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BYH!!!-Impressionen auf YouTube
Noch steht unser eigener YouTube-Channel nicht - aber unser Freund Oliver "Bomber" Barth hat für Euch (und uns) schon einmal ein paar Impressionen vom BANG YOUR HEAD!!! 2009 zusammenge-schnitten.

BYH!!! Impressionen 2009 auf YuTube



Das aktuelle HEAVY
Das aktuelle HEAVY ist ab sofort im Handel erhältlich: Mit SCORPIONS-Titelstory, JUDAS PRIEST, MASTERPLAN, ANNIHILATOR und vielem mehr!

Inhalt und Leseproben...



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BYH!!! Rückblick 2001...
FREITAG, 29. Juni 2001


JUDAS PRIEST
 SAVATAGE
 URIAH HEEP
 ROSE TATTOO
 ARMORED SAINT
 KREATOR
 VICIOUS RUMORS
 KAMELOT
 BRAINSTORM
 SOLITUDE AETERNUS
 TIERRA SANTA



Während am frühen Freitagmorgen leider noch etliche Hundertschaften mit den Problemen beim Einlaß zu kämpfen hatten, gingen zu dieser metaluntypischen Stunde die Spanier von TIERRA SANTA als erstes auf die Bühne, um der zunächst noch spärlichen Meute so richtig einzuheizen. Die wenigen, die das Glück hatten, sich bereits auf das Gelände gekämpft zu haben, nahmen den südeuropäischen Fünfer dann auch dankbar an. Die Truppe bot eine gute halbe Stunde lang einen lockeren Querschnitt durch ihre bisher veröffentlichten Alben, wobei der Schwerpunkt naturgemäß auf dem aktuellen 'Tierras De Leyenda' lag. Schade, daß aufgrund der naturgemäß etwas knappen Spielzeit nicht die Bandhymne 'Tierra Santa' vom gleichnamigen Debüt erschallen konnte. Aber da es die Iberer auszeichnet, daß ihre Alben mit gleichmäßig hochwertigem Material bestückt sind, kamen auch Tracks wie 'Legendario' oder 'Septima Estrella' planmäßig zur Geltung. Die oft recht MAIDEN-lastige Gitarrenarbeit tat mit ihrer eingängigen Heavyness ein übriges, um diesen Opening Act zu einem der wirklich guten seiner Art zu machen. Besonders Sänger Angel zog bei den bereits einsetzenden südländischen Hitzeattacken die Aufmerksamkeit auf sich, war aber durch das gleichzeitige Bedienen der Sechssaitigen naturgemäß am Mikroständer gefangen. Und da liegt noch das große Manko bei TIERRA SANTA. Das Stageacting ist gleich null, jeder spielt sauber seinen Part und verschanzt sich dabei hinter seinem Instrument; peinlichst darauf bedacht, ja nicht den Bierdeckel, den man sich offenbar als Aktionsradius auserkoren hat, zu verlassen. Etwas mehr an Bewegung und Kommunikation mit den Fans muß da noch kommen, Jungs! Ansonsten eine feine Sache, der man mehr Publikum gewünscht hätte, welches die Truppe vielleicht noch zu etwas mehr Betrieb auf der Bühne animiert hätte.
Arno Hofmann



"What do you do here that early, we are not that good!" Bescheidenheit mag ja eine Tugend sein, aber da hat der gute John Perez doch gewaltig untertrieben, als er sich sehr erstaunt zeigte, daß sich um 10.45 Uhr bereits etliche Fans versammelt hatten, um die Kult-Doomer abzufeiern. Daß Doom Metal natürlich eigentlich in der grellen Sonne nicht gerade perfekt plaziert ist, dürfte klar gewesen sein, doch das hat die Texaner nicht weiter gestört. So haben sie einen durchaus mitreißenden Gig abgeliefert, der so manchen Hit offenbarte. Songs wie 'Hourglass' oder 'Days Of Prayer' sind auch bei brütender Hitze überaus genial, und zehren vor allem von der unglaublichen Ausstrahlung vom neuerdings kurzgeschorenen Ausnahmesänger Robert Lowe. Daß allerdings ausgerechnet die übrige Setlist zu wünschen übrig ließ, ist doch sehr schade und der einzige wahre Wehrmutstropfen. Denn wenn Göttersongs wie 'Opaque Divinity', 'Eternal', 'Destiny Falls To Ruins' oder 'Where Angels Dare To Tread' fehlen, dann ist das schon fast unverzeihlich! Aber Schwamm drüber, denn gut war der Auftritt auf jeden Fall, und das zeigten auch die Reaktionen der Fans.
Hage



