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Noch steht unser eigener YouTube-Channel nicht - aber unser Freund Oliver "Bomber" Barth hat für Euch (und uns) schon einmal ein paar Impressionen vom BANG YOUR HEAD!!! 2009 zusammenge-schnitten.
Das aktuelle HEAVY ist ab sofort im Handel erhältlich: Mit SCORPIONS-Titelstory, JUDAS PRIEST, MASTERPLAN, ANNIHILATOR und vielem mehr! Inhalt und Leseproben...
CHINCHILLA
hatten die schwere Aufgabe, das diesjährige Bang Your Head!!!-Festival
zu eröffnen. Sie konnten mit ihrem melodiösen Power Metal morgens
um 10.00 Uhr doch schon einige Leute vor die Bühne locken. Die Süddeutschen
hatten es nicht leicht den Bangern um diese Zeit schon die großartige
Reaktionen zu entlocken, dennoch konnten sie dank eines guten Sängers,
mit einem guten Sound und einer souveränen Performance überzeugen
und haben ihre Rolle als Opener des Festivals bravourös gelöst.
Man merkte der Truppe an, daß sich die vielen Einzelgigs der Vergangenheit
positiv auf das Bandgefüge ausgewirkt haben, da CHINCHILLA zu jeder
Zeit als geschlossene perfekt harmonierende Einheit auftrat. Dies
läßt darauf hoffen die Band bald wieder auf Festivals spielen zu
sehen, denn an einer besseren Position kann ich mir gut vorstellen,
daß die Band mit ihrer powervollen Mucke und tighten Performance
doch für Stimmung sorgen kann. (hoch)
Bernie
Bei
EVERGREY herrschten nicht gerade die besten Voraussetzungen für
ihren Auftritt, aber so ist nun einmal das Los der zweiten Band
eines Festivals. Viele der Besucher befanden sich noch in einer
Orientierungsphase und die Mehrheit befand sich noch vor den Toren,
als die Schweden um 10.40 Uhr die Bühne betraten. Nach ihrem überzeugenden
Einsatz auf der CRIMSON GLORY-Tour waren nicht wenige Fans gespannt,
wie sich EVERGREY auf einer Festivalbühne aus der Affäre ziehen
würden. Keine Frage, sie machten ihre Sache toll und erspielten
sich eine Menge neuer Fans. Ohne viel Aufwand knackte man die leicht
reservierte Einstellung der ersten Besucher. Nach einem kurzen Intro
legte man mit 'Solitude Within' los, welches im weiteren Verlauf
des Auftritts in 'Blackened Dawn' und 'Nosferatu' überging. Die
Ansagen fielen knapp aus, man ließ die Musik sprechen und fuhr mit
'She Speaks', 'Shadowed', 'When The River...' und 'The Corey Curse'
fort. Ihre knapp 40 Minuten nutzten EVERGREY souverän und hinterließen
somit einen sehr positiven Eindruck. Als ich die Band letztes Jahr
auf dem Powermad-Festival zum ersten Mal sah, machte sie einen ziemlich
unkontrollierten Eindruck, was man fast ein Jahr später nicht mehr
behaupten kann. Beide Daumen nach oben für die eigenwilligen Schweden. (hoch)
Jürgen
Tschamler
Nach
dem exzellenten Auftritt beim letztjährigen Wacken Open Air war
dies die zweite Möglichkeit für DESTINY'S END, sich einem größeren
Publikum vorzustellen. Die Jungs um ex-HELSTAR-Sirene James Rivera
legten auch gleich los wie die Feuerwehr und hatten das Publikum
sofort auf ihrer Seite. Nach zwei von insgesamt nur drei Krachern
vom Erstling 'Breathe Deep The Dark' folgten auch schon Songs (unter
anderem 'Transition', 'The Watcher', 'From Dust To Life' und die
Halbballade 'Stormclouds') des im Herbst erscheinenden Albums 'Transition'.
Die neuen Tracks führen die mit 'Breathe Deep The Dark' eingeschlagene
Richtung konsequent fort und sind sogar noch etwas flotter ausgefallen,
so daß man sich den Releasetermin im Herbst auf jeden Fall schon
mal rot im Kalender anstreichen kann. Die Band wirkte noch tighter
als letztes Jahr, und das obwohl man mit ex-Z-LOT-Z-Klampfer Eric
Halpern einen neuen Gitarristen ins Line-up einbauen mußte. Ein
weiterer Blickfang war Bassist Nardo Andi, der zum einen durch superbes
Saitenzupfen und zum anderen durch extremes Muskelspiel auffiel.
