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BYH!!!-Impressionen auf YouTube
Noch steht unser eigener YouTube-Channel nicht - aber unser Freund Oliver "Bomber" Barth hat für Euch (und uns) schon einmal ein paar Impressionen vom BANG YOUR HEAD!!! 2009 zusammenge-schnitten.

BYH!!! Impressionen 2009 auf YuTube



Das aktuelle HEAVY
Das aktuelle HEAVY ist ab sofort im Handel erhältlich: Mit SCORPIONS-Titelstory, JUDAS PRIEST, MASTERPLAN, ANNIHILATOR und vielem mehr!

Inhalt und Leseproben...



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BYH!!! Rückblick 2000:
Freitag, der 30. Juni


    CHINCHILLA hatten die schwere Aufgabe, das diesjährige Bang Your Head!!!-Festival zu eröffnen. Sie konnten mit ihrem melodiösen Power Metal morgens um 10.00 Uhr doch schon einige Leute vor die Bühne locken. Die Süddeutschen hatten es nicht leicht den Bangern um diese Zeit schon die großartige Reaktionen zu entlocken, dennoch konnten sie dank eines guten Sängers, mit einem guten Sound und einer souveränen Performance überzeugen und haben ihre Rolle als Opener des Festivals bravourös gelöst. Man merkte der Truppe an, daß sich die vielen Einzelgigs der Vergangenheit positiv auf das Bandgefüge ausgewirkt haben, da CHINCHILLA zu jeder Zeit als geschlossene perfekt harmonierende Einheit auftrat. Dies läßt darauf hoffen die Band bald wieder auf Festivals spielen zu sehen, denn an einer besseren Position kann ich mir gut vorstellen, daß die Band mit ihrer powervollen Mucke und tighten Performance doch für Stimmung sorgen kann. (hoch)

    Bernie




    Bei EVERGREY herrschten nicht gerade die besten Voraussetzungen für ihren Auftritt, aber so ist nun einmal das Los der zweiten Band eines Festivals. Viele der Besucher befanden sich noch in einer Orientierungsphase und die Mehrheit befand sich noch vor den Toren, als die Schweden um 10.40 Uhr die Bühne betraten. Nach ihrem überzeugenden Einsatz auf der CRIMSON GLORY-Tour waren nicht wenige Fans gespannt, wie sich EVERGREY auf einer Festivalbühne aus der Affäre ziehen würden. Keine Frage, sie machten ihre Sache toll und erspielten sich eine Menge neuer Fans. Ohne viel Aufwand knackte man die leicht reservierte Einstellung der ersten Besucher. Nach einem kurzen Intro legte man mit 'Solitude Within' los, welches im weiteren Verlauf des Auftritts in 'Blackened Dawn' und 'Nosferatu' überging. Die Ansagen fielen knapp aus, man ließ die Musik sprechen und fuhr mit 'She Speaks', 'Shadowed', 'When The River...' und 'The Corey Curse' fort. Ihre knapp 40 Minuten nutzten EVERGREY souverän und hinterließen somit einen sehr positiven Eindruck. Als ich die Band letztes Jahr auf dem Powermad-Festival zum ersten Mal sah, machte sie einen ziemlich unkontrollierten Eindruck, was man fast ein Jahr später nicht mehr behaupten kann. Beide Daumen nach oben für die eigenwilligen Schweden. (hoch)

