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BYH!!!-Impressionen auf YouTube
Noch steht unser eigener YouTube-Channel nicht - aber unser Freund Oliver "Bomber" Barth hat für Euch (und uns) schon einmal ein paar Impressionen vom BANG YOUR HEAD!!! 2009 zusammenge-schnitten.

BYH!!! Impressionen 2009 auf YuTube



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Inhalt und Leseproben...



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BYH!!! Rückblick 2000:
Samstag, der 1. Juli

 



    RAWHEAD REXX hatten die etwas undankbare Aufgabe, am zweiten Tag die Rolle des Openers zu übernehmen. Eine Aufgabe, welche die Band jedoch mit Bravour meisterte. Die Sonne brezelte schon morgens um zehn unerbärmlich auf die logischerweise noch nicht vollständig erschienene Fanschar herab, als die Mannen um ex-GLENMORE-Röhre Jürgen Volk die Bretter erklommen. Unterstützung erhielt dieser vom ehemaligen LETTER X-Gitarristen Rüdiger Fleck, dem früheren EROTIC JESUS-Basser Face und dem sagenumwobenen "Drumtier par excellance" Dany Löble. Wie dieser junge Freund sein Instrument unter die Fittiche nimmt, ist schon beeindruckend. Zum Zeitpunkt des Festivals befand sich die Band übrigens gerade inmitten der Arbeiten zum Debütalbum, welches im Herbst das Licht der Welt erblicken soll. Man darf also gespannt sein. Die Spielfreude stand bei RAWHEAD REXX an oberster Stelle, was beim ersten Song 'Request' sofort spürbar wurde und bis hin zum Schlußlicht 'Scream', einer absoluten Speedgranate, nicht abriß. Man nehme Stücke wie 'The Wolf', 'Opposing Force' oder 'Sons Of Mayem' unter die Lupe und bemerke die deutlichen Parallelen zum früheren VICIOUS RUMORS-Sound, als die Amis noch Bombenalben wie das selbstbetitelte oder 'Welcome To The Ball' ablieferten. Doch von Abkupferei kann hier keineswegs gesprochen werden, dafür fahren RAWHEAD REXX zu sehr ihre eigene Schiene. Und das ist auch gut so. Dem ein oder anderen IRON MAIDEN-Sympathisant dürfte der Sound der vier Vollblutmetaller zwar ebenfalls kein Dorn im Auge sein, dies jedoch nur als kleiner Anhaltspunkt, da man ja noch nicht allzu viel von dieser Combo zu Gehör bekam. Was man den Burschen zudem hoch anrechnen muß, ist die Energie, die sich gnadenlos auf das Publikum projezierte. Auch wenn's noch nicht all zu viele Nasen waren, so ging von vornherein ein Ruck durch die vorderen Reihen: Die Fans wurden zu früher Stunde schlagartig wachgerüttelt. Und das trotz der Strapazen des Vortages. Hut ab auch vor der Doppelbelastung (wenn man überhaupt davon reden kann) Gitarre/Gesang, die Jürgen Volk hervorragend im Griff hatte. Nicht unbedingt einfach bei dieser nicht gerade unanspruchsvollen Gitarren- beziehungsweise Gesangsarbeit. Einer der Höhepunkte des RAWHEAD REXX-Gigs stellte mit Sicherheit das powervolle Drumsolo von Löble dar, welches sowohl technisch als auch optisch über jeden Zweifel erhaben war. Wer hat diesen Mann nur aus seinem Käfig gelassen? Nach dieser Glanzleistung kann man der Band nichts anderes als eine positive Zukunft voraussagen. Mit RAWHEAD REXX und ihrem erfrischenden Metal wird also noch zu rechnen sein. Bravo!  (hoch)Chris Grenzer