Schon nicht schlecht, was die Schwabenbrüder da in der Mittagshitze auf die Bretter brachten. Kaum eröffneten sie mit 'Crush Depth' ihre rund vierzigminütige Show, da reagierten die aufgeweckten Metaller durchweg positiv auf die Darbietung der Mannen um Gitarrist Todde Ihlenfeld, die sich mehr als achtbar aus der Affäre zogen. Dabei spielten BRAINSTORM sich quer durch die bisherigen drei Alben: 'Holy War', 'Maharaja Palace', 'Tear Down The Walls' und 'Demonsion' wurden exakt und immens spielfreudig in das Rund gedrückt, bevor die Jungs mit 'Blind Suffering' dem Publikum einen Track vom kommenden Album 'Metus Mortis' boten, der anständig aufgenommen wurde: Feuertaufe bestanden. Allen voran konnte Sänger Andy B. Frank (ebenfalls Stimme der SYMPHORCE-Proggies und Nachfolger von METALIUMs Henne) seinen positiven Albumeindruck auch live voll bestätigen. Wie auch der Rest der Bande, die sich auch auf der ungewohnt großen Bühne sichtlich wohl fühlten und mit anständigem Sound im Rücken einen tighten, anerkennenswerten Gig hinlegten, für den sie lautstarken Applaus ernteten. Nachdem dann der letzte Song 'Liar's Edge' den Auftritt beendet hatte, waren viele positiv überrascht oder schlicht in ihrem Fansein bestätigt. Thumbs up for BRAINSTORM!
Sven Bernhardt



Nachdem 'Karma' für mich eines der absoluten Highlights des laufenden Jahres darstellt, war ich auf die erste Live-Präsentation der sehr detailverliebten Stücke sehr gespannt. Doch leider muß ich dem Vierer bescheinigen, daß mein früherer Kritikpunkt auch in Balingen wieder voll zum Tragen kam: Die Band schafft es einfach nicht, mit nur einer Gitarre den komplexen Sound der Alben zu reproduzieren. Vielleicht täte Thom Youngblood gut daran, sich wenigstens für die Gigs einen zweiten Klampfer mit ins Boot zu holen, denn wenn er - wie in Balingen geschehen - auch noch einen klangtechnisch schwachen Tag erwischt und die Keyboards die entstehenden Löcher nicht flicken können, klingen epische Meisterwerke wie 'Forever', 'Karma' oder auch 'The Fourth Legacy' einfach ein wenig schwach auf der Brust. Ein Ausdruck, der auch auf die stimmliche Verfassung von Roy Khan zutraf, der manchmal ein wenig Probleme zu haben schien, die korrekten Tonlagen zu treffen - oder lag das nur am schweißtreibenden Outfit des Norwegers, der bei brütender Hitze im langen Mantel die Bühne enterte? Anyway, daß der Junge es besser kann, hat er schon bei vergangenen Konzerten bewiesen, und jeder kann ja mal einen nicht ganz so perfekten Tag erwischen. Der Stimmung im Publikum taten diese Mängel übrigens keinen Abbruch, denn KAMELOT wurden von ihren Anhängern gut abgefeiert. Schön auch, daß es trotz der knappen Spielzeit zu einem Abstecher in frühere Gewässer gereicht hat und mit 'Call Of The Sea' ein alter Band-Klassiker ins Programm genommen wurde. Mit 'Nights Of Arabia' beendeten KAMELOT dann einen Gig, der die Fans zufriedengestellt und doch einige Fragen aufgeworfen hat - Fragen, die sich vielleicht auch die norwegisch-amerikanische Truppe in einer ruhigen Minute mal stellen sollte, wenn ihr was daran liegt, ihre superben Platten auch live erstklassig zu präsentieren...
Martin Römpp