    Jürgen Tschamler




    Nach dem exzellenten Auftritt beim letztjährigen Wacken Open Air war dies die zweite Möglichkeit für DESTINY'S END, sich einem größeren Publikum vorzustellen. Die Jungs um ex-HELSTAR-Sirene James Rivera legten auch gleich los wie die Feuerwehr und hatten das Publikum sofort auf ihrer Seite. Nach zwei von insgesamt nur drei Krachern vom Erstling 'Breathe Deep The Dark' folgten auch schon Songs (unter anderem 'Transition', 'The Watcher', 'From Dust To Life' und die Halbballade 'Stormclouds') des im Herbst erscheinenden Albums 'Transition'. Die neuen Tracks führen die mit 'Breathe Deep The Dark' eingeschlagene Richtung konsequent fort und sind sogar noch etwas flotter ausgefallen, so daß man sich den Releasetermin im Herbst auf jeden Fall schon mal rot im Kalender anstreichen kann. Die Band wirkte noch tighter als letztes Jahr, und das obwohl man mit ex-Z-LOT-Z-Klampfer Eric Halpern einen neuen Gitarristen ins Line-up einbauen mußte. Ein weiterer Blickfang war Bassist Nardo Andi, der zum einen durch superbes Saitenzupfen und zum anderen durch extremes Muskelspiel auffiel. Der Mann hat mit Sicherheit keine Probleme an Groupies zu kommen. Man merkte der Band auf jeden Fall die Spielfreude an und James sang wieder mal wie ein junger Gott und ich denke, daß der kleine Wettkampf um den besten Sänger des Festivals mit Harry Conklin von JAG PANZER unentschieden ausgegangen ist. Zudem bewies Meister Rivera einmal mehr seine Qualitäten als Entertainer und spornte das Publikum immer wieder an, welches ihm mit frenetischen Jubel dankte. Aber das war nur der Anfang für James, denn im Verlauf des Abends sollte sich seine Phallus-betonte Stretchhose noch um einiges verbeulen! Einziger Kritikpunkt einer sonst tadellosen Show war, daß die Band zu sehr auf James ausgelegt ist. Die restlichen Musiker spielen perfekt ihre Parts, greifen aber zu selten ins Geschehen ein und überlassen dem ehemaligen Höllenstern alleine das Feld. Wäre toll, wenn die Band optisch wie früher z.B. FLOTSAM & JETSAM komplett involviert wäre. Aber das nur am Rande. Fazit: DESTINY'S END waren eine der besten Bands des Festivals und haben gezeigt, daß es nicht nur in den 80ern erstklassigen US-Power Metal gegeben hat. (hoch)

    Oliver Weinsheimer




    Nach den wirklich überzeugenden DESTINY'S END enterten die Newcomer JACOBS DREAM die Bühne. Zum Erstaunen aller Anwesenden (vielleicht mal ausgenommen Metal Blade-Chief Mike Trengert) konnten die Amis mit einer Triple Axe Attack aufwarten und waren zusammen mit den SCORPIONS (bei einem Song!!!) die einzigen, die auf den fetten Sound von drei Gitarren setzten. Leider ging die Rechnung nicht so auf, wie es sich die Nummer eins unserer Lesercharts ausgerechnet hatte, denn zumindest eine Gitarre fiel ständig aus, was diesen Effekt im Nichts verpuffen ließ. Aber auch generell waren JACOBS DREAM eine der ganz wenigen Bands, die unter einem durchwachsenen Sound zu leiden hatte. Der Gesang und die Drums waren stellenweise zu laut, die Gitarren teilweise kaum zu identifizieren. Darunter litten natürlich vor allem die ausgeklügelten Kompositionen der Power Metaller. Gerade der Opener 'Kinescope' verschwand irgendwo im Soundbrei. Aber das war leider nicht der einzige Kritikpunkt, da auch das Bühnenoutfit und Zusammenspiel noch zu wünschen übrig ließ. Schließlich bangt das Auge ja mit. Die Jungs gingen so auf die Bühne, wie sie in ihrer Freizeit herumlaufen: Lila Bermudashorts und abgeschnittene Jeans. Jungs, das paßt beim besten Willen nicht zu eurer Musik, auch wenn es euch sehr warm war. Auch am Zusammenspiel muß noch etwas gefeilt werden, da die Band noch nicht wie eine Einheit wirkt und auch die Ansagen zwischen den Songs etwas holprig waren. Ich hoffe, daß die Jungs in diesen Belangen noch etwas unternehmen, denn Songs wie zum Beispiel 'Violent Truth', 'Scapegoat' oder die geniale Halbballade 'Tale Of Fears' sind absolut für die Bühne geeignet, benötigen allerdings eine gewisse Atmosphäre, welche die Band aber noch nicht schaffen konnte. Sehr vielversprechend war der neue Song 'Theater Of War', der wahrscheinlich auf der nächsten Langrille landen wird und stilistisch in dieselbe Kerbe schlägt wie das Debüt. Vielleicht können wir auf der im Herbst anstehenden Tour mit ARMORED SAINT und BRAINSTORM noch etwas mehr hören und hoffentlich sind die oben erwähnten Mankos bis dahin ausgeräumt. Ich würde es dieser hochtalentierten Band auf jeden Fall gönnen, denn nicht umsonst stehen die Jungs an der Spitze unserer Lesercharts, welches man auch an dem wohlwollenden Applaus, der für diese Uhrzeit recht zahlreich erschienenen Fans, erkennen konnte. (hoch)