    Am hellichten Morgen mußten Charles und sein Chaotenhaufen die Bühne entern - das Publikum strömte herbei (sofern es bereits erwacht war) und einer geilen metallischen Morgengymnastik stand nichts mehr im Wege. 'Save Our Souls' bot den idealen Einstand, die Band war ständig in Bewegung, und man konnte förmlich spüren, wie sehr die Schweden selbst zu dieser frühen Stunde motiviert waren. Leider mußten LEFAY mit einigen technischen Schwierigkeiten kämpfen, so fiel etwa bei 'Maleficium' die Klampfe von Peter Grehn über einen längeren Zeitraum aus, und auch Drummer Robin leistete sich zwischendurch eine Auszeit, die jedoch von Charles mit dem lapidaren Kommentar "Wir stehen heute zum ersten Mal auf einer Bühne..." locker überspielt wurde. Daß die Burschen trotzdem ihren Spaß hatten, wurde nicht nur deutlich, weil ständig Grimassen geschnitten oder sich gegenseitig Wasser über die Rübe geschüttet wurde - auch die Songs kamen tight rüber, und so wurde mit 'Sculptures Of Pain', 'When Gargoyles Fly' und dem abschließenden 'Source Of Pain' der Sack zugemacht. Hätten LEFAY jetzt auch noch ihren Hit 'To Isengard' eingebaut, wäre der Triumphzug perfekt gewesen - so haben sie es immerhin geschafft, genügend Werbung für ihre im Herbst stattfindende Tour zu machen - denn von den Augenzeugen hatte wohl jeder noch Lust auf mehr... (hoch)Martin Römpp


    An EDGUY werden sich auch weiterhin die Geister scheiden. Für unsere Truefraktion sind sie Weicheier, die sich in schräge Klamotten werfen, während eine Menge anderer Leute die Band wegen genau dieser Lockerheit liebt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, weshalb wir uns lieber der Musik zuwenden - und die kann sich live ebenso sehen bzw. hören lassen wie auf Platte. Und bei einem Hitprogramm mit Songs wie 'Headless Game', 'Until We Rise Again' oder 'Wake Up The King' kann eh nichts schiefgehen. Tobi gab wieder einige Kostproben seines Humorverständnisses zum Besten, ließ sich vom (in diesem Falle ziemlich uninspirierten) Publikum zum Headliner des nächsten Jahres ausrufen und schmetterte noch kraftvoll 'Vain Glory Opera' in die Runde, und dann war's auch schon wieder vorbei. Jedenfalls war auch auf dem Bang Your Head!!! zu sehen, daß EDGUY nicht umsonst in den letzten Jahren einen rasanten Aufstieg hingelegt haben - diese Band ist definitiv massenkompatibel und für Festivals geeignet... (hoch)Martin Römpp