Der Auftritt auf der eigentlichen Bang Your Head!!!-Bühne war dann das dritte Mal, daß ich die Kalifornier innerhalb von drei Wochen erleben durfte (nach dem Gig beim Classic Metal-Festival und dem furiosen Clubauftritt vom Vortag) und leider geriet gerade dieser Gig zum schwächsten des VICIOUS RUMORS-Hattricks. Das kann man zum einen daran festmachen, daß mit 'March Or Die', 'You Only Live Twice' und 'Don't Wait For Me' drei altgediente Kracher aus dem Set gekürzt wurden. So wie sich die Jungs auf dem Bang Your Head!!! präsentiert haben, sei es auf der Bühne oder während der gesamten zwei Tage (immer im Publikum präsent und wirklich fannah, Autogramme hier und Fotos da), kann man ihnen wirklich nur ein supergroßes Kompliment machen. Sie stehen meiner Meinung nach kurz davor, richtig viel verlorenen Boden wieder gut zu machen. Da dürfen solche Anfängerfehler einfach nicht passieren und alle Anwesenden wissen genau, welche drei Stücke sich die Jungs um Urgestein Geoff Thorpe hätten sparen sollen. Und ich hoffe, nach den grandiosen Resonanzen, die die Band (zu Recht!) für ihre energiegeladene Performance von Klassikern wie 'Abandoned', 'Digital Dictator' oder auch 'Down To The Temple' erhalten hat, wissen sie, was für eine Art von Musik wir Fans von ihnen in Zukunft erwarten. Und irgendwo im Metal-Himmel war Sangesgott Carl Albert bestimmt mächtig stolz auf seinen Nachfolger Brian O'Conner, der seine Sache mehr als gut machte.
Martin Brandt



Eines DER Highlights des diesjährigen Festivals war eindeutig der Auftritt des wiedererstarkten Thrash-Urgesteins um Mille Petrozza. Denn nach dem für KREATOR-Verhältnisse eher schwachen 'Endorama'-Album scheinen sich die Ruhrpott-Recken tatsächlich wieder auf ihre alten Stärken zurückzubesinnen. Wie läßt es sich sonst erklären, daß sich in der Setlist ein Knaller an den anderen reihte? Eröffnet mit dem 'Coma Of Souls'-Kracher 'Terror Zone' folgten bei vorzüglich druckvollem Sound mit 'Phobia', 'Extreme Aggression', 'Renewal', 'Lost', 'Leave The World Behind', 'Pleasure To Kill' und 'People Of The Lie' nur Songs, die auch auf jede Best Of-Scheibe der Jungs gehören! Was dann aber folgte, war die größte Überraschung: KREATOR präsentierten mit 'Servant In Heaven/King In Hell' (was für ein genialer Titel!) einen brandneuen Track, der einen absoluten Hammersong darstellt! Wenn das restliche neue Material dieses Level halten kann, dann steht uns wohl eine superbe Killerscheibe ins Haus. Zum Ausklang des mitreißenden Gigs hämmerten Mille und Co. noch 'Terrible Certainty' und ein Medley aus 'Flag Of Hate' und 'Tormentor' unters begeisterte Volk, und wurden verdientermaßen lautstark abgefeiert. Ich möchte gar behaupten, daß KREATOR mit diesem Auftritt das Highlight des ersten Tages waren, auch wenn da noch Bands wie SAVATAGE und JUDAS PRIEST folgten. Basta!
Hage