    Oliver Weinsheimer



    Balingen: 13.25 Uhr. EXCITER. Sonne. Die Frisur sitzt ...und während die gelbe Sau unbarmherzig vom Himmel brezelt, erklingen die Takte des Instrumentals 'War Cry' vom brandneuen 'Blood Of Tyrants'-Album. Nervenzerreißende Spannung, der langsam dahinstampfende Rhythmus quält die immer zahlreicher vor die Bühne hechtenden Metaller bis aufs Blut. Was werden uns die nächsten fünfzig goldenen Minuten bringen? Die Antwort bestand aus einem Donnerschlag namens 'Stand Up And Fight'! Und genau das taten die Maniacs in der Frontrow auch. Mit fliegender Matte und geballter Faust ging es vorwärts, nach dem Gig zeigten sich John Ricci & Co. noch stundenlang völlig begeistert von den Reaktionen ihrer deutschen Fans! Und wirklich, es war schon gut was los zu dieser frühen Stunde, auch wenn bedauerlicherweise leider nicht alle EXCITER-Fans Freitagmittags ihre Heroes supporten konnten, sondern in so profanen Dingen wie Arbeit oder Autofahren gefangen waren. Aber denjenigen, die die Holzfäller on stage wüten sahen, wurde bewußt, wer die augenblickliche, WELTWEITE NUMMER EINS im Bereich des echten Heavy Metals ist! They ruled with an iron fist... Und Balingen kam für meinen Geschmack in den Genuß eines Fabel-Gigs, der von einer Songauswahl gekrönt wurde, die ihresgleichen sucht. Es gleicht der Quadratur eines Kreises, aus den Tonnen an EXCITER-Highlights eine Setlist zurechtzuzimmern, die jeden zufriedenstellt. Ein paar persönliche Faves fehlen garantiert immer. Aber was EXCITER da zusammengestellt hatten, verdiente einfach nur das Prädikat Weltklasse. Und Jacques Belanger sang alle diese alten und neuen Klassiker wie ein Gott! Ein Gott, welcher - flankiert von seinen drei Mit-Göttern, allen voran natürlich Urgestein John Ricci - seinen Lebenszweck gefunden hat: Uns in seiner einmaligen Stimmlage zu künden von den wirklich wichtigen Dingen des Seins. Von Metal, Metal und von Metal. Diese Truppe ist der personifizierte Stahl, die Inkarnation puren Schwermetalls in seiner reinsten Form. Ein gewaltiges 'Brutal Warning' vom neuen Brecher 'Blood Of Tyrants' zog uns hinein in einen Strudel aus Härte, aggressivem Stageacting, Power und Emotion. Dann 'Blackwitch'. Welch anrührender Moment, als die zusammengenommenen circa tausend Jahre erlebter Metal-History, welche in Form diverser alter Kämpen alleine schon direkt um meinen Standpunkt herum vorne am Absperrgitter versammelt waren, bei besagtem Gänsehaut-Oldie fast kollektiv in Tränen ausbrach... Doch um ein verrotztes Taschentuch zu zücken, blieb wahrlich keine Zeit. Eine tödliche Triple Attack in Form der jeweiligen Titelsongs von 'Heavy Metal Maniac', Violence And Force', sowie 'Long Live The Loud' - mir klingeln immer noch vom infernalischen "We are loud and prooouuuuuud" die Ohren... - trieb die gierig nach weiterem Eisen geifernden Kopfschüttler vor der Bühne zu neuen Höchstleistungen an. Jawoll, that's what we call M.E.T.A.L.! Doch bei all den frühen Perlen vergaß man auch die beileibe nicht minder glorreiche Gegenwart keineswegs. 'The Dark Command' und 'Burn At The Stake' nannten sich weitere grandiose Dreschflegel, mit denen wir Verrückten uns vorm Fotograben von John Riccis Axt freudig in die Knie zwingen ließen. Der Titelsong des 'The Dark Command'-Nachfolgers 'Blood Of Tyrants' bildete dann einen weiteren Höhepunkt, welcher, obwohl das ganz frische Songmaterial den Fans naturgemäß noch nicht geläufig war, wie alle anderen neuen Songs ohne zu zögern abgefeiert wurde. Nach dieser Demonstration war dann ermattetes zum-Bierstand-Schleppen als nächste Disziplin angesagt... Ich persönlich bin stolz darauf, innerhalb weniger Stunden in Form von James Rivera, Mark 'The Shark' Shelton, Harry 'The Tyrant' Conklin, Jason McMaster und natürlich Jacques Belanger einige der besten, kultigsten und charismatischsten Metalsänger dieses Erdballs bei der Ausübung ihrer Kunst erlebt zu haben. Neben dem anfangs nicht optimalen Sound der wohl einzige Wehrmutstropfen: Es ist nicht zu entschuldigen, daß die vielen Freunde der Kanadier während des Festivals weder die Möglichkeit hatten, das heißbegehrte neue Album 'Blood Of Tyrants' zu erwerben, noch sich mit einem Shirt des Quartetts eindecken konnten. Und dafür wollen sich John Ricci und Co., die an dieser Misere nicht die geringste Schuld traf, auf diesem Wege noch einmal herzlich bei ihren Fans entschuldigen! Anyway, EXCITER means world domination! (hoch)