    Wer hätte das geglaubt? Welcher alte Fan von Mark Shelton hätte sich bis vor wenigen Wochen in seinen kühnsten Träumen ausgemalt, Underground-Hits vom Schlage 'Necropolis' oder 'Riddlemaster' im Jahre 2000, laaaange Zeit nach dem vermeintlichen Ende der Truppe, erstmals live auf dem alten Kontinent bewundern zu können? Ein Merkmal des Bang Your Head!!! war es schon immer, den einen oder anderen kommerziellen Außenseiter entgegen jeder marktwirtschaftlichen Vernunft für einen Auftritt vom Arsch der Welt aus ins Schwäbische zu karren. Und auch wenn das im Falle MANILLA ROAD natürlich einen Großteil der Festivalbesucher nicht sonderlich juckte, so ging doch - ganz besonders für eine Busladung eigens für dieses Ereignis angereister Fanatiker aus Griechenland - mit der Anwesenheit der US-Metal-Legende Mark Shelton ein Wunschtraum einiger Hundert warriors of steel in Erfüllung. Aussagen weiter vom Geschehen entfernt platzierter Zuschauer zufolge, soll der Sound bei MANILLA ROAD teilweise ziemlich matschig gewesen sein. Links vor der Bühne, da wo Meister Shelton seine bizarren Riffs und Screams zum Besten gab, war von diesen Problemen absolut nichts zu vernehmen, hier war der Sound fast schon kristallklar. Kristallklar war auch das Fazit der Fans von Wichitas Finest: G-E-I-L! Ich persönlich war im Vorfeld alles andere als überzeugt davon, einen starken Gig zu erleben, zu wenig war über die aktuelle Verfassung der Band bekannt, zu oft schon war die livehaftige musikalische Begegnung mit alten Jugendidolen in den letzten Jahren doch eher ernüchternd verlaufen. Aber bei Mark Shelton war deutlich zu spüren, daß dieser Mann trotz seines fortgeschrittenen Alters ein Metaller durch und durch ist. Bewundernswert! Nicht nur unsere griechischen Kumpels hotteten gewaltig ab, als Evergreens der Marke 'Dig Me No Grave', 'Hammer Of The Witches' oder 'Witches Brew' mit erstaunlich heftigen, teils fast schon Thrash-mäßigen Power-Graden in den dankbaren Härtnerhaufen gekauzt wurden. Und Freude über Freude, auch das brandneue (!!!) 'Ressurection' wirkte schön schratig. Live kam die auf den Studiowerken stets etwas nasal wirkende Stimme viel härter rüber als auf Platte, was den epischen Stücken aber keineswegs schadete. Natürlich kann man auch hier in der viel zu kurzen Spielzeit nicht alle Kundenfaves unterbringen, der Kaiser-Boris etwa nörgelte hinterher über das Fehlen von 'Dreams Of Eschaton' oder 'The Veils Of Negative Existance', mir fehlte mein MANILLA ROAD-Highlight 'Flaming Metal Systems' gar bitterlich. Die Jungs werden wohl noch mal für einige 3-Stunden Clubshows zurückkommen müssen... Auf den Punkt gebracht: Ein bizarres Spektakel, von dem die mehreren Hundertschaften devoter Die Hard-Fans sicherlich noch lange zehren werden. Da fiel auch der eine oder andere Spielfehler der Begleitmusiker nicht mehr groß ins Gewicht. Und auch wenn es schade ist, daß der eigentliche MANILLA ROAD-Drummer Randy Foxe aus beruflichen Gründen nicht dabei war, so muß man doch feststellen, daß es letztlich Mark Shelton ist, der mit seinem Gitarrenspiel und seiner Stimme die Institution MANILLA ROAD verkörpert. Daher unter diesem Gesichtspunkt und von dieser Stelle aus noch einmal ein Appell an Metal Blade: Auch wenn Robert Garven als die treibende Kraft der Band keine Drums mehr zu spielen vermag, versucht bitte alles und gebt uns Tim Baker mit Begleitband, also letztlich CIRITH UNGOL; der einzig würdige Nachfolger für MANILLA ROAD beim Bang Your Head!!! 2001! Dann kommen sicher auch die ganzen Griechen wieder angetuckert... (hoch)Arno Hofmann

    PRIMAL FEAR bewiesen in Balingen einmal mehr, daß sie zur Spitze des europäischen Power Metals zählen. Die Band läuft wie ein fein abgestimmtes Uhrwerk, versprüht Spielfreude und stellt die Power absolut in den Vordergrund. Da sprang der Funke auf das Publikum sofort über und die Jungs um Mat Sinner enttäuschten zu keiner Sekunde. Die tighten Songs zwangen förmlich zum kollektiven Bangen und man merkte den Fans an, daß sie nur auf solch eine drückende Powermucke gewartet haben. Stimmlich wie optisch zählt Schwabensirene Ralf Scheepers zu den beeindruckendsten Shoutern der Szene. Seine Halford-ähnlichen Einlagen geben Stücken wie 'Jaws Of Death' oder 'Final Embrace', mit den Songs begann übrigens das Set, die nötige Power. Im weiteren Verlauf des Auftritts hämmerte man noch Granaten wie 'Church Of Blood', 'Battalions Of Hate', oder das urgewaltige 'Chainbreaker' äußerst kraftvoll runter. Bei der lautstark geforderten Zugabe kam nicht nur die Band zurück auf die Bühne, nein, Mr. Scheepers hatte noch Joacim Cans (HAMMERFALL) im Schlepptau. Mit dem stimmgewaltigen Schweden gab man JUDAS PRIESTs 'Another Thing Coming' in Duettform zum Besten. Ein exzellenter Abschluß eines PRIMAL FEAR-Gigs, der die Fans komplett überzeugte! Im späteren Verlauf des Tages, genauer gesagt während der Autogrammstunde im Jack Daniels-Zelt, zeigte sich ein weiteres Mal, wie sehr die Band von den Fans herbeigesehnt wurde. Als die Band dort nämlich auftauchte, brach dermaßen die Hölle los, daß Mat Sinner noch Stunden später völlig beeindruckt von den Geschehnissen durch den Backstagebereich stiefelte!  (hoch)Jürgen Tschamler