Wenn es eine Band gibt, auf die man sich bei Konzerten immer hundertprozentig verlassen kann, dann sind das ohne Zweifel ARMORED SAINT! Egal, ob die Truppe in einem versifften Club oder wie in Balingen auf einer großen Bühne auftritt - sobald der obligatorische Opener 'March Of The Saint' über die Anwesenden hereinbricht, gibt es vor und auf derselben kein Halten mehr. Über die Livequalitäten der Amis noch großartige Worte zu verlieren, erübrigt sich eigentlich - denn daß die Herren Bush, Vera, Duncan, sowie die beiden Sandoval-Brüder neben permanenter Bangerei auch noch in richtiger Pose zu rocken wissen, hat sich wohl schon herumgesprochen. Allerdings haben sich die Burschen für ihren einzigen Euro-Abstecher des Jahres 2001 einige Specials einfallen lassen - so gab's mit 'Real Swagger' einen der neuen Tracks des 'Nod To The Old School'-Albums auf die Ohren, und mit 'Den Of Thieves' kam ein bislang noch nie gespielter 'Revelation'-Song zum Zug. Auch seit Urzeiten nicht mehr im Set war der Oldie 'On The Way', und mit 'Can You Deliver', 'Reign Of Fire', 'After Me, The Flood' oder dem wie immer genialen 'Book Of Blood' hatten die Heiligen wie üblich nur Highlights am Start. Der mit einer neuen Version seines legendären "Fuck Bush"-Shirts angetretene John ließ es sich zudem nicht nehmen, in brütender Mittagshitze den Fans in den ersten Reihen pisswarmen Canadian-Club-Whisky auszuschenken, was für zusätzliche Bonuspunkte sorgte. Die haben ARMORED SAINT aber gar nicht nötig, denn beim abschließenden Doppelpack ging es richtig rund: 'Tribal Dance' verwandelte die Fans vor der Bühne in eine wild kopfschüttelnde, hüpfende Masse, und selbst Joey Vera schaffte es, sich bei diesem Song den Fußknöchel zu verstauchen - das nenne ich Einsatz! Doch die Zähne zusammengebissen und noch 'Long Before I Die' geschmettert, und dann konnten sich SAINT vom Publikum gebührend abfeiern lassen. Eine weitere geniale Show einer Band, die wohl nie einen schlechten Tag hat...
Martin Römpp



Nachdem ARMORED SAINT ihren Auftritt etwas überzogen hatten, hieß es, daß ROSE TATTOO knapp 15 Minuten später die Bühne entern sollten. Was sie auch taten - but to make a long story short - in letzter Konsequenz ließ man sie während ihres Auftritts wissen, daß sie ihren Set um zehn Minuten kürzen müßten! Das änderte aber nichts an der Tatsache, daß die dreckigste Rock 'n' Roll-Band der Welt einen grandiosen Gig ablieferte. Die Masse vor der Bühne wußte dies wunderbar zu würdigen und stand fest hinter der Band. ROSE TATTOO waren souverän, einzig Basser Steve King und Rockin' Rob Riley waren mit ihrem Sound nicht ganz zufrieden. Dagegen gab sich Slideguitar-Gott Peter Wells unglaublich locker und tänzelte immer wieder zur Bühnenmitte und zurück. Eine eher untypische Geste des Mannes, der eigentlich immer nur stur einen Schritt vor und einen zurück macht! Angry Anderson brillierte einmal mehr und hatte "sein" Publikum fest im Griff. Seine Ansagen waren wie immer eindeutig - sein Stageacting ebenso. Klassiker wie 'Bad Boy For Love', 'Rock 'n' Roll Outlaw', 'Out Of This Place', 'Rock 'n' Roll Is King', 'Astra Walley' oder das kongeniale 'Butcher And Fast Eddie' brachte das Publikum zum Kochen! Nicht zu vergessen weitere Smasher wie das mächtige 'Nice Boys Don't Play Rock 'n' Roll' oder das allseits bekannte 'Scarred For Life'. Rock 'n' Roll vom Allerfeinsten. Als kurz vor Auftrittsende ein Fan es tatsächlich auf die Bühne zu klettern schaffte und seine Begeisterung in Form des Kniefalls und des Anbetens der Band zum Ausdruck brachte, ging ein Raunen durch die Menge - auch mir lief dabei ein Schauer über den Rücken! Als allerdings Angry auf ihn zuging, sich ebenfalls auf die Knie niederließ, den Fan umarmte und mit ihm sozusagen auf den Knien tanzte, stieg der Lautstärkepegel im Publikum sofort an! Mit einem Sprung zurück in die Menge ließ sich der Typ feiern und die Band beendete kurz darauf ein oberamtliches Set. Für mich waren ROSE TATTOO die Band des Festival, denn was die Herren auf der Bühne darstellen, ist weder gekünstelt, noch sonst etwas - sondern einfach real! No Fake! Danke für diesen geilen Gig! Ach ja, angeblich haben ROSE TATTOO den stärksten Merchandise-Umsatz während des Festivals gehabt - verdienterweise, logo.
Jürgen Tschamler