    Arno Hofmann




    Ob die AXXIS-Jungs Muffensausen vor dem diesjährigen Bang Your Head!!!-Festival hatten, ist mir zwar nicht bekannt, aber ich könnte es mir lebhaft vorstellen. Immerhin waren sie genau wie im letzten Jahr PINK CREAM 69 (mit mächtigem Bammel!) die melodischste Band auf dem Billing. Desweiteren mußten sie quasi als Ersatz für AXEL RUDI PELL unangekündigt die Bühne entern, was auch nicht gerade einfach ist. Allerdings haben sie gerade eine überaus erfolgreiche Tour absolviert, die Bernhard Weiss und seiner Mannschaft das Selbstbewußtsein gibt, vor jedem Publikum bestehen zu können. Außerdem haben AXXIS mit 'Back To The Kingdom' (in den HOW-Lesercharts auf Platz 11 eingestiegen!!!) ein geiles back to the roots-Album im Gepäck, so daß sich keiner wunderte, daß gleich zu Beginn bei 'Shadowman' und 'Flashback Radio' die Stimmung saugut war. Und da die beiden Neuen, Guido Wehmeyer an der Klampfe und Kuno Niemeyer am Viersaiter, sogar noch mehr Dampf machten als auf der regulären Tour und Bernhard Weiss sowieso zu den besten Entertainern in Deutschland gehört, hatten AXXIS trotz der durch Zeitmangel abgespeckten Setlist das Publikum jederzeit im Griff. Bei Songs wie 'Stay Don't Leave Me', 'Touch The Rainbow' oder 'Heaven In Black' ist das auch kein Wunder, und als im Endspurt 'Living In A World' und als spezielles Schmankerl für die härtere Fraktion 'Kings Made Of Steel' zum Zuge kamen, war für AXXIS sicherlich die Welt in Ordnung, denn die Reaktion der Fans war einfach phantastisch. Mit 'Little Look Back' und 'Na, Na, Hey, Hey, Kiss Him Goodbye', den beiden recht ähnlich gehaltenen Songs mit dem berühmt-berüchtigten "Nanana"-Chorus neigte sich der Auftritt seinem Ende zu, was zwar noch einmal die Stimmung gewaltig aufputschte, allerdings wäre im Anschluß daran als Abschluß 'Kingdom Of The Night' anstelle von 'Little Look Back' der klügere Schachzug gewesen. Trotz des kleinen Kritikpunkts, beide Daumen hoch für AXXIS! (hoch)