Der Mann hat mit Sicherheit keine Probleme an Groupies zu kommen.
Man merkte der Band auf jeden Fall die Spielfreude an und James
sang wieder mal wie ein junger Gott und ich denke, daß der kleine
Wettkampf um den besten Sänger des Festivals mit Harry Conklin von
JAG PANZER unentschieden ausgegangen ist. Zudem bewies Meister Rivera
einmal mehr seine Qualitäten als Entertainer und spornte das Publikum
immer wieder an, welches ihm mit frenetischen Jubel dankte. Aber
das war nur der Anfang für James, denn im Verlauf des Abends sollte
sich seine Phallus-betonte Stretchhose noch um einiges verbeulen!
Einziger Kritikpunkt einer sonst tadellosen Show war, daß die Band
zu sehr auf James ausgelegt ist. Die restlichen Musiker spielen
perfekt ihre Parts, greifen aber zu selten ins Geschehen ein und
überlassen dem ehemaligen Höllenstern alleine das Feld. Wäre toll,
wenn die Band optisch wie früher z.B. FLOTSAM & JETSAM komplett
involviert wäre. Aber das nur am Rande. Fazit: DESTINY'S END waren
eine der besten Bands des Festivals und haben gezeigt, daß es nicht
nur in den 80ern erstklassigen US-Power Metal gegeben hat. (hoch)
Oliver
Weinsheimer
Nach den wirklich überzeugenden DESTINY'S END enterten die Newcomer
JACOBS DREAM die Bühne. Zum Erstaunen aller Anwesenden (vielleicht
mal ausgenommen Metal Blade-Chief Mike Trengert) konnten die Amis
mit einer Triple Axe Attack aufwarten und waren zusammen mit den
SCORPIONS (bei einem Song!!!) die einzigen, die auf den fetten Sound
von drei Gitarren setzten. Leider ging die Rechnung nicht so auf,
wie es sich die Nummer eins unserer Lesercharts ausgerechnet hatte,
denn zumindest eine Gitarre fiel ständig aus, was diesen Effekt
im Nichts verpuffen ließ. Aber auch generell waren JACOBS DREAM
eine der ganz wenigen Bands, die unter einem durchwachsenen Sound
zu leiden hatte.
Der Gesang und die Drums waren stellenweise zu laut, die Gitarren
teilweise kaum zu identifizieren. Darunter litten natürlich vor
allem die ausgeklügelten Kompositionen der Power Metaller. Gerade
der Opener 'Kinescope' verschwand irgendwo im Soundbrei. Aber das
war leider nicht der einzige Kritikpunkt, da auch das Bühnenoutfit
und Zusammenspiel noch zu wünschen übrig ließ. Schließlich bangt
das Auge ja mit. Die Jungs gingen so auf die Bühne, wie sie in ihrer
Freizeit herumlaufen: Lila Bermudashorts und abgeschnittene Jeans.