Da im Vorfeld ARMORED SAINT und ROSE TATOO eine schweinegeile Performance absolviert hatten, durfte man gespannt sein, ob dieses Niveau auch bei der Altherrenriege URIAH HEEP - die Jungs haben zusammen mit Sicherheit 250 Lebensjahre auf dem Buckel - gehalten wird. Und man konnte durchaus etwas skeptisch sein, da die letzte Deutschland-Tour etwas durchwachsen war und sich im Publikum keine angegrauten Altrocker - das war vor zwei Jahren bei DEEP PURPLE massiv der Fall - befanden, die für die nötige Stimmung sorgen würden. Los ging es mit dem Hammer 'Return To Fantasy', der vom Publikum noch etwas verhalten aufgenommen wurde. Ein Song aus der Bernie Shaw-Ära folgte, und im Gegensatz zu den Club-Gigs, wo etliche Songs aus den letzten halbgaren Alben ('Sea Of Light' ausgenommen) Langeweile verbreiteten, jagte ein Klassiker ('Stealin', 'Bird Of Prey') den nächsten, so daß auch die beinharte True Metal-Fraktion langsam auftaute. Gitarrist Mick Box präsentierte sich wie immer als strahlender Grinsemann, und ich glaube, selbst wenn ihm das komplette Publikum den blanken Arsch entgegengestreckt hätte... er hätte immer noch dieses zuckersüße Lächeln im Gesicht gehabt. Schlagzeuger Lee Kerslake und Saitenzupfer Trevor Bolder können zwar heute eine viel ruhigere Kugel als vor 20 Jahren schieben, denn da haben sie gemeinsam Ozzy Osbournes Masterpiece 'Blizzard Of Ozz' eingesemmelt und ihn auf Tour begleitet, aber das Rocken haben beide nicht verlernt. Und ein Riesenlob muß man auch Keyboarder Phil Lanzon aussprechen; er hat zwar nicht das Format eines Ken Hensley, aber bei manchen Passagen war er verdammt nah dran. Und Bernie Shaw ist für die Die Hard-Fans auch im Jahr 2001 immer noch "der Neue", obwohl er mittlerweile so lange wie kein anderer vor ihm hinter dem Mikro steht. C'est la vie! Und obwohl mir John Lawton, von David Byron ganz zu schweigen, in der Vergangenheit eher zusagte, muß man Bernie an diesem Tag einen guten Job bescheinigen. Und das Songmaterial hatte es in sich! 'Gipsy', 'Look At Yourself' mit einer richtig geilen Jam-Session, die dann in 'July Morning' endete. Rockerherz, was willst du mehr? Der Schlußpunkt wurde mit 'Easy Living' gesetzt, das von den Fans natürlich begeistert abgefeiert wurde. Ein viel zu kurzer Auftritt, wenn man bedenkt, daß der größte Hit der Band - und das ist 'Lady In Black' zweifelsohne - ignoriert wurde. Aber Mick Box dachte sich wohl, daß er so etwas dem vorwiegend metallisch-orientierten Publikum nicht bieten kann, was im Endeffekt ein grober Fehler war, denn COMPANY OF SNAKES räumten am nächsten Tag zum Beispiel mit 'Here I Go Again' gnadenlos ab.
Chris Glaub