    Chris Glaub



    Und immer noch kein Schatten in Sicht... Dem Metal tat das natürlich keinen Abbruch, im Gegenteil. Auch wenn man sich beim Anblick diverser Gestalten farbenmäßig gesehen mittlerweile an die Schalentierauslage eines 'Nordsee'-Restaurants erinnert fühlte, spürte man die Vorfreude vieler alter Deutschmetaller auf die U.D.O.-Show, welche natürlich auch den einen oder anderen obligatorischen ACCEPT-Knaller versprach. Hand auf's Herz, die U.D.O.-Scheiben sind astreine Metalalben mit vielen starken Tracks, aber jeder wartet doch am meisten auf die ganz alten Kamellen. Und womit? Mit Recht! Zunächst ließen Dirkschneider und Co. die Meute an einigen U.D.O.-Songs der Marke 'Riders Of Beyond' ihr Mütchen kühlen - obwohl das Wörtchen kühlen an diesem schweißtreibenden Wochenende mehr als deplatziert war... - bevor es mit einem nicht enden wollenden ACCEPT-Reigen - das längste Medley der Welt? - in die Vollen ging. Bereits bei 'Midnight Mover' watete der unverwechselbare Shouter durch ein Meer von emporgereckten Armen, die Band war so richtig in Spiellaune und steckte das dankbare Publikum damit an. Das alte Spiel mit dem Wechselgesang ging wieder einmal auf, ein absoluter Höhepunkt nannte sich 'Metal Heart'. Udo brauchte fast gar nicht mehr zu singen, daß erledigte schon die Menge für ihn. Der Mann war sichtlich angetan von dem, was da an Reaktionen zurückkam und mehr als einmal entfuhr dem blonden Powerpaket ein gerührtes "Balingen, ihr seid unglaublich!". Es war allerdings nicht nur Balingen, das unglaublich war, sondern auch die massive Anwesenheit alter Schlachthymnen. Da fehlte weder das frenetisch abgefeierte 'Balls To The Walls', noch das in den frühen Achtzigern für geschockte Eltern sorgende 'Son Of A Bitch'. Die sich anschließende Empfehlung "Kiss My Ass" wurde zwar nicht befolgt - Metaller tun sowas niemals! - aber der von so ziemlich allen Zuschauern mitgesungene Refrain donnerte dafür fast bis in die Balinger Innenstadt. Die definitive Bestätigung, daß wir hier soeben einen sehr guten Gig erlebten, kam für mich spätestens in dem Moment, als links von mir Kollege Römpp, der nun wirklich alles andere als ein überzeugter Deutschmetaller ist, heftig mitrockend in den Refrain einfiel. How bizarre... Die Truppe, allen voran der mit einem opulenten Dauergrinsen ausgestattete Langholzer Fitti, hatte offensichtlich noch nicht genug, das Publikum sah die Sache anscheinend genauso. Was tut man da? Na, 'Princess Of The Dawn' spielen! Die Leute hüpften, sangen und lagen sich in den Armen. Wie hatte Götz vom Rock Hard doch einige Minuten vorher noch so treffend formuliert? "Auf dem Bang Your Head!!! sind WIR unter UNS, nur Heavy Metal-Fans, die Spaß an der Musik haben und keine Arschlöcher, die nur Ärger machen wollen." Nagel auf den Kopf! "Heidi-Heido-Heida" kann man da nur sagen. 'Fast As A Shark' beendete einen blitzsauberen Auftritt, der sicher nicht nur - siehe Doppel-P - eingefleischten Metal Hearts gefallen haben dürfte. (hoch)