    Was macht man, um einen guten Livebericht zu schreiben? Am besten stellt man sich entspannt an den Rand des Geschehens, zückt einen Stift und notiert schön brav die Setlist auf den mitgebrachten Block. Und das bei WATCHTOWER??? Vergeßt es! Als die vier Texaner über Balingen hereinbrachen, gab's kein Halten mehr - zwischen ausgiebigem Headbangen und verklärtem Starren auf die Protagonisten blieb bei mir allerdings Folgendes hängen: Der grüne Anzug von Doug Keyser, der damit eher Kermit dem Frosch als sich selbst ähnlich sah. Das irre Herumgerenne von Jason McMaster, der tatsächlich einen alten Patronengurt ausgegraben hatte. Der in Eishockeyshirt und Knieschützer gehüllte Ron Jarzombek, dem die letzten zehn Jahre weder optisch noch technisch was anhaben konnten. Und natürlich das abgedrehte Drumming von Rick Colaluca, der anstelle seines Gehirns wohl inzwischen einen Pentium III-Chip eingebaut hat. Schlicht und ergreifend: Es war alles da, um diesen Auftritt in die Geschichte eingehen zu lassen! Dazu noch Songs wie 'Asylum', 'Instruments Of Random Murder', 'Social Fears', 'The Eldritch' oder 'Fall Of Reason', die natürlich allesamt in höchster Perfektion gespielt wurden - egal ob springend, hüpfend, rennend, am Boden liegend oder rückwärts gehend. Da muß man als Fan einfach in Ekstase verfallen, was die Freaks in den ersten Reihen auch ausnahmslos taten. Im hinteren Bereich des Festivalgeländes mag nur ungläubiges Kopfschütteln zu sehen gewesen sein, aber eins ist klar: WATCHTOWER haben gerult ohne Ende. Basta. Und hoffentlich bald wieder!  (hoch)Martin Römpp