Die Spannung war groß, als SAVATAGE in umbesetzter Mannschaft die Bühne des Bang Your Head!!! betraten. Würden sich die Neuzugänge Jack Frost (g) und vor allem der neue Sänger Damond Jiniya gut in die SAVA-Familie integrieren können? Dazu aber später. Die Band erwischte jedenfalls mit 'City Beneath The Surface' (von 'Dungeons Are Calling') einen glänzenden Einstieg. Mein Gott, seit wie vielen Jahren hatte ich diesen Song nicht mehr live von SAVATAGE gehört. Die Stimmung war sofort am Brodeln, zumal die Florida-Boys fließend in den 'Hall Of The Mountain King'-Klassiker 'Strange Wings' und anschließend auch noch in 'Sirens' übergingen. Besser konnte dieses Konzert nicht beginnen. Für Altfans wurde hier das Tor zum SAVATAGE-Himmel weit aufgestoßen. Nur sah man auch schon einige Fragezeichen über den Köpfen von den Mädels, die von der Band erst mit 'Edge Of Thorns', beziehungsweise 'Chance' gehört haben. Nach einem kurzen Intermezzo aus den beiden neuen Songs 'Surrender' und 'Commissar' wurden aber auch diese mit einem Titelsong-Medley bestehend aus 'Edge Of Thorns', 'Wake Of Magellan', 'Dead Winter Dead' und 'Gutter Ballet' befriedigt. Der emotionale Höhepunkt des Freitags wurde dann aber mit der Weltklasseballade 'Believe' von 'Streets' gelegt, bei dem der gute Jon Oliva dann doch bewies, daß die Stimme noch nicht ganz im Eimer ist. Den Abschluß bildeten das etwas schräge 'Chance' und der Dampfhammer 'Hall Of The Mountain King', bei dem die Fans noch einmal komplett ausrasteten und die Band mit tosendem Applaus entließen. Nun aber ein paar Worte zu den oben erwähnten Neuzugängen. Beim guten Jack Frost dachte man, daß er schon immer in der Band wäre und ließ den live immer etwas farblosen Al Pitrelli (der bei MEGADETH eine viel bessere Figur abgibt) schnell vergessen. Klasse Leistung, Jack! Etwas ungeschickt war der Auftakt von Damond, da er bei den ersten drei Songs fast nur bei den Refrains mitsang und so eher zum Animateur degradiert wurde. Was in dem Kerl steckt, konnte er dann erst bei den Zak Stevens-Songs zeigen. Bewundernswert ist vor allem, daß er den guten Zak zu keiner Sekunde kopiert, sondern den Songs sofort seinen eigenen Stempel aufdrückt. Auch optisch bewegt sich Damond in anderen Gefilden, denn mit seinen schwarzen Haaren und Klamotten erinnert er eher an Gothic Acts wie HIM. Da werden einige Zak-süchtige Mädels schon etwas gemault haben, aber darauf kommt es schließlich nicht an (Fünf Mark in die Chauvi-Kasse, Weinsi! - Stefan) Stimmlich gesehen ist Damond Jon Oliva um einiges näher als der Stimme von Zak, was zur Folge hat, daß die Stevens-Tracks um einiges aggressiver wirkten. Ich bin mal gespannt, wie sich das Ganze bei SAVATAGE weiterentwickelt. So spielfreudig wie auf dem Bang Your Head!!! habe ich die Band in den letzten Jahren kaum gesehen, auch wenn man sagen muß, daß Jon auf Dauer doch noch etwas weniger singen sollte, da seine Stimme einfach zu kaputt ist.
Oliver Weinsheimer