Jungs, das paßt beim besten Willen nicht zu eurer Musik, auch wenn
es euch sehr warm war. Auch am Zusammenspiel muß noch etwas gefeilt
werden, da die Band noch nicht wie eine Einheit wirkt und auch die
Ansagen zwischen den Songs etwas holprig waren. Ich hoffe, daß die
Jungs in diesen Belangen noch etwas unternehmen, denn Songs wie
zum Beispiel 'Violent Truth', 'Scapegoat' oder die geniale Halbballade
'Tale Of Fears' sind absolut für die Bühne geeignet, benötigen allerdings
eine gewisse Atmosphäre, welche die Band aber noch nicht schaffen
konnte. Sehr vielversprechend war der neue Song 'Theater Of War',
der wahrscheinlich auf der nächsten Langrille landen wird und stilistisch
in dieselbe Kerbe schlägt wie das Debüt. Vielleicht können wir auf
der im Herbst anstehenden Tour mit ARMORED SAINT und BRAINSTORM
noch etwas mehr hören und hoffentlich sind die oben erwähnten Mankos
bis dahin ausgeräumt. Ich würde es dieser hochtalentierten Band
auf jeden Fall gönnen, denn nicht umsonst stehen die Jungs an der
Spitze unserer Lesercharts, welches man auch an dem wohlwollenden
Applaus, der für diese Uhrzeit recht zahlreich erschienenen Fans,
erkennen konnte. (hoch)
Oliver
Weinsheimer
Balingen:
13.25 Uhr. EXCITER. Sonne. Die Frisur sitzt ...und während die gelbe
Sau unbarmherzig vom Himmel brezelt, erklingen die Takte des Instrumentals
'War Cry' vom brandneuen 'Blood Of Tyrants'-Album. Nervenzerreißende
Spannung, der langsam dahinstampfende Rhythmus quält die immer zahlreicher
vor die Bühne hechtenden Metaller bis aufs Blut. Was werden uns
die nächsten fünfzig goldenen Minuten bringen? Die Antwort bestand
aus einem Donnerschlag namens 'Stand Up And Fight'! Und genau das
taten die Maniacs in der Frontrow auch. Mit fliegender Matte und
geballter Faust ging es vorwärts, nach dem Gig zeigten sich John
Ricci & Co. noch stundenlang völlig begeistert von den Reaktionen
ihrer deutschen Fans! Und wirklich, es war schon gut was los zu
dieser frühen Stunde, auch wenn bedauerlicherweise leider nicht
alle EXCITER-Fans Freitagmittags ihre Heroes supporten konnten,
sondern in so profanen Dingen wie Arbeit oder Autofahren gefangen
waren. Aber denjenigen, die die Holzfäller on stage wüten sahen,
wurde bewußt, wer die augenblickliche, WELTWEITE NUMMER EINS im
Bereich des echten Heavy Metals ist! They ruled with an iron fist...
Und Balingen kam für meinen Geschmack in den Genuß eines Fabel-Gigs,
der von einer Songauswahl gekrönt wurde, die ihresgleichen sucht.
Es gleicht der Quadratur eines Kreises, aus den Tonnen an EXCITER-Highlights
eine Setlist
zurechtzuzimmern, die jeden zufriedenstellt. Ein paar persönliche
Faves fehlen garantiert immer. Aber was EXCITER da zusammengestellt
hatten, verdiente einfach nur das Prädikat Weltklasse. Und Jacques
Belanger sang alle diese alten und neuen Klassiker wie ein Gott!
Ein Gott, welcher - flankiert von seinen drei Mit-Göttern, allen
voran natürlich Urgestein John Ricci - seinen Lebenszweck gefunden
hat: Uns in seiner einmaligen Stimmlage zu künden von den wirklich
wichtigen Dingen des Seins. Von Metal, Metal und von Metal. Diese
Truppe ist der personifizierte Stahl, die Inkarnation puren Schwermetalls
in seiner reinsten Form. Ein gewaltiges 'Brutal Warning' vom neuen
Brecher 'Blood Of Tyrants' zog uns hinein in einen Strudel aus Härte,
aggressivem Stageacting, Power und Emotion. Dann 'Blackwitch'. Welch
anrührender Moment, als die zusammengenommenen circa tausend Jahre
erlebter Metal-History, welche in Form diverser alter Kämpen alleine schon direkt um meinen
Standpunkt herum vorne am Absperrgitter versammelt waren, bei besagtem
Gänsehaut-Oldie fast kollektiv in Tränen ausbrach... Doch um ein
verrotztes Taschentuch zu zücken, blieb wahrlich keine Zeit. Eine
tödliche Triple Attack in Form der jeweiligen Titelsongs von 'Heavy
Metal Maniac', Violence And Force', sowie 'Long Live The Loud' -
mir klingeln immer noch vom infernalischen "We are loud and prooouuuuuud"
die Ohren... - trieb die gierig nach weiterem Eisen geifernden Kopfschüttler