    Nach dem phänomenalen Auftritt von WATCHTOWER war es nun an der Zeit für die Europapremiere des letzten VIRGIN STEELE-Epos 'The House Of Atreus'. Schon vor dem Auftritt stand fest, daß die Band und insbesondere Sänger David DeFeis diese Show wohl nie vergessen werden. Der Grund hierfür ist, daß VIRGIN STEELE zum ersten Mal in ihrer langen Laufbahn ohne Bassist auf die Bühne mußten. Schon bei den ersten Klängen sah man viele verdutzte Gesichter im Publikum aufgrund der Tatsache, daß sich nur drei Musiker on stage befanden. Der Grund dafür war, daß der neue Bassist Jeff Beavers anscheinend Probleme mit der amerikanischen Justiz hatte, eingebuchtet wurde und ihm somit logischerweise die Ausreise verwehrt wurde. Da sich David nun in einer ziemlichen Zwickmühle befand, entschloß er sich, die Bassparts für die Show in einer Nacht- und Nebelaktion selber einzuspielen und dann beim Auftritt vom Band kommen zu lassen. Für den guten Jeff Beavers war das freilich ein kurzes Intermezzo bei VIRGIN STEELE, da er postwendend gefeuert wurde und sich die Band wieder einmal nach einem neuen Bassisten umschauen muß. Diesem ganzen Ärger machte sich David Luft, indem er 'Dust From The Burning' denen widmete, die verhindern wollten, daß VIRGIN STEELE die Bang Your Head!!!-Bühne entern. Unter diesen Umständen ist der Zorn sicher verständlich. Ungeachtet der widrigen Umstände boten VIRGIN STEELE eine gelungene Show, die allerdings nur Songs neueren Datums beinhaltete. Also von den 'Marriage..'-Alben bis zum aktuellen Werk 'The House Of Atreus'. Dabei konnten vor allem das druckvolle 'Veni, Vidi, Vici' (von 'Invictus') und 'Symphony Of Steel' (von 'Marriage Of Heaven And Hell - Part 2') die besten Zuschauerreaktionen ernten. Einziger Wermutstropfen war das Fehlen solch unsterblicher Klassiker wie 'Noble Savage', 'We Rule The Night', 'The Burning Of Rome' oder 'Fight Tooth And Nail', aber ich denke, daß der Grund dafür in der Hektik und dem Streß des Einspielens der Baßparts liegt, denn auf den Touren hat die Band zumindest immer ein paar alte Klassiker intoniert. Außerdem denke ich, daß die Band sich vielleicht einmal Gedanken machen sollte, einen Keyboarder einzustellen, denn das klobige Keyboard in der Mitte der Bühne schränkt den Meister doch sehr in seiner Bewegungsfreiheit ein und das ist für einen Vollblutfrontmann wie Herrn DeFeis natürlich ein Hindernis. Andererseits ist es mit Sicherheit nicht einfach, die Songs auf den Keys genauso wie David zu interpretieren. Einen Versuch wäre es auf jeden Fall wert. Die Fans waren aber trotzdem zufrieden und David war froh, die Angelegenheit einigermaßen überstanden zu haben. Schließlich spielt man nicht alle Tage als Trio.  (hoch)Oliver Weinsheimer

    DIE Überraschung des Festivals hieß KROKUS. Wo man auch hinhörte, man war begeistert von der Performance der Rocker und das, obwohl der langjährige Frontgaul Marc Storace nicht mehr mit von der Partie ist. Eigentlich ist nur noch Gitarrist und Gründer Fernando Von Arb vom ursprünglichen Line-up übrig geblieben, doch erstaunlicherweise können es KROKUS auch noch in der neuen Besetzung. Die da wäre Von Arb, der neue Sänger Carl Sentance (Ex-PERSIAN RISK), am Bass Many Maurer, der bei KROKUS schon mehrmals ein- und ausstieg und auch schon den Posten an der Gitarre übernahm, Drumtier und Glatzenträger Peter Haas, welcher vor einigen Jahren die 'Stampede'-Scheibe einhämmerte und ein junger Neuzugang an der zweiten Gitarre, dessen Name sich meiner Kenntnis entzieht. Als es dann soweit war, machte sich selbst bei mir, einem eingeschworenen KROKUS-Liebhaber, zunächst einmal Skepsis breit. Aber vielleicht gerade deswegen wurden meine Erwartungen übertroffen. Schon nach den ersten Takten vom Opener 'Long Stick Goes Boom' wurden alle Skeptiker eines Besseren belehrt. Das kickte und rotzte wie die Hölle. Dem Publikum gefiel die frische, energiegeladene Show der Alpenrocker, was das allgemeine Klatschen und Fußstampfen mehr als deutlich machte. Sentance liegt glücklicherweise sehr nahe an Storace, zumindest was sein stimmliches Organ angeht. Seine Show erinnerte mich nicht selten an die des legendären Bon Scott (ein freier Oberkörper tat sein Übriges...) und auch sonst eroberte er schnell die Herzen des Balinger Publikums. Dieser Mann strahlt einfach Sympathie aus, was ihn von Storace definitiv unterscheidet. Dann waren da noch die anderen. Peter Haas bearbeitete ein Drumkit, das man mit der Lupe suchen mußte, lieferte auf demselbigen jedoch einen mörderischen Groove, der jedem klarmachte, daß kein Klasse-Drummer der Welt, eine Burg à la Abbadon (ex-VENOM) um sich herum braucht. Eben dieser Groove zog sich durch alle Songs des Gigs und wurde durch die absolut tighten Basslinien Maurers unterstützt. Man spielte die halbe 'One Vice At Time'-Scheibe, was der Zuhörerschaft bestimmt nicht ungelegen gekommen sein dürfte. Bei 'Screaming In The Night' vom 'Headhunter'-Album war dann so richtig Gänsehaut angesagt, stellt dieses Juwel doch für viele DIE KROKUS-Komposition überhaupt dar. Der zweite Klampfer hielt sich übrigens dezent im Hintergrund, bildete aber mit Papa Fernando ein Axegespann der Extraklasse. Gerade Von Arb merkte man seine Spielfreude ganz enorm an. Man sollte ihm hoch anrechnen, daß er noch mal so eine gute Mannschaft zusammengetrommelt, und nicht schon lange die Flinte ins Korn geworfen hat. Wir alle wissen, daß der Mann schon ganz andere Zeiten mitgemacht hat. Ich sage nur ausverkaufte Arenen in Amerika und Sex, Drugs und Rock 'n' Roll bis zum Abwinken. Man ziehe also seinen Hut, denn der Bursche hat absolut nichts verlernt. Ein Medley, bestehend aus 'Rock City', 'I'm On The Run', 'Playin' The Outlaw' und 'Lady Double Dealer' machte dann gegen Ende des Auftritts noch mal so richtig Laune und wurde von den Klassikern 'Heat Strokes' und 'Bedside Radio' abgelöst. Als sich die Spielzeit der Band dann eigentlich schon dem Ende zuneigte und ein gestreßter Bühnenmensch hastig auf die Uhr zeigte, ließen ich KROKUS dennoch nicht beirren und brachten noch als Zugabe den ersten Song ihres aktuellen Albums 'Round 13', nämlich 'Heya', einen schönen Mitgröler zum Abschluß. KROKUS waren mit die besten der gesamten zwei Tage, auch wenn's niemand erwartet hat (doch die Hoffnung war insgeheim da...). (hoch)Chris Grenzer