    Arno Hofmann



    Irgendwie taten mir RAGE ein wenig leid, denn direkt nach U.D.O., die mit einer ganzen Palette von ACCEPT-Klassikern das Publikum zum Toben brachten und dementsprechend abräumten, auf die Bühne zu müssen, ist gewiß kein Zuckerschlecken. Zudem herrschte eine Gluthitze, so daß sich einige Metaller an der Front ein Päuschen gönnten. Die verbliebene Meute stand dafür wie eine Eins hinter Schädelsammler Peavy und seiner Truppe, die mit 'From The Cradle To The Grave' und 'Days Of December' gleich in die Vollen gingen. Beim letztjährigen Bang Your Head!!!-Festival verkündete Peavy als Gast den brandaktuellen Split der Band und ein Jahr später liefert er mit Saitenhexer Victor Smolski und Derwisch Mike Terrana hinter den Drums ein astreines Set auf der gleichen Bühne ab... vielleicht sollte man im nächsten Jahr Ripper Owens einladen und ihn zwingen, seinen Ausstieg bei JUDAS PRIEST zu verkünden, dann hätten wir für 2002 den perfekten Headliner. Aber zurück zu RAGE. Das eine oder andere Schmankerl aus den frühen Neunzigern wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen, aber 'Firestorm' (von der absolut geilen 'The Missing Link'-Scheibe), 'Sent By The Devil', 'Turn The Page' oder 'The Pit And The Pendulum' sind auch nicht von schlechten Eltern. Lediglich die Soli waren etwas mau. Victor Smolski ist mit Sicherheit ein exzellenter Gitarrist, aber das zum Glück relativ kurze Gefiedel an der Klampfe war nicht gerade das Gelbe vom Ei. Ein Schlagzeugsolo kann eine schöne Sache sein, wenn Techniker wie Neil Peart oder Carl Palmer den Ton angeben, wenn Kraftpakete wie Cozy Powell, John Bonham, Fritz Randow oder Bill Ward ihr Schlagzeug mit brachialer Gewalt vermöbeln, aber für die unspektakulären und stinknormalen Drumattacken von Mike Terrana (die allerdings beim Publikum gut ankamen) hätte ich mir lieber einen zusätzlichen Klassiker im Stil von 'Invisible Horizons' gewünscht. Das Finale leitete 'Don't Fear The Winter' - die RAGE-Hymne schlechthin - ein, und nach 'Higher Than The Sky' konnten Peavy & Co. zufrieden die Bühne verlassen, denn obwohl - wie zu Beginn erwähnt - es für das Trio schwierig war, die herausragenden Leistungen von U.D.O. zu toppen, haben RAGE mit einer starken Mannschaftsleistung ein mehr als nur zufriedenes Publikum hinterlassen. (hoch)

    Chris Glaub




    Nach einem kurzen Intro bestiegen Biff und seine Mannen die Bretter, die die Welt bedeuten. SAXONs Outfit war diesmal pechschwarz und auch Fritz Randow trommelte sich von Beginn an - auf einem schwarzen Drumkit - die Seele aus dem Leib. Um es vorweg zu nehmen: Im Gegensatz dazu hatten SAXON an diesem Nachmittag sicherlich keinen rabenschwarzen Tag erwischt. Wobei man die Band in all den Jahren sowieso eher selten in schlechter Verfassung zu Gesicht bekam. Kann man bestimmt an einer Hand abzählen. Sei's drum. Der erste Brecher war ein Stück vom aktuellen Album 'Metalhead', nämlich der Titelsong. Schon von Beginn an hätte man dem Mann am Soundboard eigentlich ein Lob attestieren müssen, denn was da aus den mächtigen Boxen drückte, konnte man schon als überaus annehmbar bewerten. Soundtechnisch sollte sich im Laufe des Sets aber noch eine Steigerung einstellen. Gleich nach 'Metalhead' frotzelte der alte Biff jedoch erst mal mit den verantwortlichen Mannen an den Reglern, sie sollen doch lautstärkemäßig ein wenig zulegen ("You fucking whimps!!!"), was natürlich prompt erledigt wurde. Dem SAXON-Frontmann merkte man jedoch nicht nur eine gewisse Aggressivität an, nein, er muß auch durchaus Spaß bei der Sache gehabt haben, denn Biffs Bangfreudigkeit war schon beachtlich. Auch seine vier Trinkbrüder schienen an diesem Tag keine Kinder von Traurigkeit gewesen zu sein. Gitarrist Paul Quinn ging beispielsweise bei 'Dogs Of War' total aus sich raus, brillierte aber ansonsten durch seine gewohnt lässige Art, seine Axt zu bedienen. Als kleines Manko wäre vielleicht anzumerken, daß der gesamte Gitarrensound im ersten Drittel der Show ein wenig mehr Power beziehungsweise Lautstärke hätte vertragen können. Immer wieder riß Biff diverse Jokes zwischen den Songs, der folgende war eine spitze Bemerkung über ein Banner mit der Aufschrift "Autowasch", die leider nicht jeder gleich zu kapieren schien. Auch Basser und Nesthäkchen Nipps präsentierte sich - eigentlich wie immer - in allerhöchster Bangfreudigkeit, ganz getreu dem Motto des Festivals eben. Neuzugang Fritz Randow muß an dieser Stelle ein dickes Lob ausgesprochen werden, denn dieser alte Schlagzeug-Hase hat von seinem altbekannten Superdrive kein Stück verloren und brezelte bei Songs wie 'Solid Ball Of Rock' oder 'Wheels Of Steel' wie in alten Tagen drauflos, als er noch in Diensten von VICTORY oder SINNER stand. Big Punch kann man da nur sagen! 'Crusader' kam zwar ein wenig flotter rüber als noch zu Nigel Glockler-Tagen, doch das dürfte den wenigsten der Metaljünger ein Dorn im Auge gewesen sein. Als sogenannter Ohrenschmaus kann auch durchaus der megafette Basssound von Nipps genannt werden, der für den bombigen Schub von unten sorgte. Das Publikum in Balingen ging sehr gut mit und rastete schließlich beinahe aus, als die fünf Haudegen das gute alte 'Princess Of The Night' anstimmten. Auch die Mitgröleinlage bei 'Wheels Of Steel' hatte was, wobei Biff seine Deutschkenntnisse in Form von nettem Vokabular wie "Scheiße, Mann!" oder einem diesmal wirklich freundlichen "Fantastisch" zum Besten gab. Doch sein Lieblingswort ist und bleibt wohl "Fuckin", was meiner Meinung nach einfach zum Metal gehört wie das Bier in den Magen. Summa Summarum: SAXON machten richtig Laune und gehören keineswegs zum alten Eisen! (hoch)