vor der Bühne zu neuen Höchstleistungen an. Jawoll, that's what
we call M.E.T.A.L.! Doch bei all den frühen Perlen vergaß man auch
die beileibe nicht minder glorreiche Gegenwart keineswegs. 'The
Dark Command' und 'Burn At The Stake' nannten sich weitere grandiose
Dreschflegel, mit denen wir Verrückten uns vorm Fotograben von John
Riccis Axt freudig in die Knie zwingen ließen. Der Titelsong des
'The Dark Command'-Nachfolgers 'Blood Of Tyrants' bildete dann einen
weiteren Höhepunkt, welcher, obwohl das ganz frische Songmaterial
den Fans naturgemäß noch nicht geläufig war, wie alle anderen neuen
Songs ohne zu zögern abgefeiert wurde. Nach dieser Demonstration
war dann ermattetes zum-Bierstand-Schleppen als nächste Disziplin
angesagt... Ich persönlich bin stolz darauf, innerhalb weniger Stunden
in Form von James Rivera, Mark 'The Shark' Shelton, Harry 'The Tyrant'
Conklin, Jason McMaster und natürlich Jacques Belanger einige der
besten, kultigsten und charismatischsten Metalsänger dieses Erdballs
bei der Ausübung ihrer Kunst erlebt zu haben. Neben dem anfangs
nicht optimalen Sound der wohl einzige Wehrmutstropfen: Es ist nicht
zu entschuldigen, daß die vielen Freunde der Kanadier während des
Festivals weder die Möglichkeit hatten, das heißbegehrte neue Album
'Blood Of Tyrants' zu erwerben, noch sich mit einem Shirt des Quartetts
eindecken konnten. Und dafür wollen sich John Ricci und Co., die
an dieser Misere nicht die geringste Schuld traf, auf diesem Wege
noch einmal herzlich bei ihren Fans entschuldigen! Anyway, EXCITER
means world domination! (hoch)
Arno
Hofmann
Ob
die AXXIS-Jungs Muffensausen vor dem diesjährigen Bang Your Head!!!-Festival
hatten, ist mir zwar nicht bekannt, aber ich könnte es mir lebhaft
vorstellen. Immerhin waren sie genau wie im letzten Jahr PINK CREAM
69 (mit mächtigem Bammel!) die melodischste Band auf dem Billing.
Desweiteren mußten sie quasi als Ersatz für AXEL RUDI PELL unangekündigt
die Bühne entern, was auch nicht gerade einfach ist. Allerdings
haben sie gerade eine überaus erfolgreiche Tour absolviert, die
Bernhard Weiss und seiner Mannschaft das Selbstbewußtsein gibt,
vor jedem Publikum bestehen zu können. Außerdem haben AXXIS mit
'Back To The Kingdom' (in den HOW-Lesercharts auf Platz 11 eingestiegen!!!)
ein geiles back
to the roots-Album im Gepäck, so daß sich keiner wunderte, daß gleich
zu Beginn bei 'Shadowman' und 'Flashback Radio' die Stimmung saugut
war. Und da die beiden Neuen, Guido Wehmeyer an der Klampfe und
Kuno Niemeyer am Viersaiter, sogar noch mehr Dampf machten als auf
der regulären Tour und Bernhard Weiss sowieso zu den besten Entertainern
in Deutschland gehört, hatten AXXIS trotz der durch Zeitmangel abgespeckten
Setlist das Publikum jederzeit im Griff. Bei Songs wie 'Stay Don't
Leave Me', 'Touch The Rainbow' oder 'Heaven In Black' ist das auch
kein Wunder, und als im Endspurt 'Living In A World' und als spezielles
Schmankerl für die härtere Fraktion 'Kings Made Of Steel' zum Zuge
kamen, war für AXXIS sicherlich die Welt in Ordnung, denn die Reaktion
der Fans war einfach phantastisch. Mit 'Little Look Back' und 'Na,
Na, Hey, Hey, Kiss Him Goodbye', den beiden recht ähnlich gehaltenen
Songs mit dem berühmt-berüchtigten "Nanana"-Chorus neigte sich der
Auftritt seinem Ende zu, was zwar noch einmal die Stimmung gewaltig
aufputschte, allerdings wäre im Anschluß daran als Abschluß 'Kingdom
Of The Night' anstelle von 'Little Look Back' der klügere Schachzug
gewesen. Trotz des kleinen Kritikpunkts, beide Daumen hoch für AXXIS! (hoch)
Chris
Glaub
Und
immer noch kein Schatten in Sicht... Dem Metal tat das natürlich
keinen Abbruch, im Gegenteil. Auch wenn man sich beim Anblick diverser
Gestalten farbenmäßig gesehen mittlerweile an die Schalentierauslage
eines 'Nordsee'-Restaurants erinnert fühlte, spürte man die Vorfreude
vieler alter Deutschmetaller auf die U.D.O.-Show, welche natürlich
auch den einen oder anderen obligatorischen ACCEPT-Knaller versprach.