    Bevor der Tyrant mitsamt seinen Mannen in den nächsten Zeilen die verdiente Heiligsprechung erhält, muß der Chronist noch dringend ein oder zwei ernste Worte loswerden, sonst bekommt er ein Magengeschwür. Es waren im Vorfeld des JAG PANZER-Auftritts einige mehr oder weniger angepißte Stimmen aus der Ecke der Schunkel-Metaller zu vernehmen, daß eine Truppe wie JAG PANZER, die ja nicht viel verkaufen würde und vor hundert Leuten im Schnitt ihre Tourneen absolviert, samstags als drittletzte Band spielen dürfte, obwohl doch die im Billing deutlich weiter vorne platzierte Combo XY viel populärer wäre. Dazu zwei Dinge. Erstens: Wer von den besagten Neidhammeln die anbetungswürdige Performance von Harry und den Herrschern einigermaßen aufmerksam mitverfolgt hat, muß sich nun wohl beschämt in die Ecke stellen. Und zweitens: Ich bin von Herzen froh, bei einem Mag zu pinseln, das einer ohne Diskussion genialen Band wie JAG PANZER die Chance bietet, sich unter würdigen Bedingungen einem angemessen großen Publikum zu präsentieren, um somit einen weiteren kleinen Schritt in Richtung des längst verdienten Durchbruchs zu tun! Wie auch immer, JAG PANZER erwiesen sich der ihnen zugedachten Rolle mehr als würdig. Wenn eine der aufspielenden Truppen dieses metallischen Wochenendes wirklich viele neue Fans dazugewonnen haben düfte, dann sind in erster Linie sicherlich JAG PANZER zu nennen. Naturgemäß wurde einiges Material vom neuen Opus 'Thane To The Throne' gespielt, aber glücklicherweise übertrieb man es nicht mit neuen, noch h sein will, kann man ja bei fast jedem Auftritt ein Haar in der Suppe finden. DESTINY'S END spielten nix aus HELSTAR-Tagen, JACOB'S DREAM hatten ein Scheiß-Outfit, bei MANILLA ROAD war der Sound nicht toll, und so weiter und so fort. Aber wer bitteschön, der auch nur ein Minimum an Musikgeschmack hat, würde denn auch nur eine schwache Sekunde in diesen 75 majestätischen Minuten aufzeigen können? Wer solche Songs in der Hinterhand hat, wer solche Musiker in seiner Band weiß, und wer als größtes Faustpfand von allen einen Harry 'The Tyrant' Conklin hinter dem Mikro präsentieren kann, der kann nur weithin unbekannten Sachen, sondern sorgte für eine ausgewogene Setlist, die neben gerade erst erschienenem Material wie etwa dem hymnischen 'Thane Of Cawdor' oder 'King At A Price' auch viele der unverzichtbaren Standards enthielt. Wenn man wirklich kritisc gewinnen. Muß man diese Pracht mit schnöden Worten beschmutzen? Genügen nicht alleine schon Songtitel wie 'Chain Of Command', 'Iron Eagle', 'Shadow Thief', 'The Moors' oder 'Licence To Kill'? Nein, es genügt natürlich nicht, denn sonst hätten JAG PANZER ja schon längst den verdienten Superstarstatus inne. Daher sei ein weiteres Mal gesagt - von mir aus wiederholen wir das gerne bis zum Erbrechen - daß es für jeden aufrechten Freund UNSERER Musik ein Traum sein muß, eine derartige Perfektion in jeder Beziehung genießen zu dürfen. Der Slogan 'Heilige Lieder' wird hierzulande bekanntlich mit stumpfen Frankfurter Deutschrock-Ochsen in Verbindung gebracht, das wahre Copyright auf diesen Begriff haben jedoch eine Handvoll Jungs aus Colorado, die hier auf der Bühne eine Sternstunde für uns, die Metalfans, zelebrierten. Fazit: History! Nach einem der wohl größten und auch erfolgreichsten Auftritte in der Bandgeschichte zeigten sich die altersmäßig doch schon etwas gesetzteren Herren aus den U.S.A. dermaßen begeistert von der euphorischen Aufnahme seitens des geilen Balinger Publikums, daß noch ein spontanes Stagediving in die nicht minder euphorische Fanschar fällig wurde. Nur dieses derbe Späßchen mit dem erneuten Ignorieren von 'Symphony Of Terror' dürft ihr nun bitte nicht mehr allzu oft mit uns machen, Jungs!  (hoch)Arno Hofmann