    Chris Grenzer




    Über die Platzierung von DEMONS & WIZARDS gab es im Publikum einige Diskussionen, doch muß man dem Projekt bescheinigen, daß sie sich achtbar aus der Affäre ziehen konnten. Die alten Hasen Jon Schaffer und Hansi Kürsch haben sich mit Könnern wie etwa Oli Holzwarth am Bass kompetente Unterstützung geholt, was schon vom Opener 'Heaven Denies' an nichts anbrennen ließ. Komplett in schwarze Klamotten gehüllt, kam auch der optische Aspekt nicht zu kurz - lediglich das Tageslicht machte die beim Into 'Rites Of Passage' aufkommende Atmosphäre schnell wieder zunichte. 'Poor Man's Crusade' konnte gute Reaktionen ernten, doch der Unterschied zwischen Band und Projekt wurde bei 'Fiddler On The Green' mehr als deutlich - von Hansi als Ersatz für den 'Bard's Song' angekündigt, kam nicht einmal ein Hauch der Stimmung auf, die bei eben diesem Song bei einem BLIND GUARDIAN-Gig die Menge zum Toben bringen würde. Nach 'Blood On My Hands' wurde es dann spannend, als Hansi einen seiner ICED EARTH-Lieblingssongs ankündigte: 'Travel In Stygian' wurde von ihm überraschend gut gemeistert, und nach 'Path Of Glory' durfte dann auch Jon zeigen, daß er die Gitarrenparts des BLIND GUARDIAN-Hits 'Welcome To Dying' beherrscht. Insgesamt ein sehr solide gespielter Gig, auch wenn man natürlich nicht an die Qualität der beiden Hauptbands herankam - aber das war auch nicht zu erwarten, weshalb der Daumen für DEMONS & WIZARDS trotzdem nach oben geht. (hoch)