PRIESTs Zerstörungswerk 'Demolition' spaltet nicht nur die Meinungen in unserer Redaktion - siehe Arnos herbe zwei Punkte-Kritik und Horsts elf Punkte-Orgasmus - auch die Reaktionen auf die Gigs im Vorfeld des Festivals konnten nicht unterschiedlicher sein. Von zehn Leuten, die PRIEST bereits gesehen haben, bekam ich alle Schattierungen von "supertoll" bis "absolute Gülle" zu hören ... aber beides trifft nicht zu! Es war stellenweise eine gute, manchmal allerdings eine etwas maue Performance von JUDAS PRIEST - so lautet mein "objektives" Urteil. Und dies hat viel mit Ripper Owens zu tun, denn der Junge hat nun mal nicht das Charisma eines Rob Halford, und was seine Sangesleistung angeht, da hat er noch lange nicht zu seinem Stil gefunden. Bei 'Victim Of Changes' bot Ripper zum Beispiel eine grandiose Vorstellung, bei 'Painkiller' hätte ich ihn am liebsten gevierteilt. Klingt seltsam, aber so ein Wechselbad der Gefühle hatte ich des öfteren. Eine kleine Anekdote am Rande: Zu Beginn bei 'Metal Gods', 'Heading Out To The Highway' und 'A Touch Of Evil' hatte Ripper Owens einen schönen Mantel, dekoriert mit Metallplatten an... und darüber mokiert sich ein (nicht unbekannter) Metal-Journalist, der selbst mit wasserstoffblonder Dauerwelle die 40 überschritten hat und mit Handschellen und Ketten bewaffnet durch die Gegend läuft. Da haben mir echt die Worte gefehlt! Vom neuen Album stellten PRIEST 'One On One' und 'Machine Man' vor, die live zwar besser rüber kamen als auf CD, aber das Gelbe vom Ei war das noch lange nicht. Gleiches gilt für 'Blood Stained' vom 'Jugulator'-Output. K.K. Downing und Glen Tipton lieferten wie gewohnt eine routinierte Performance ab, während Basser Ian Hill wie immer irgendwo im hinteren Winkel agierte. Ein Manko ist leider auch die Tatsache gewesen, daß PRIEST ein fast obligatorisches Standardprogramm ohne Überraschungen boten. Klar, gegen Klassiker wie 'Ripper', 'Breaking The Law' oder 'Green Manalishi' ist nichts einzuwenden, aber wo sind die Versprechungen in Form von "Wir werden Songs ins Programm nehmen, die wir jahrelang nicht gespielt haben..."? Das war so gut wie nicht der Fall. Oder soll das die Akustik-Version von 'Diamonds And Rust' gewesen sein? Der Song, der dadurch brillierte, daß man aus einer Folk-Nummer einen beinharten Metal-Song kreierte? Der Versuch von PRIEST war ja ganz nett, aber in der akustischen Darbietung bleibt er im Original von Joan Baez halt immer noch unerreicht. Und wenn Ripper Owens schon 'Dreamer's Deceiver' als einen seiner Lieblingssongs benennt - da hat er wirklich einen exzellenten Geschmack - dann frage ich mich, warum er diesen Übersong nicht ins Programm nimmt. Da hätte ich wahrscheinlich kniend auf dem Festivalgelände gelegen und hätte die Erde gefressen, aber so gab es im Zugabenteil 'Electric Eye', 'United' (die einzige Überraschung!), 'Living After Midnight' und 'Hell Bent For Leather'. Aber den Fans hat's gefallen - und in der Tat war der JUDAS PRIEST-Gig im Vergleich zu dem SCORPIONS-Armutszeugnis im letzten Jahr eine Offenbarung. Dennoch habe ich meine Bedenken, ob diese Leistung ausreichen wird, um die momentan stagnierende Metal-Landschaft in Euphorie zu versetzen.
Chris Glaub



FESTIVAL-RÜCKBLICK

BYH!!! 2001


Untitled Document
Die inoffizielle
BYH!!!-Hymne
Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:

YouTube-Video





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