    Beinahe hätte Doro Pesch ihren Auftritt absagen müssen, da sechs Tage vor dem Festival der Schlagzeuger das Handtuch warf. Aber als Vollprofi muß man auch solche Dinge wegstecken, und so mußte innerhalb kürzester Zeit ein Ersatzmann gefunden und eingespielt werden. Dies ist zwar geglückt, allerdings mit dem Manko, daß auf die Schnelle nur ein 40minütiges Set zusammengeschustert werden konnte, das es allerdings in sich hatte! Trotz anfänglicher Soundprobleme - der Gitarrist war am Anfang überhaupt nicht zu hören - gelang Doro und ihrer neuen Truppe mit 'I Rule The Ruins' und 'Burning The Witches' ein glänzender Start. Und da Doro stimmlich in absoluter Superform war, herrschte beim Publikum bei 'Terrorvision' (vom sträflich unterbewerteten 'Love Me In Black'-Album), 'Eye On You' und 'Metal Tango' eine ausgelassene Stimmung. Mit 'Burn It Up' wurde ein exquisiter Vorbote aus dem demnächst erscheinenden Studioalbum zum Besten gegeben, der durch seinen mitreißenden Chorus von allen positiv aufgenommen wurde. Und als Doro 'Für Immer' anstimmte und danach 'All We Are' ankündigte, war natürlich der Bär los. Allerdings machte die neue Mannschaft der sympathischen Rocklady einen gewaltigen Strich durch die Rechnung und spielte 'Now Or Never'; ein kleiner Fauxpas, den man leicht verschmerzen kann, da die WARLOCK-Hymne prompt nachgeliefert wurde. Tja, dann verabschiedeten sich DORO bereits, was die Fans sichtlich irritierte, aber immerhin gab es noch zwei Zugaben, wobei 'Love Me In Black' nur in Begleitung einer extrem tief gestimmten Gitarre von Doro in einer Killerversion vorgetragen wurde. 'Dedication', der Bonustrack auf der limitierten Version von 'Love Me In Black' folgte noch, und dann war leider viel zu früh Schluß.  (hoch)Chris Glaub