Hand auf's Herz, die U.D.O.-Scheiben sind astreine Metalalben mit
vielen starken Tracks, aber jeder wartet doch am meisten auf die
ganz alten Kamellen. Und womit? Mit Recht! Zunächst ließen Dirkschneider
und Co. die Meute an einigen U.D.O.-Songs der Marke 'Riders Of Beyond'
ihr Mütchen kühlen - obwohl das Wörtchen kühlen an diesem schweißtreibenden
Wochenende mehr als deplatziert war... - bevor es mit einem nicht
enden wollenden ACCEPT-Reigen - das längste Medley der Welt? - in
die Vollen ging. Bereits bei 'Midnight Mover' watete der unverwechselbare
Shouter durch ein Meer von emporgereckten Armen, die Band war so
richtig in Spiellaune und steckte das dankbare Publikum damit an. Das
alte Spiel mit dem Wechselgesang ging wieder einmal auf, ein absoluter
Höhepunkt nannte sich 'Metal Heart'. Udo brauchte fast gar nicht
mehr zu singen, daß erledigte schon die Menge für ihn. Der Mann
war sichtlich angetan von dem, was da an Reaktionen zurückkam und
mehr als einmal entfuhr dem blonden Powerpaket ein gerührtes "Balingen,
ihr seid unglaublich!". Es war allerdings nicht nur Balingen, das
unglaublich war, sondern auch die massive Anwesenheit alter Schlachthymnen.
Da fehlte weder das frenetisch abgefeierte 'Balls To The Walls',
noch das in den frühen Achtzigern für geschockte Eltern sorgende
'Son Of A Bitch'. Die sich anschließende Empfehlung "Kiss My Ass" wurde zwar nicht befolgt - Metaller tun
sowas niemals! - aber der von so ziemlich allen Zuschauern mitgesungene
Refrain donnerte dafür fast bis in die Balinger Innenstadt. Die
definitive Bestätigung, daß wir hier soeben einen sehr guten Gig
erlebten, kam für mich spätestens in dem Moment, als links von mir
Kollege Römpp, der nun wirklich alles andere als ein überzeugter
Deutschmetaller ist, heftig mitrockend in den Refrain einfiel. How
bizarre... Die Truppe, allen voran der mit einem opulenten Dauergrinsen
ausgestattete Langholzer Fitti, hatte offensichtlich noch nicht
genug, das Publikum sah die Sache anscheinend genauso. Was tut man
da? Na, 'Princess Of The Dawn' spielen! Die Leute hüpften, sangen
und lagen sich in den Armen. Wie hatte Götz vom Rock Hard doch einige
Minuten vorher noch so treffend formuliert? "Auf dem Bang Your Head!!!
sind WIR unter UNS, nur Heavy Metal-Fans, die Spaß an der Musik
haben und keine Arschlöcher, die nur Ärger machen wollen." Nagel
auf den Kopf! "Heidi-Heido-Heida" kann man da nur sagen. 'Fast As
A Shark' beendete einen blitzsauberen Auftritt, der sicher nicht
nur - siehe Doppel-P - eingefleischten Metal Hearts gefallen haben
dürfte. (hoch)
Arno
Hofmann
Irgendwie
taten mir RAGE ein wenig leid, denn direkt nach U.D.O., die mit
einer ganzen Palette von ACCEPT-Klassikern das Publikum zum Toben
brachten und dementsprechend abräumten, auf die Bühne zu müssen,
ist gewiß kein Zuckerschlecken. Zudem herrschte eine Gluthitze,
so daß sich einige Metaller an der Front ein Päuschen gönnten. Die
verbliebene Meute stand dafür wie eine Eins hinter Schädelsammler
Peavy und seiner Truppe, die mit 'From The Cradle To The Grave'
und 'Days Of December' gleich in die Vollen gingen. Beim letztjährigen
Bang Your Head!!!-Festival verkündete Peavy als Gast den brandaktuellen
Split der Band und ein Jahr später liefert er mit Saitenhexer Victor
Smolski und Derwisch Mike Terrana hinter den Drums ein astreines
Set auf der gleichen Bühne ab... vielleicht sollte man im nächsten
Jahr Ripper Owens einladen und ihn zwingen, seinen Ausstieg bei
JUDAS PRIEST zu verkünden, dann hätten wir für 2002 den perfekten
Headliner. Aber zurück zu RAGE. Das eine oder andere Schmankerl
aus den frühen Neunzigern wäre das Tüpfelchen auf dem i gewesen,
