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Rückblick BYH!!! 2000
Warmup Show



PAVOR

Zum diesjährigen Bang Your Head!!!-Festival hat sich Redaktionsnesthäkchen Jagger etwas Außergewöhnliches einfallen lassen und eine Death Metal Nacht der besonderen Art organisiert. Tatort war das WOM in Balingen. Direkt neben dem Festivalgelände gelegen, ist die etwas klinisch geratene Bikerdisco zwar alles andere als ein üblicher Ort zum abbangen, der offensichtliche Vorteil der walking distance ließ aber keine weiteren Diskussionen aufkommen. PAVOR Los ging es gegen 21:00 Uhr mit PAVOR aus dem Rheinland, die den Undergroundcontest gewonnen hatten. Die Jungs sind keine Unbekannten mehr und legten entsprechend routiniert los. Ihr thrashlastiger Death Metal wußte durchaus zu gefallen, sonderlich viel ist bei mir aber leider nicht hängengeblieben. Die etwa 300 Anwesenden gaben sich aber zufrieden und gönnten den Bonnern nach jedem Song einen Höflichkeitsapplaus.

Andreas Reissnauer


KRISIUN

Das erste Highlight des Abends kam in Form der Brasilianer KRISIUN, die mit ihrem dritten Album 'Conquerors Of Armageddon' eine der extremsten und schnellsten Todesmetallscheiben ever veröffentlicht haben. Wer allerdings schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, die drei Brüder leibhaftig zu begutachten, sei es auf der Clubtour mit SOILWORK oder diversen Festivaltourneen, dem wird außer ein paar Tagen Ohrenschmerzen nicht viel im Gedächnis hängen geblieben sein, da KRISIUN in der Vergangenheit heftig mit Soundproblemen zu kämpfen hatten und diese in regelrechte Noise- und Feedbackorgien ausschweiften. Ganz anders allerdings am heutigen Tage, wo die Südamerikaner und Teilzeit-Berliner zum ersten Mal mit einem akzeptablen Sound ausgestattet waren und dementsprechend mit 'Kings Of Killing' den musikalischen Weltuntergang einläuteten. Der Schwerpunkt der vorgestellten Songs lag natürlich auf dem überragenden Drittwerk und so wurden mit 'Hatred Inherited', dem Titelsong 'Conquerors Of Armageddon' oder 'Soul Devourer' sämtliche Hits des angesprochenen Meisterstückes heruntergebolzt. Auch ältere Stücke wie 'Vengeance Revelation', 'Apocalyptic Victory' oder 'Aborticide' fügten sich nahtlos in KRISIUNs Soundinferno ein und so wurden die "Brazilian Metal Brothers" von der anwesenden Meute zurecht abgefeiert. Noch eine Bemerkung am Rande: Wer bis dato gemeint hatte, daß das unmenschlich schnelle und präzise Drumming von Max Kolesne auf 'Conquerors Of Armageddon' getürkt sei, der konnte sich an diesem Abend eines Besseren belehren lassen. Der Mann ist ein Tier und mir blieb angesichts der unglaublichen Leistung des Schlagwerkers nur ein fassungsloses Staunen. Aussagen seines Bruders Moyses zufolge, verbringt der Maniac bis zu zehn Stunden täglich im Proberaum. Man konnte es hören... Frank Schenk

ASPHYX

Pünktlich zum Showstart der holländischen Götter von ASPHYX war das WOM dann mit circa 700 Leuten überaus ansprechend gefüllt und das Trio bot ein überragendes Set. Die Jungs legten mit einem ihrer besten Songs, 'Vermin' von 'The Rack', los wie die Feuerwehr und boten im weiteren Verlauf ihrer Show ein nahezu perfektes Set mit zahlreichen Hits aus der Bandgeschichte wie 'Ode To A Nameless Grave', 'The Sickening Dwell' oder 'Rite Of Shades', immer wieder zersetzt mit Stücken vom aktuellen Album 'On The Wings Of Inferno'. Die deutschen Ansagen von Sänger/Bassist Wannes Gubbels wirkten mitunter zwar nichtssagend, kamen aber von Herzen und deshalb beim Publikum gut an. Überhaupt wurden ASPHYX ordentlich abgefeiert und in dieser Form dürfen sie sich gerne öfter in deutschen Landen blicken lassen.
Andreas Reissnauer


CANNIBAL CORPSE

Der Abschluss eines ziemlich geilen Death Metal-Events war wieder einmal den Kannibalen um George 'Corpsegrinder' Fisher vorbehalten. Man mag zu den Alben von CANNIBAL CORPSE stehen wie man will, aber live gehören die Jungs aus Florida neben MORBID ANGEL zum absolut Besten, was der extreme Metal zu bieten hat. Egal, ob Drummer Paul Mazurkiewicz, Tieftöner Alex Webster oder Sixstring-Burner Pat O'Brien, sie alle gehören zu den herausragendsten Musikern, die die Death Metal-Szene zu bieten hat. CANNIBAL CORPSE verbinden wie kaum eine weitere Band die Komponenten Routine, Erfahrung und gleichzeitig unbändige Spielfreude und so wurde auch am heutigen Abend wieder die ein oder andere Sau geschlachtet. Highlights waren dabei 'Fucked With A Knife', welches der Corpsegrinder der anwesenden holden Weiblichkeit widmete, der 'Gallery Of Suicide'-Opener 'I Will Kill You' wurde mit unglaublicher Intensität ins Publikum geschmettert oder auch 'Unleashing The Bloodthirsty' vom aktuellen Werk 'Bloodthirst' knallte ohne Ende, welches übrigens zu Ehren von KRISIUN zum Besten geboten wurde, mit denen CANNIBAL CORPSE demnächst eine mehrwöchige US-Tour bestreiten werden. Allerdings sollte man erwähnen, daß der Sound im WOM während des CC-Auftritts durchaus das Prädikat "verbesserungswürdig" verdient hätte, da er vergleichsweise etwas matschig aus den Boxen quoll und meinem Trommelfell den endgültigen K.O. bescherte. Denn auf den abgelaufenen No Mercy Festivals oder der letztjährigen Tour mit MARDUK gab es die Songs noch 'ne ganze Ecke brachialer, aber wesentlich sauberer zu hören. Den Anwesenden war's egal, es wurde gebangt und gemosht bis die Lichter an- oder besser völlig ausgingen und es grenzte wohl an ein Wunder, daß das recht nett eingerichtete WOM nicht in Schutt und Asche gelegt wurde. Wie sagte doch einer meiner Kumpels: "CANNIBAL CORPSE rockten wie Sau", und dem ist nichts hinzuzufügen. Mehr davon beim nächsten Bang Your Head!!!.
Frank Schenk

BYH - Rueckblick Warm Up-Gig
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