    Auf RUNNING WILD als Headliner auf unserem Bang Your Head!!!-Festival war ich tierisch gespannt, denn es liegt bekanntlich schon sehr lange zurück, daß die Band auf einer Open Air-Bühne nach Herzenslust zündeln durfte. Außerdem wurde den Fans ein Best Of-Programm versprochen, und so startete Rolfs Mannschaft mit 'Fall Of Dorkas' und den beiden Smashern 'Raise Your Fist' und 'Little Big Horn' gleich vielversprechend. Obwohl ich Rolf als Musiker und Mensch sehr schätze, muß ich der schreibenden Zunft in punkto Kritik am karnevalsmäßigen Bühnenauftritt und Komstümierungswahn unseres geliebten Rock 'n' Rollers recht geben, denn so vermittelt Rolf mit Sicherheit niemals den Sinn seiner historisch recht interessanten Texte. Und mal ehrlich, wenn sich Rolf als Oberpirat im Mittelalter mit so einem Aufzug seiner Mannschaft präsentiert hätte, wäre er Futter für die Haie gewesen. Schwamm drüber, RUNNING WILD boten eine grundsolide Leistung, die von den Fans auch dementsprechend honoriert wurde. Dennoch gibt es von meiner Seite ein wenig Schelte: Während Bands wie SAXON, U.D.O. und selbst die SCORPIONS mit aktuellem Material sehr sparsam umgingen oder wie letztgenannte zum Glück überhaupt nichts Neues spielten, um dafür - wie es sich für so eine Veranstaltung gehört - mit Klassikern aufzutrumpfen, waren RUNNING WILD meines Erachtens noch zu sehr auf 'Victory'-Kurs. Das BEATLES-Remake von 'Revolution' oder 'Tsar' sind ja ganz nett, aber dafür blieben essentielle Tracks wie 'Chains And Leather', 'Port Royal', 'Wild Animal' oder 'Branded And Exiled' (um nur einige wenige zu nennen) auf der Strecke. Klar, mit Hammersongs wurde nicht gegeizt: 'Under Jolly Roger', 'Soulless', 'Riding The Storm' und natürlich 'Prisoner Of Our Time' waren vom Feinsten, dennoch hätte ich mir ein klein wenig mehr erwartet. Dies gilt auch für die Pyroshow. Gäbe es eine Band wie RAMMSTEIN nicht, die speziell in diesem Bereich für neue Dimensionen gesorgt hat, wäre alles okay gewesen. Aber was RUNNING WILD an Pyros in 90 Minuten abfackeln, das passiert bei einem RAMMSTEIN-Gig in einem Song, insofern hätte man sich als Headliner schon etwas mehr ins Zeug legen können. Genug gelästert, denn der RUNNING WILD-Auftritt, der mit 'Conquistadores' und dem Anti-Nazi-Song 'Bad To The Bone' beendet wurde, war zweifelsohne gelungen, nur: Meine Erwartungen waren halt etwas höher, da es sich ja bekanntlich um die erste Headlinershow auf einem Metalfestival dieser Größenordnung seit Jahren handelte. (hoch)Chris Grenzer



BYH Rückblick Samstag
Die inoffizielle
BYH!!!-Hymne
Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:

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ROCK OF AGES-Festival
Am 30. und 31. Juli 2010 findet in Seebronn bei Rottenburg das fünfte ROCK OF AGES-Festival statt - mit FOREIGNER, GOTTHARD, GOLDEN EARRING, AXXIS und zahlreichen weiteren Bands sowie großem Rahmenprogramm für Familien. Weitere Informationen auf der ROCK OF AGES-Homepage.




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