aber 'Firestorm' (von der absolut geilen 'The Missing Link'-Scheibe),
'Sent By The Devil', 'Turn The Page' oder 'The Pit And The Pendulum'
sind auch nicht von schlechten Eltern. Lediglich die Soli waren
etwas mau. Victor Smolski ist mit Sicherheit ein exzellenter Gitarrist,
aber das zum Glück relativ kurze Gefiedel an der Klampfe war nicht
gerade das Gelbe vom Ei. Ein Schlagzeugsolo kann eine schöne Sache
sein, wenn Techniker wie Neil Peart oder Carl Palmer den Ton angeben,
wenn Kraftpakete wie Cozy Powell, John Bonham, Fritz Randow oder
Bill Ward ihr Schlagzeug mit brachialer Gewalt vermöbeln, aber für
die unspektakulären und stinknormalen Drumattacken von Mike Terrana
(die allerdings beim Publikum gut ankamen) hätte ich mir lieber
einen zusätzlichen Klassiker im Stil von 'Invisible Horizons' gewünscht.
Das Finale leitete 'Don't Fear The Winter' - die RAGE-Hymne schlechthin
- ein, und nach 'Higher Than The Sky' konnten Peavy & Co. zufrieden
die Bühne verlassen, denn obwohl - wie zu Beginn erwähnt - es für
das Trio schwierig war, die herausragenden Leistungen von U.D.O.
zu toppen, haben RAGE mit einer starken Mannschaftsleistung ein
mehr als nur zufriedenes Publikum hinterlassen. (hoch)
Chris
Glaub
Nach
einem kurzen Intro bestiegen Biff und seine Mannen die Bretter,
die die Welt bedeuten. SAXONs Outfit war diesmal pechschwarz und
auch Fritz Randow trommelte sich von Beginn an - auf einem schwarzen
Drumkit - die Seele aus dem Leib. Um es vorweg zu nehmen: Im Gegensatz
dazu hatten SAXON an diesem Nachmittag sicherlich keinen rabenschwarzen
Tag erwischt. Wobei man die Band in all den Jahren sowieso eher
selten in schlechter Verfassung zu Gesicht bekam. Kann man bestimmt
an einer Hand abzählen. Sei's drum. Der erste Brecher war ein Stück
vom aktuellen Album 'Metalhead', nämlich der Titelsong. Schon von
Beginn an hätte man dem Mann am Soundboard eigentlich ein Lob attestieren
müssen, denn was da aus den mächtigen Boxen drückte, konnte man
schon als überaus annehmbar bewerten. Soundtechnisch sollte sich
im Laufe des Sets aber noch eine Steigerung einstellen. Gleich nach
'Metalhead' frotzelte der alte Biff jedoch erst mal mit den verantwortlichen
Mannen an den Reglern, sie sollen doch lautstärkemäßig ein wenig
zulegen ("You fucking whimps!!!"), was natürlich prompt erledigt
wurde. Dem SAXON-Frontmann merkte man jedoch nicht nur eine gewisse
Aggressivität an, nein, er muß auch durchaus Spaß bei der Sache
gehabt haben,
denn Biffs Bangfreudigkeit war schon beachtlich. Auch seine vier
Trinkbrüder schienen an diesem Tag keine Kinder von Traurigkeit
gewesen zu sein. Gitarrist Paul Quinn ging beispielsweise bei 'Dogs
Of War' total aus sich raus, brillierte aber ansonsten durch seine
gewohnt lässige Art, seine Axt zu bedienen. Als kleines Manko wäre
vielleicht anzumerken,
daß der gesamte Gitarrensound im ersten Drittel der Show ein wenig
mehr Power beziehungsweise Lautstärke hätte vertragen können. Immer
wieder riß Biff diverse Jokes zwischen den Songs, der folgende war
eine spitze Bemerkung über ein Banner mit der Aufschrift "Autowasch",
die leider nicht jeder gleich zu kapieren schien. Auch Basser und
Nesthäkchen Nipps präsentierte sich - eigentlich wie immer - in
allerhöchster Bangfreudigkeit, ganz getreu dem Motto des Festivals
eben. Neuzugang Fritz Randow muß an dieser Stelle ein dickes Lob
ausgesprochen werden, denn dieser alte Schlagzeug-Hase hat von seinem
altbekannten Superdrive kein Stück verloren und brezelte bei Songs
wie 'Solid Ball Of Rock' oder 'Wheels Of Steel' wie in alten Tagen
drauflos, als er noch in Diensten von VICTORY oder SINNER stand.
