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EXODUS: Kotzend um die Welt Mit ‘Shovel Headed Tour Machine (Live At Wacken And Other Atrocities)’ legen EXODUS eine äußerst gelungene Live-DVD vor, deren Schmankerl - wie so oft bei Live-DVDs - im Bonusmaterial beheimatet sind. Hier versteckt sich eine Dokumentation über die letzten fünf Jahre der Bandgeschichte, in welcher der Fan viele interessante Details und witzige Begebenheiten begutachten kann. Wir nahmen Thrash-Urgestein Gary Holt ins Visier. Gary, in eurer Doku zeigt sich euer Sänger Rob recht nervös vor den Auftritten. Wie sieht es bei dir aus? Macht es für dich einen Unterschied, ob du in einem Loch in Südamerika, oder auf einem Monster-Event wie dem Wacken Open Air auftrittst? “Ja, der gute alte Rob hat sich früher vor Auftritten regelmäßig die Seele aus dem Leib gekotzt! Das macht er heutzutage vor den großen Shows auch noch, für uns ist dies ein Zeichen, daß die Show irrsinnig werden wird. Ich bin nicht nervös, ich bin eher unruhig, so in der Art “laßt uns das Ding endlich in Angriff nehmen!”.” Neben dem Livematerial beinhaltet ‘Shovel Headed Tour Machine...’ auch massig interessantes und witziges Material. Es scheint so, daß im EXODUS-Lager eine recht entspannte Atmosphäre herrscht, oder habt ihr die bandinternen Spannungen absichtlich außen vor gelassen? “Richtig, die Bandatmosphäre ist sehr gut, richtig entspannt. Natürlich gibt es auch bei uns Differenzen, allerdings nicht allzu oft. Wir kommen alle sehr gut miteinander aus. Wenn es Kämpfe zwischen den Mitgliedern gibt, so sind diese so schnell vorbei, ehe jemand zur Kamera greifen kann.” Schön zu hören. Sie erscheinen nur für ein paar Sekunden, rufen aber immer ein Schmunzeln hervor: Die nichtmetallischen Momente von EXODUS, die ihr in der Dokumentation mit einem Augenzwinkern präsentiert. So werdet ihr beim Benutzen von Haarspray gezeigt, oder wie ihr einen Käfer (!) rettet. Gemeinsam Spaß zu haben und auch mal über sich selbst lachen zu können, ist das das Geheimnis eurer guten Bandchemie? “Absolut! Wenn du nicht über dich selbst lachen kannst, nimmst du dich einfach ZU ernst. Fuck, so brutal wir als Band sind, so sehr lachen wir über alles andere, anstatt mit einer finsteren Miene durch die Gegend zu laufen.” In Amerika habt ihr eine Show mit einer Violinenspielerin (!) absolviert, was - den Ausschnitten nach - ziemlich cool war. Wer kam auf die Idee und was steckte dahinter? “Ihr Name ist Katy Jacob, und sie ist eine sehr gute Freundin und großer Fan von uns. Sie kann viele unserer Stücke auf der Violine spielen und ist außerdem eine wahre Meisterin ihres Fachs. Sie fragte uns, ob sie mitspielen dürfe, und wir waren sofort begeistert. Ich glaube, daß sie auch schon mal mit TESTAMENT gejammt hat. Sollten wir auf dem nächsten Album also eine Violine benötigen, muß ich nicht lange suchen, hehe...” Kannst du dich eigentlich noch an dein allererstes Konzert erinnern? “Klaro, das war A Day On The Green, das riesige Open Air-Festival, das ein fester Bestandteil des Sommers in der Bay Area war. Jeden Sommer gab es vier davon, mit zehn geilen Bands und es hat nur fünfzehn Dollar gekostet. Ich glaube mein erstes war mit TED NUGENT, AC/DC mit Bon Scott, FRANK MARINO, ROBIN TROWER und so weiter.” Und was sind deine Erinnerungen an deine erste EXODUS-Show? “Ich hatte die Hosen voll! Aber als wir dann endlich auf der Bühne standen, ging es mir besser. Es war im Montana Bay Community Center an Sylvester. Wir haben uns früher Hallen angemietet und die Tickets selbst verkauft, sozusagen unsere eigenen Partys und Konzerte organisiert, und es war voll! Ab diesem Zeitpunkt wußte ich, was ich für mein restliches Leben machen will.” EXODUS galten immer als extreme Party-Band. Viele Combos werden mit wachsendem Erfolg und zunehmendem Alter ruhiger und gelassener. So zeigt auch eure Dokumentation keine großen Exzesse... “Ja, man siehst uns zwar manchmal etwas betrunken, aber ich wollte meine Kinder nicht unnötig verderben, da sie sich die DVD auf jeden Fall anschauen werden... Aber es stimmt, wir mißbrauchen uns selbst nicht mehr so extrem wie in der Vergangenheit, aber ruhig sind wir beileibe nicht. Eher neurotisch...” Seit 2004 habt ihr drei Alben mit neuen Stücken veröffentlicht. Seid ihr zufrieden mit dem Erreichten? “Ja, das sind wir. Ich denke auch, daß dieser Thrash-Hype etwas auf uns zurückzuführen ist und nicht umgekehrt. Wir haben uns ohne Ende den Arsch aufgerissen, und nun zahlt es sich aus. Aber wir haben trotzdem noch einen weiten Weg vor uns, denn ich bin niemals zufrieden...”
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