Ärgernis des Bang Your Head!!! 2004. Zuerst überzog die
Band die ihr zustehende Umbaupause um ganze 25 Minuten, was für
die Organisation eine mittlere Katastrophe darstellte, da ja bekanntlich
um 23.00 Uhr in Balingen Ruhe herrschen muß und für jede
überzogene Minute eine saftige Strafe fällig wird. So
wurde der Tourmanager von TESTAMENT mehrmals und deutlich aufgefordert,
nun endlich mit dem Konzert anzufangen, was der gute Mann aber wohl
nicht an seine Band weitergeben wollte. Als die Mannen um Frontmann
Chuck Billy dann endlich mit ihrer Arbeit anfingen, wurden das gesamte
Festival Areal mit einem Soundmatsch überflutet, der die Songs
praktisch vollkommen verzerrte und quasi unanhörbar machte.
Man hatte wirklich Schwierigkeiten, Songs wie 'The Haunting', 'Over
The Wall' oder 'Electric Crown' zu erkennen. Wie dem auch sei, da
die Band zu spät angefangen hatte, mußte sie damit leben,
nur ein gekürztes Set spielen zu können, obwohl der Headliner
ICED EARTH bereits freiwillig auf zwei Songs verzichtete, um die
magische 23.00 Uhr Grenze nicht überschreiten zu müssen.
TESTAMENT selbst dachten allerdings gar nicht daran, ihren Kram
einzupacken, sondern spielten fleißig drauf los. Selbst als
ihnen der Strom abgedreht wurde, zockten sie noch eine Weile weiter,
bis sie endlich die Bühne freigaben. War wirklicht nicht das
Gelbe vom Ei, leider! Kai Wollwert
ICED EARTH
Die Wellen schlugen hoch, als wir ICED EARTH als Samstagsheadliner
bekanntgaben und lösten eine engagiert geführte Pro-und-Contra-ICED
EARTH-Debatte aus - ähnlich wie es auch nach der Veröffentlichung
der neuen Platte 'The Glorious Burden' geschehen war, die äußerst
kontrovers diskutiert worden war. Doch nachdem ICED EARTH aufgrund
von Jon Schaffers Rückenproblemen ihre Europatournee hatten
absagen müssen und nach der Besserung von Jons gesundheitlichen
Problemen zunächst ihre Amerikadates wahrnahmen, sollten wir
beim Bang Your Head!!! zum ersten Mal auf deutschem Boden die Möglichkeit
erhalten, die "neuen" ICED EARTH kritisch zu beäugen
und herauszufinden, wie der "Ex-Ripper", Tim Owens, sich
gebärdet, wenn er nicht mehr in das priesterliche Korsett gezwängt
ist. Doch zunächst mußten einige logistische Klippen
genommen werden, die aufgrund der zuvor geschilderten Verzögerungen
bei TESTAMENT aufkamen. So geht zunächst ein Lob an die Bühnencrew,
die den Umbau in Rekordzeit bewältigte; immerhin galt es neben
den normalen Arbeiten unter anderem sechs Kanonen auf die Bühne
zu schieben und mit Pyros zu bestücken. Außerdem erklärte
sich die Band frühzeitig bereit, zwei Songs aus ihrem Set zu
streichen, was wahrlich keine Selbstverständlichkeit war, so
daß der strikte Zeitrahmen, der in Balingen gesteckt ist,
eingehalten werden konnte. Folglich war die Uhr schon gefährlich
nahe an 22 Uhr herangetickt, als ICED EARTH beginnen konnten. Und
die Truppe spielte fraglos eine würdige Headlinershow, an der
man jedoch einige Kritikpunkte festmachen mußte: Stimmlich
besser denn je zuvor, enttäuschte Tim showtechnisch, da er
sich nahezu ausschließlich hinter seinen Monitorboxen aufhielt
und allenfalls gelegentlich einen kurzen Ausflug zum Rand der Bühne
wagte - da konnten wir im Laufe der beiden Tagen ganz andere Frontmann-Kaliber
bestaunen. Unzufriedenheit gab es bei etlichen Fans auch wegen der
Setlist, die sich noch weitere der alten ICED EARTH-Granaten gewünscht
hätten - die jedoch vielleicht der Setkürzung zum Opfer
gefallen waren. Allerdings nahm allein die Zugabe 'Gettysburg (1863)',
bei der Jon und sein Gitarrengegenpart Ralph Santolla zum Thema
passend in Bürgerkriegsuniformen auf die Bühne kamen,
fast 20 Minuten in Anspruch, so daß für Trips in die
Vergangenheit nur wenig Zeit blieb. Daher konnten ICED EARTH keinesfalls
mit dem Vorjahresheadliner TWISTED SISTER mithalten - was man auch
daran sah, daß etliche Fans nach Abschluß des Sets sofort
'We're Not Gonna Take It' anstimmten - hatten aber dennoch eine
spielerisch und gesanglich einwandfreie Show abgeliefert. Erfreulich
war zudem, daß sich das Ausleben von Jon Schaffer Pro-Amerikanismus,
was in den letzten Monaten vielen sauer aufgestoßen war, in
Grenzen hielt (Die Entgleisungen eines gewissen Sean Peck waren
in dieser Hinsicht wahrhaftig genug...) Darüber hinaus nötigt
es mir allen Respekt ab, daß Jon den Gig bestritt, obgleich
sein Rücken ihm schon beim Gehen heftige Schmerzen bereitete
und er erst Stunden nach den anderen Musikern zusammen mit seinem
Physiotherapeuten auf dem Gelände ankam, da Jon besonders schonend
transportiert werden mußte. Hoffen wir, daß Jon bis
zur Tour Ende des Jahres vollständig genesen sein wird und
ICED EARTH uns mit neuer Energie versehen mit einem kompletten Set
erfreuen können. Stefan Glas
Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:
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Am 30. und 31. Juli 2010 findet in Seebronn bei Rottenburg das fünfte ROCK OF AGES-Festival statt - mit FOREIGNER, GOTTHARD, GOLDEN EARRING, AXXIS und zahlreichen weiteren Bands sowie großem Rahmenprogramm für Familien. Weitere Informationen auf der ROCK OF AGES-Homepage.
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Besucher unter 16, die ohne Eltern zum BYH!!!-Festival kommen möchten, können dies mit einer Begleitperson tun, die von den Eltern einen Erziehungsauftrag erhält.
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