Big Punch kann man da nur sagen! 'Crusader' kam zwar ein wenig flotter
rüber als noch zu Nigel Glockler-Tagen, doch das dürfte den wenigsten
der Metaljünger ein Dorn im Auge gewesen sein. Als sogenannter Ohrenschmaus
kann auch durchaus der megafette Basssound von Nipps genannt werden,
der für den bombigen Schub von unten sorgte. Das Publikum in Balingen
ging sehr gut mit und rastete schließlich beinahe aus, als die fünf
Haudegen das gute alte 'Princess Of The Night' anstimmten. Auch
die Mitgröleinlage bei 'Wheels Of Steel' hatte was, wobei Biff seine
Deutschkenntnisse in Form von nettem Vokabular wie "Scheiße, Mann!"
oder einem diesmal wirklich freundlichen "Fantastisch" zum Besten
gab. Doch sein Lieblingswort ist und bleibt wohl "Fuckin", was meiner
Meinung nach einfach zum Metal gehört wie das Bier in den Magen.
Summa Summarum: SAXON machten richtig Laune und gehören keineswegs
zum alten Eisen! (hoch)
Chris
Grenzer
Über
die Platzierung von DEMONS & WIZARDS gab es im Publikum einige Diskussionen,
doch muß man dem Projekt bescheinigen, daß sie sich achtbar aus
der Affäre ziehen konnten. Die alten Hasen Jon Schaffer und Hansi
Kürsch haben sich
mit Könnern wie etwa Oli Holzwarth am Bass kompetente Unterstützung
geholt, was schon vom Opener 'Heaven Denies' an nichts anbrennen
ließ. Komplett in schwarze Klamotten gehüllt, kam auch der optische
Aspekt nicht zu kurz - lediglich das Tageslicht machte die beim
Into 'Rites Of Passage' aufkommende Atmosphäre schnell wieder zunichte.
'Poor Man's Crusade' konnte gute Reaktionen ernten, doch der Unterschied
zwischen Band und Projekt wurde bei 'Fiddler On The Green' mehr
als deutlich - von Hansi als Ersatz für den 'Bard's Song' angekündigt,
kam nicht einmal ein Hauch der Stimmung auf, die bei eben diesem
Song bei einem BLIND GUARDIAN-Gig die Menge zum Toben bringen würde.
Nach 'Blood On My Hands' wurde es dann spannend, als Hansi einen
seiner ICED EARTH-Lieblingssongs ankündigte: 'Travel In Stygian'
wurde von ihm überraschend gut gemeistert, und nach 'Path Of Glory'
durfte dann auch Jon zeigen, daß er die Gitarrenparts des BLIND
GUARDIAN-Hits 'Welcome To Dying' beherrscht. Insgesamt ein sehr
solide gespielter Gig, auch wenn man natürlich nicht an die Qualität
der beiden Hauptbands herankam - aber das war auch nicht zu erwarten,
weshalb der Daumen für DEMONS & WIZARDS trotzdem nach oben geht. (hoch)
Martin
Römpp
Die
SCORPIONS zunächst ganz in weiß. Mit 'Loving You Sunday Morning'
starteten die alten Herren ihr Set und wurden dabei in ein hellweißes
Lichtermeer gehüllt. Der Sound war von Beginn an knackig, die Bühnenperformance
wie gewohnt. Was sofort ins Auge fiel, war die Art und Weise, wie
Ami-Supertrommler James Kottack auf sein Instrument eindrosch. Der
ehemalige KINGDOM COME-Skinsman ging wirklich ab wie Schmidts Katze.