    Martin Römpp




    Die SCORPIONS zunächst ganz in weiß. Mit 'Loving You Sunday Morning' starteten die alten Herren ihr Set und wurden dabei in ein hellweißes Lichtermeer gehüllt. Der Sound war von Beginn an knackig, die Bühnenperformance wie gewohnt. Was sofort ins Auge fiel, war die Art und Weise, wie Ami-Supertrommler James Kottack auf sein Instrument eindrosch. Der ehemalige KINGDOM COME-Skinsman ging wirklich ab wie Schmidts Katze. Auch Klaus Meine zeigte sich sehr agil, allerdings erinnerte er durch seine quirlige Art auf der Bühne herumzuwuseln eher an eine Prima Ballerina. Zudem wirkten seine Ansagen etwas gehetzt, aber sei's drum. Die SCORPIONS hatten schon längere Zeit vor dem Festivalantritt verlauten lassen, sie würden ausschließlich alte Klassiker zum Besten geben, eine Zusage, die Gott sei Dank eingehalten wurde. Rudolf Schenker, der immer noch ein blondiertes Köpfchen sein Eigen nennt, bearbeitete seine Flying V in altbewährter Manier und wurde, wie auch Matthias Jabs, schon bald von Meine - wenn auch nur bei einem Song - gitarrentechnisch unterstützt. Dabei präsentierten sich die SCOPRS immer mal wieder in Reih und Glied (dieses Bild kennen wir von STATUS QUO), ein bißchen sahen sie aus, wie die Bremer Stadtmusikanten. Doch genug Gehetze. Die alten Klassiker wie das in die Länge gezogene 'The Zoo' (wobei sich Jabs die Voicebox zwischen die Zähne klemmte), 'Big City Nights' oder 'Dynamite' kamen schon klasse rüber. Nicht zuletzt war dies der Verdienst von James Kottack, dessen präzises und kraftvolles Drumming die Songs unermüdlich nach vorne pushte. Auch im Verlauf des Gigs wurde bezüglich des Lichts wenig Firlefanz gemacht. Meist setzte die Band auf eine einheitliche, aber eindrucksvolle Lichtuntermalung. Allen voran bei der Ballade 'Holiday' kam dieser Schachzug besonders gut zur Geltung. Man konnte schon eine Gänsehaut bekommen, als die Menschenmassen geschlossen den Refrain mitträllerten. Wie schon erwähnt, drückte der Sound über das gesamte Konzert hinweg. Lediglich Meines Organ ging hier und da ein wenig unter. Nicht, daß er schlecht bei Stimme gewesen wäre, da lag wohl der Hase eher bei der Technik im Pfeffer. Bei 'He's A Woman, She's A Man' dann ein weiterer Höhepunkt: DESTINY'S END-Sänger James Rivera kam auf die Bühne und schrie im positiven Sinne alles zusammen. Nicht schlecht, wahrlich nicht schlecht. Phänomenal dann Kottacks Doublebass-Attacken bei 'Dynamite'. Der Mann ist wirklich Gold wert, ich jedenfalls weine Herman Rarebell keine Träne nach. Der Mann legte aber noch einen drauf und zwar in Form seines Drumsolos, welches einem zwar konzeptlos erschien, jedoch spielerisch mördermäßig überzeugte. Da störten dann auch Meines pfeiferische Intonationsschwierigkeiten bei 'Wind Of Change' nicht allzu sehr. Kurz vor Ende zog die Band mit 'Rock You Like A Hurricane' dann ein weiteres As aus dem Ärmel. Hier grölte ganz Balingen noch mal mit, bevor man mit 'When The Smoke Is Going Down' dem Konzert ein Ende setzte. Nach der allgemeinen Verbeugungszeremonie verließ Rudolf Schenker als letzter die mächtige Bühne und verblieb mit den Worten: "Recht schönen Dank!". Wir bedanken uns auch... (hoch)

    Chris Grenzer


BYH Rueckblick - Freitag
Die inoffizielle
BYH!!!-Hymne
Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:

YouTube-Video





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ROCK OF AGES-Festival
Am 30. und 31. Juli 2010 findet in Seebronn bei Rottenburg das fünfte ROCK OF AGES-Festival statt - mit FOREIGNER, GOTTHARD, GOLDEN EARRING, AXXIS und zahlreichen weiteren Bands sowie großem Rahmenprogramm für Familien. Weitere Informationen auf der ROCK OF AGES-Homepage.




Erziehungs-auftragsformular
Besucher unter 16, die ohne Eltern zum BYH!!!-Festival kommen möchten, können dies mit einer Begleitperson tun, die von den Eltern einen Erziehungsauftrag erhält.

Weitere Informationen dazu und ein entsprechendes Formular findet Ihr auf dieser Seite.



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