Auch Klaus Meine zeigte sich sehr agil, allerdings erinnerte er
durch seine quirlige Art auf der Bühne
herumzuwuseln eher an eine Prima Ballerina. Zudem wirkten seine
Ansagen etwas gehetzt, aber sei's drum. Die SCORPIONS hatten schon
längere Zeit vor dem Festivalantritt verlauten lassen, sie würden
ausschließlich alte Klassiker zum Besten geben, eine Zusage, die
Gott sei Dank eingehalten wurde. Rudolf Schenker, der immer noch
ein blondiertes Köpfchen sein Eigen nennt, bearbeitete seine Flying
V in altbewährter Manier und wurde, wie auch Matthias Jabs, schon
bald von Meine - wenn auch nur bei einem Song - gitarrentechnisch
unterstützt. Dabei präsentierten sich die SCOPRS immer mal wieder
in Reih und Glied (dieses Bild kennen
wir von STATUS QUO), ein bißchen sahen sie aus, wie die Bremer Stadtmusikanten.
Doch genug Gehetze. Die alten Klassiker wie das in die Länge gezogene
'The Zoo' (wobei sich Jabs die Voicebox zwischen die Zähne klemmte),
'Big City Nights' oder 'Dynamite' kamen schon klasse rüber. Nicht
zuletzt war dies der Verdienst von James Kottack, dessen präzises
und kraftvolles Drumming die Songs unermüdlich nach vorne pushte.
Auch im Verlauf des Gigs wurde bezüglich des Lichts wenig Firlefanz
gemacht. Meist setzte die Band auf eine einheitliche, aber eindrucksvolle Lichtuntermalung.
Allen voran bei der Ballade 'Holiday' kam dieser Schachzug besonders
gut zur Geltung. Man konnte schon eine Gänsehaut bekommen, als die
Menschenmassen geschlossen den Refrain mitträllerten. Wie schon
erwähnt, drückte der Sound über das gesamte Konzert hinweg. Lediglich
Meines Organ ging hier und da ein wenig unter. Nicht, daß er schlecht
bei Stimme gewesen wäre, da lag wohl der Hase eher bei der Technik
im Pfeffer. Bei 'He's A Woman, She's A Man' dann ein weiterer Höhepunkt:
DESTINY'S END-Sänger James Rivera kam auf die Bühne und schrie im
positiven Sinne alles zusammen. Nicht schlecht, wahrlich nicht schlecht.
Phänomenal dann Kottacks Doublebass-Attacken bei 'Dynamite'. Der
Mann ist wirklich Gold wert, ich jedenfalls weine Herman Rarebell
keine Träne nach. Der Mann legte aber noch einen drauf und zwar
in Form seines Drumsolos, welches einem zwar konzeptlos erschien,
jedoch spielerisch mördermäßig überzeugte. Da störten dann auch
Meines pfeiferische Intonationsschwierigkeiten bei 'Wind Of Change'
nicht allzu sehr. Kurz vor Ende zog die Band mit 'Rock You Like
A Hurricane' dann ein weiteres As aus dem Ärmel. Hier grölte ganz
Balingen noch mal mit, bevor man mit 'When The Smoke Is Going Down'
dem Konzert ein Ende setzte. Nach der allgemeinen Verbeugungszeremonie
verließ Rudolf Schenker als letzter die mächtige Bühne und verblieb
mit den Worten: "Recht schönen Dank!". Wir bedanken uns auch... (hoch)
Spätestens seit 2003 ist er einfach nicht mehr aus Balingen wegzudenken und wurde von den Bands zur Festivalhymne erhoben: TWISTED SISTERs Hit 'We're Not Gonna Take It'. Hier der offizielle Videoclip aus den 80ern:
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ROCK OF AGES-Festival
Am 30. und 31. Juli 2010 findet in Seebronn bei Rottenburg das fünfte ROCK OF AGES-Festival statt - mit FOREIGNER, GOTTHARD, GOLDEN EARRING, AXXIS und zahlreichen weiteren Bands sowie großem Rahmenprogramm für Familien. Weitere Informationen auf der ROCK OF AGES-Homepage.
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Besucher unter 16, die ohne Eltern zum BYH!!!-Festival kommen möchten, können dies mit einer Begleitperson tun, die von den Eltern einen Erziehungsauftrag erhält.
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